Auszeichnung für Husumer Gymnasium : Die beste Schule Deutschlands

Präsentieren stolz Urkunde und Plakette: Friedrich Twenhöven, Ralf Kammann, Renate Christiansen, Thomas Adler und Helmut Schöning.
Präsentieren stolz Urkunde und Plakette: Friedrich Twenhöven, Ralf Kammann, Renate Christiansen, Thomas Adler und Helmut Schöning (v. l.).

In Naturwissenschaften spitze: Die Hermann-Tast-Schule setzte sich bei „Jugend forscht“ gegen Mitbewerber aus Berlin und Jena durch. Sie war vom Kieler Kultusministerium für Schleswig-Holstein ins Rennen geschickt worden.

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02. Juni 2015, 08:30 Uhr

Unter die letzten drei war die Hermann-Tast-Schule (HTS) beim Wettstreit um den Titel „Beste Schule Deutschlands“ im Rahmen des 50. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ schon vorgestoßen und zur Endausscheidung bei BASF nach Ludwigshafen eingeladen worden (wir berichteten). „Als wir dann merkten, dass bei der Preisverleihung ein Platz in der ersten Reihe für unsere Rektorin Renate Christiansen reserviert blieb, hatten wir aber schon gehofft, dass wir die Sieger sind“, erzählt Biologie- und Chemielehrer Dr. Friedrich Twenhöven lachend. Und so war es denn auch: Nach der Oscar-Verleihungs-Methode „And the winner is .  .  .“ wurde die Husumer Schulleiterin – die bescheiden hinten bei den anderen HTS-Lehrern saß, weil sie die Platzreservierung gar nicht so richtig realisiert hatte – aufs Podium gebeten und nahm aus den Händen von Brunhild Kurth (CDU), der sächsischen Kultus-Staatsministerin und amtierenden Präsidentin der Kultusministerkonferenz, eine Urkunde, eine Plakette und einen Scheck über 3142 Euro (die Kreiszahl Pi mal tausend) entgegen. Die Mitbewerber aus Berlin und Jena teilten sich den zweiten Platz.

„Die Jury hat das durchgängige Konzept der Schule überzeugt, welches den Forschergedanken schon ab der Unterstufe in besonderem Maße durch innovative Ideen umsetzt“, hieß es in der Laudatio. Besonders hervorgehoben wurde das Labor der HTS, das allen Schülern auch während ihrer Unterrichtszeit offen steht und in dem ein partnerschaftliches Schulklima herrscht, die Einrichtung von neuen Fächern wie „Forschung und Technik“ im Wahlpflichtbereich und das Aufbrechen von klassischen Unterrichtsstrukturen zugunsten projektorientierten Lernens.

Vorausgegangen war eine halbstündige Präsentation der Schule durch Twenhöven vor einer Jury aus zwei Bildungs-Staatssekretären aus Bayern und Nordrhein-Westfalen und einer Vertreterin von „Jugend forscht“. „Wie im Abitur: Zehn Minuten frei reden, dann 20 Minuten Fragen beantworten“, so Twenhöven, der einer der Betreuer der „Jugend forscht“-Projekte an der HTS ist. „Besondere Beachtung fanden dabei die Freiräume, die wir für die Projektarbeit geschaffen haben, dass wir Schüler nach Absprache mit ihren Lehrern auch aus dem regulären Unterricht herausnehmen und sie unabhängig vom Stundenplan statt des Unterrichts ins Labor gehen lassen – sozusagen ein Drehtürmodell zur Begabtenförderung.“

Beeindruckt habe die Jury auch, dass in der HTS so viel Wert auf den naturwissenschaftlichen Bereich gelegt wird. „Die NRW-Staatssekretärin war gut informiert und wusste, dass es das Fach Technik in Schleswig-Holstein gar nicht gibt – und daher war sie verwundert, dass unsere Schule es anbietet“, fährt Twenhöven fort. Eine Rolle bei der Entscheidung spielte zudem, dass die HTS trotz ihrer eher ländlichen Lage und der daraus resultierenden Entfernung zu hochkarätigen Firmen und Lehranstalten „neue Formen der Zusammenarbeit mit einer Universität“ gefunden habe, wie es in der Laudatio weiter heißt. „Wir arbeiten eng mit der Universität Flensburg zusammen“, erläutert Renate Christiansen und fügt hinzu: „Ohne die Mittel, die uns durch Sponsoren und Stiftungsgelder für diesen Zweck zufließen, könnten wir unsere Projekte gar nicht realisieren.“ Ein großer Teil komme von mittelständischen Unternehmen aus der Region: „Denn die suchen händeringend nach Technikern, die nicht nur auf der Durchreise, sondern in Nordfriesland verankert sind und auch bleiben wollen“, ergänzt Twenhöven.

Wie etwa dem HTS-Abiturienten Marvin Hensen, der mit dem Modell seiner achslosen Windkraftanlage nach Ludwigshafen gefahren war und sich nach dem Gewinn von Regional- und Landeswettbewerb auch Hoffnung auf einen vorderen Platz beim Bundesentscheid machte. „Leider wurde seine Idee aber nicht prämiert“, sagt Thomas Adler bedauernd. Der Lehrer für Forschung und Technik sowie Werken war zu Hensens Unterstützung mitgereist. „Die begleitende wissenschaftliche Untersuchung hat der Jury nicht ausgereicht.“ Der Stand von Marvin Hensen sei aber ständig gut besucht gewesen.

Mit der Ehrung als „Beste Schule“ hat das Hermann-Tast-Gymnasium den Gipfel des „Jugend forscht“-Olymps erreicht. „Mehr geht eigentlich nicht“, sind sich Christiansen, Twenhöven und Adler einig. Zumal sich die Schule nicht selbst für den Wettbewerb in Stellung bringen konnte: „Die Teilnehmer wurden von den Ländern vorgeschlagen“, so die Rektorin. „Wir wurden von Kiel für Schleswig-Holstein ins Rennen geschickt.“

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