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Tönnings Bürgermeisterin : Die Chefin zieht eine erste Bilanz

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dorothe Klömmer ist jetzt ein Dreivierteljahr im Amt. Am 14. September 2014 war sie zur neuen Verwaltungschefin gewählt worden. Tönning als Stadt voranzubringen, sieht sie als ihre Hauptaufgabe.

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erstellt am 31.Aug.2015 | 14:00 Uhr

Das erste dreiviertel Jahr im Amt ist fast um, Zeit für Tönnings allererste Bürgermeisterin einmal zurück- und auch vorauszublicken. Am 1. Januar hatte Dorothe Klömmer die Nachfolge von Frank Haß angetreten, der 18 Jahre lang Bürgermeister an der Eider war. Die große Mehrheit der Bürger hatte sie am 14. September 2014 zur neuen Verwaltungschefin gewählt.

„Die erste Zeit war schön und vielfältig, aber auch anstrengend“, sagt die 35-Jährige. „Aber ich habe den Vorteil, dass ich das Rathaus schon kenne.“ Sie hatte bereits von 2008 bis 2012 in der Stadtentwicklung gearbeitet. Besonders weiß sie, die vielen Begegnungen mit den Bürgern zu schätzen. „Ich lerne so viele Menschen, auch mit ihren Sorgen und Nöten, kennen.“ Die ersten Monate waren geprägt von vielen Sitzungen der städtischen Gremien und den Versammlungen der Vereine und der beiden Feuerwehren. „Ich bin zwar nicht gleich mit Anfragen überhäuft worden, aber es wurden durchaus Fragen gestellt und Anregungen gegeben.“ Sie findet das richtig: „Denn wir als Verwaltung sind Dienstleister und Ansprechpartner der Bürger.“

Ganz aktuell bewegt in Tönning das Thema Asylbewerber. „Da wir den meisten bezahlbaren Wohnraum auf der Halbinsel haben, nehmen wir auch einen Großteil der Flüchtlinge auf“, sagt Dorothe Klömmer. Sie sei beeindruckt, wie groß die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist. Die Gremien befassten sich mit der Frage, wie die Hilfe am besten koordiniert werden kann. Es helfe, dass Rebecca Mansel, die hauptamtliche Koordinatorin des Amtes, ihren Sitz in Tönning habe.

Tönning als Stadt voranzubringen sieht Dorothe Klömmer als ihre Hauptaufgabe. „Wir müssen als Wohnort und Gewerbestandort attraktiv bleiben.“ Das bringe Steuereinnahmen für die verschuldete Stadt. Daher gelte es bei der Ausweisung von entsprechenden Gebieten am Ball zu bleiben. Aktuell werden die Festsetzungen für das Neubaugebiet in Verlängerung der Paul-Dölz-Straße geändert. „Wir verkaufen derzeit gut Grundstücke, sicherlich auch als Folge des günstigen Geldes.“ Und für die Erweiterung des Gewerbegebiets an der Gardinger Chaussee laufe das Bauleitverfahren. Auch Breitband sei ein wichtiges Thema.

Eine attraktive Stadt muss natürlich auch Grund- und weiterführende Schulen vorhalten. Da hat Tönning in der Vergangenheit bereits investiert und bleibt auch da am Ball. „Beide Schulen stehen gut da, das zeigen die Anmeldezahlen“, sagt die Bürgermeisterin. An der Gemeinschaftsschule starten 75 Fünftklässler im kommenden Schuljahr. „Wir werden dreizügig.“ Und die Sekundarstufe II zählt dann 38 Schüler im elften Jahrgang und 48 im zwölften.

„Es besuchen 534 die Eider-Treene-Schule in Tönning und 331 die Außenstelle in Friedrichstadt, wir haben damit fast 900 Schüler insgesamt.“ Dafür muss Platz geschaffen werden: Beide Schulen erhalten je drei Container. Wenn die Sekundarstufe II endgültig genehmigt ist, wird es auch um einen Anbau gehen.

Etliche Schüler kommen aus Dithmarschen. Angesichts der steigenden Zahlen gaben die Stadtvertreter in ihrer Juli-Sitzung grünes Licht für die Anschaffung eines zweiten Schulbusses. Darum war lange gestritten worden, doch letztlich gab es neun Ja-, bei sieben Nein-Stimmen. „Wir brauchen rund 120 Sitzplätze.“

Die Kritik aus Dithmarschen kann Klömmer nicht verstehen. „Die Eltern kommen mit ihren Kindern zu uns, der gute Ruf unserer Schule, der besonders der ehemaligen Direktorin Telse Schreiber zu verdanken ist, spricht für sich“, so die Bürgermeisterin. Gar nicht verstehen kann sie die Ablehnung des Nachbarkreises, für eine Öffentlichen Personennahverkehr nach Tönning zu sorgen. „Wir haben doch freie Schulwahl in Schleswig-Holstein, aber die Schülerbeförderung endet an der Kreisgrenze, das kann nicht sein.“

Aber auch die Entwicklung des Tourismus und des Leitbilds für die Stadt zusammen mit Tönninger Bürgern beschäftigen Dorothe Klömmer gemeinsam mit ihrem Team. Fast ein 24-Stunden-Job. Da hilft es, dass ihr Mann Thomas ehrenamtlicher Bürgermeister von Erfde ist. Eine Stadt ähnlich Tönnings – wenn auch nur mit halb so vielen Einwohnern. „So können wir uns austauschen, manches auch mal aus einem anderen Blickwinkel sehen, und auch das Verständnis für die Arbeit des anderen ist da“, sagt sie.

Für ihre kleine zweijährige Tochter nimmt sich Dorothe Klömmer morgens die Zeit, die sie braucht. „Das ist mir wichtig, denn oft sehe ich sie nur dann.“ Für die Unterstützung ihrer Schwiegermutter bei der Betreuung des Kindes ist sie daher sehr dankbar. Als etwas Positives sieht sie die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort. „Dann gehe ich Angelegenheiten noch einmal gedanklich durch, oder ich schalte nach einem langen Arbeitstag ab.“

„Es ist eine schöne und spannende Arbeit“, sagt Dorothe Klömmer abschließend. Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus-Team, der Selbstverwaltung, dem Bürgervorsteher, der Feuerwehr und den Vereinen klappe hervorragend und sei vertrauensvoll. „Wir arbeiten gemeinsam für die Stadt Tönning.“

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