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Vorstoss des Friesenrates : Die Biike als einzigartiges Kulturgut

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehr als 60 Biiken brennen am Freitag, 21. Februar, in Nordfriesland. Der traditionelle Brauch soll nun immaterielles Kulturerbe der Unesco werden. Einen entsprechenden Antrag hat der Friesenrat bereits gestellt. Die Vorentscheidung fällt in der Landeshauptstadt.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 13:00 Uhr

Gibt es nach dem Weltnaturerbe Wattenmeer vor der nordfriesischen Haustür mit dem Biikebrennen bald auch ein Unesco-Kulturerbe an der Westküste? Gut möglich, denn der Friesenrat (Sektion Nord) hat eben dieses beantragt. Der gern als „Nationalfest der Nordfriesen“ bezeichnete alljährliche Feuerbrauch, den am 21. Februar wieder Tausende Einheimische und Gäste gemeinsam begehen werden, soll von der Kulturorganisation der Vereinten Nationen als lebendige kulturelle Ausdrucksform und damit als sogenanntes immaterielles Kulturerbe anerkannt werden.

„Mit dem Biikebrennen haben wir in Nordfriesland ein einzigartiges Kulturgut, das weit über die Landesgrenzen bekannt und nur hier bei uns anzutreffen ist“, sagt die Vorsitzende des Frasche Rädj, Ilse Johanna Jürgensen. „Wir unterstützen das aus voller Überzeugung“, betont auch Dr. Thomas Steensen, auf Anfrage. Der Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt hatte selbst einmal vorgeschlagen, die sprachliche Vielfalt Nordfrieslands als immaterielles Kulturerbe bei der Unesco anzumelden. Steensen gestern: „Im Grunde halten alle Nordfriesen die Biike für ein Kennzeichen friesischer Kultur.“

In Deutschland ist das Unesco-Übereinkommen im vergangenen Jahr in Kraft getreten. Bis Ende November konnten Gruppen und Gemeinschaften in den jeweiligen Bundesländern Vorschläge einreichen. Im schleswig-holsteinischen Kulturministerium gingen innerhalb der Frist insgesamt fünf Bewerbungen ein. Da jedes Bundesland über die Kultusministerkonferenz nur zwei Vorschläge an das Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission weiterleiten darf, wartet man nun in Nordfriesland gespannt auf die Entscheidung der Jury in Kiel. Diese wird erst für April erwartet, erläuterte der Sprecher des Kulturministeriums, Oliver Breuer, gestern auf Anfrage. „Es gibt noch keine Entscheidung.“

Im Stillen hoffen die Friesen jedoch, dass sie bei ihrem Biike-Empfang, der am Sonntag nach dem Biikebrennen stattfindet, vielleicht schon ein Signal erhalten, wie sie mit ihrem Vorschlag im Rennen liegen. Denn zu der Veranstaltung in den Reußenkögen wird neben anderen Ehrengästen auch Kulturministerin Anke Spoorendonk erwartet. Wie dem auch sei: „Wir sind zuversichtlich, dass der Antrag innerhalb Schleswig-Holsteins glatt durchgeht“, erwartet Friesenrats-Geschäftsführer Frank Nickelsen.

Damit ist freilich nur die erste Hürde genommen. Ende 2014 entscheidet dann das Unesco-Komitee, welche kulturellen Traditionen – wie Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen oder auch Bräuche, Feste und Handwerkskünste – aus den 16 Ländern in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Eingang finden. Die deutschen Nominierungen für die internationalen Listen können frühestens im März 2015 bei der Unesco eingereicht werden.

 
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