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Nach langer PLanung : Die ersten Türme sind angekommen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Bürgerwindpark Norstedt werden sechs 3,2-Megawatt-Anlagen errichtet. Die ersten Türme sind da. Ehe die Spezialtransporter mit den Bauteilen auf die Reise gehen konnten, waren umfangreiche Planungen nowendig.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 11:00 Uhr

Die ersten Turmelemente für den Bürgerwindpark Norstedt-Wind GmbH & Co. KG sind in der Gemeinde angekommen. Errichtet wird dort laut Geschäftsführer Karl-August Oje ein reiner Bürgerwindpark mit sechs 3,2-Megawatt-Mühlen. Die Anlagen haben eine Gesamthöhe von 150 Metern, der Rotor einen Durchmesser von 114 Meter. Damit die einzelnen Segmente für die Windmühlen auch ihren Bestimmungsort erreichen, waren langwierige Vorbereitungen nötig. In enger Absprache zwischen dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dem Amt Viöl und dem Unternehmen Schwerlast Service Mathias Pusch aus Kühlungsborn wurde die Route festgelegt und soweit vorbereitet, dass die nächsten Wochen hindurch die Schwertransporter möglichst ohne Probleme mit Polizeibegleitung rollen können.

Viöls Bauamtsleiter Uwe Heinsen ist zufrieden, „die Zusammenarbeit funktioniert tadellos“, sagt er. Die Unternehmen seien generell bemüht, möglichst wenig Schäden zu verursachen. Dies ist nach Angaben von Anja Hinrichs von dem Service-Unternehmen aber nicht immer möglich. Schließlich erläuterte sie, dass Windkraftanlagen-Elemente bis zu 70 Meter lang sein können. Im Schnitt seien die Transporte aber „nur“ zwischen 60 und 65 Meter lang. Das schwerste Teil, das Maschinenhaus, könne im Extremfall schon mal 170 Tonnen auf die Waage bringen. Aber auch die Flügel seien nicht ohne, schließlich belasten sie die Straßen mit bis zu gut 60 Tonnen – wobei allerdings je Achse nur zwölf Tonnen erreicht werden.

Die Einzelteile für die sechs Norstedter Mühlen rollen auf vielen Transportern auf der A 7 bis nach Flensburg. Dort verlassen sie die Autobahn und schwenken auf die B 200 ein. Einige engere Passagen seien in diesem Bereich bereits ausgebaut worden, so dass dort keine Probleme bestehen, wie Anja Hinrichs erläutert.

Vielfach müssten aber gerade bei den untergeordneten Straßen enge Kurven mit Stahlplatten ausgelegt werden, damit die Banketten nicht total zerfahren werden. Das Abbauen von Verkehrsschildern und Brückengeländern sei nur ein kleiner Teil der Arbeiten, die im Vorwege solcher Transporte vergeben werden müssen, schließlich sollen die abgebauten Hindernisse nach der Passage auch wieder aufgebaut werden. Neben Gemeinden und der Straßenverwaltung müsste vielfach auch Kontakt mit Naturschutzbehörden aufgenommen werden, wenn etwa Bäume gefällt werden sollen, damit die langen Spezialfahrzeuge in engen Kurven vorankommen können, erläutert die Sachbearbeiterin.

Die meisten Planungsprobleme bereiten immer wieder Kreisverkehre, da sie oftmals gar nicht für solche langen Fahrzeuge gebaut worden seien. In Viöl selbst gebe es da keine Schwierigkeiten, da der Kreisel für Spezialtransporter konzipiert worden sei, sagt Viöls Bauamtsleiter Uwe Heinsen. Allerdings fügt er an, dass die Verkehrsinsel vor dem Kreisel noch abgesenkt werden müsse. Dies war nach Auskunft von Anja Hinrichs nicht mehr rechtzeitig vor den Norstedter Transporten zu realisieren, da es es für die notwendigen Spezialsteine nur zwei Hersteller in Deutschland gibt. Zudem müsse laut Vorgaben des Straßenbauamtes der Beton mindestens drei Tage durchhärten. Nun wird die Insel provisorisch abgedeckt und später abgesenkt, denn es werden dort in Zukunft vermutlich noch viele weitere Transporte rollen.

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