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Gleichstellungs-Kampagne : Die Demokratie braucht Frauen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehr Frauen in die Politik: Dieses Ziel verfolgen Nordfrieslands Gleichstellungsbeauftragte – und haben eine Kampagne gestartet.

Nein, an diesem Vormittag geht es in der Marktstraße nicht um Verkehrserziehung à la „Ich bremse auch für Gleichstellungsbeauftragte!“. Aber ein kleiner Selbstversuch ist es schon, zu dem die sechs Damen da für das Gruppenbild auf dem Bürgersteig vor dem Husumer Kreishaus angetreten sind. Einer, der schon nach kürzester Zeit von Erfolg gekrönt ist. „Mir hat einer aus dem Auto heraus zugewinkt“, vermeldet Britta Rudolph mit einem leichten Grinsen im Gesicht. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Husum ist das Endglied in der Bordstein-Kette – die mit der finalen Handlungsaufforderung auf der letzten von vier Tafeln (siehe Foto).

Die Botschaft der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Nordfriesland ist klar: Der Kommunalpolitik stünde ein höherer Frauenanteil gut zu Gesicht. Aus gutem Grund, den neben Rudolph auch Simone Ehler (Kreis Nordfriesland), Andrea Dunker (Gemeinde Sylt), Christine Friedrichsen (Amt Mittleres Nordfriesland), Sylke von Kamlah-Emmermann (Amt Südtondern) und Kirsten Schöttler-Martin (Amt Nordsee-Treene) aus ihrer täglichen Arbeit kennen: In Nordfrieslands kommunalen Gremien ist im Schnitt nur jeder vierte Sitz einer Frau vorbehalten.

Angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der Bevölkerung weiblich ist, ergibt sich für eine Demokratie aus dieser Unterrepräsentanz logischerweise eine Unwucht. Provokative Schlussfolgerung: Entscheidungen, die nicht paritätisch gefällt werden, entsprechen auch nicht der gesellschaftlichen Realität und entspringen somit vielfach dem männlichen Blickwinkel.

Auf der anderen Seite – da macht sich Nordfrieslands Gleichstellungs-Sextett nichts vor – wird es generell zunehmend schwieriger, auf politischer Ebene neue Gesichter aufzutun: Die Erkenntnis, sich zeitlich zu binden und nicht nur mit positiven Aspekten auseinandersetzen zu müssen, sondern mit wachsenden Problemen der Gesellschaft und leeren öffentlichen Kassen, ist geschlechterübergreifend. Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen sich hingegen immer noch deutlich mehr Frauen als Männer – und jetzt auch noch ein Ehrenamt? „Nichtsdestotrotz“, sagen Ehler und ihre Amtskolleginnen, „lebt die Politik von aktiven Demokratinnen, die sich einbringen in unsere Gesellschaft – auch wenn es sicherlich Gründe dafür gibt, sich vielleicht nicht engagieren zu können oder wollen!“

Die Gleichstellungsbeauftragten haben deshalb die Kampagne „Mehr Frauen in die Politik – Politik braucht Frauen“ aufgelegt. Damit wollen sie unter anderem Interesse wecken, sich in politischen Gremien aktiv zu beteiligen – und aufzeigen, welche Vorteile es haben kann, etwas für sich und andere zu tun und über den „eigenen Tellerrand“ hinaus zu schauen. Eine Duftmarke im Rahmen dieser Initiative soll am Sonnabend, 2. Juli, von 10.30 bis 13 Uhr eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Husumer Kreishaus setzen: Zum Thema „Für ein paritätisches Wahlrecht – Politik und Gesellschaft gleichberechtigt mitbestimmen“ äußert sich mit Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski eine absolute Fachfrau (siehe unten).

Expertin mit Charme

Für Sylts Gleichstellungsbeauftragte Andrea Dunker ist Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski als Referentin ein Volltreffer: „Sie nimmt Frauen und Männer gleichermaßen mit, hat Charme und Witz.“ Laskowski lehrt an der Universität Kassel und gilt als ausgewiesene Expertin in Sachen Antidiskriminierungs- und Grundrechte. Wer sich für ihren Vortrag interessiert, wird um Anmeldung bis Freitag, 24. Juni, gebeten – unter Telefon 04841/67341 oder per E-Mail an die Adresse frauke.petersen@nordfriesland.de.

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erstellt am 21.Jun.2016 | 11:00 Uhr

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