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Husum und Schobüll : Die Bäder halten die Stadt auf Trab

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

136.000 Euro kostet die Sanierung der Schobüller Schwimmstätte, und ein „sportlicher“ Fahrplan wurde für den Neubau des Hallenbades beschlossen.

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erstellt am 11.Apr.2017 | 11:00 Uhr

Im Top-Zustand ist das Schobüller Freibad nicht, das ist kein Geheimnis in Husum. Nun setzten sich die Mitglieder des Hauptausschusses in nicht-öffentlicher Sitzung mit dessen Zukunft auseinander. Klar ist: Es soll in dieser Saison wieder eröffnet werden. Klar ist auch: Billig wird das nicht. Dennoch: „Dieses Ziel verfolgt die Stadtpolitik fraktionsübergreifend“, sagt Grünen-Fraktionschef Frank Hofeditz. Im Mai werde das jedoch nichts mehr, dafür seien zu viele Arbeiten zu erledigen. „Wohl im Juni“, hofft er. Immerhin müssten für die Reparaturen Firmen hinzugezogen werden und Ausschreibungen erfolgen. Damit solle das Bad „für ein paar Jährchen ertüchtigt“ werden: „Die Politik ist daran interessiert, es so lange offen zu halten, bis es eine Nachfolgelösung gibt.“

Die Stadt plant, das gesamte Gelände zu überplanen und dort in wenigen Jahren ein neues Bad zu eröffnen (wir berichteten).

Allen sei bewusst, dass das Bad eine wichtige Einrichtung sei und daher von Fachpersonal betrieben werden müsse, so Hofeditz weiter. „Dass die Stadtwerke das übernehmen sollen, ist ja ein offenes Geheimnis.“ Zu den Kosten der Sanierung wollte er sich nicht äußern. Wie jedoch aus Kreisen der Stadtvertretung zu hören war, belaufen sich diese auf 136.000 Euro. Seit 2012 hat die Stadt Husum bereits 325.000 Euro für Unterhalt und Betrieb des Schobüller Freibads ausgegeben. Besonders teuer war das Bad 2015 und 2016: Weil es immer wieder zu Wasserrohrbrüchen kam, musste die Stadt jeweils 100.000 Euro zahlen.

Hofeditz ist auch der Vertreter der Grünen in der Projektgruppe für den Hallenbad-Neubau. Der Fahrplan dafür (wir berichteten) ist vom Hauptausschuss beschlossen worden – und er ist „sportlich“, wie sich Bürgermeister Uwe Schmitz ausdrückt: „Die erste Sitzung der Projektgruppe soll noch diesen Monat stattfinden, und bis März 2018 wollen wir mit allem durch sein.“

Die Projektgruppe ist mit dem Bürgermeister selbst und Mitarbeitern der Verwaltung, Benn Olaf Kretschmann als Geschäftsführer der Stadtwerke, Christian Kuhn von der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Projektgesellschaft, die mit der Planung des neuen Bades betraut werden soll, sowie je einem Vertreter der Fraktionen besetzt. Für die SPD ist Norbert Pfeiffer dabei, für die CDU Birgitt Encke. Die WGH hat noch keinen Vertreter bestimmt.

Im Gegensatz zur Entwicklung des ÖPNV- und Mobilitätskonzeptes sei keine Einrichtung einer Arbeitsgruppe geplant. Auf die Einbindung der Öffentlichkeit wolle die Stadt aber dennoch nicht verzichten, so Schmitz. „Man ist immer gut beraten, diejenigen zu befragen, die das Angebot nutzen.“ Das werde in Form einer Einladung zu einer öffentlichen Veranstaltung geschehen. Terminiert ist diese nach Angaben des Fahrplans auf die Zeit nach den Sommerferien im September oder Oktober.

„In den nächsten Wochen werden wir die Bedürfnisse aller Nutzergruppen erfassen, die dann ins Konzept einfließen“, so Kretschmann. Dazu werden die Stadtwerke mit Schulen, Schwimm- und Turnvereinen, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, dem Seniorenbeirat, der Gleichstellungsbeauftragten und weiteren Interessenvertretern sprechen. „Das alte Husum Bad ist Treffpunkt für alle Menschen in der Region. Das soll auch das neue Bad bleiben“, betont der Stadtwerke-Chef. Um alle mitzunehmen, sei ihm ein transparenter Entscheidungsprozess wichtig. In das Konzept, das im Anschluss entsteht, fließen zudem eine Machbarkeitsstudie sowie Analysen zu Einzugsgebiet, Demografie und Wirtschaftlichkeit ein. „Mitreden ist ausdrücklich erwünscht, Anregungen nehmen wir gerne auf“, sagt Kretschmann.

Es gibt noch eine weitere Nutzergruppe, und das ist die Bundeswehr. „Kann man da nicht versuchen, Zuschüsse zu bekommen?“, fragt Helmut Stemke (WGH). Der Bürgermeister verspricht eine diesbezügliche Prüfung. Und ergänzt, dass der Fahrplan offen lasse, wer am Ende der Bauherr des neuen Bades sein werde. „Das können auch die Stadtwerke selbst sein. Der Entscheidungsfindungs-Prozess wird zeigen, welches die wirtschaftlichste Lösung ist.“

 

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