zur Navigation springen

Nordsee-Museum : Die Arbeit hinter den Kulissen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Tanja Brümmer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Husumer Nordsee-Museum – ihre Hauptaufgabe sind neue Ausstellungen.

Mit Reden und einem Glas Sekt werden Ausstellungen eröffnet. Man kann sich mit dem extra angereisten Künstler unterhalten oder den Ausführungen der Fachleute folgen, die Hintergründe erläutern. Aber was passiert eigentlich, bevor es so weit ist?

Tanja Brümmer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nordsee-Museum. Sie vertritt Franziska Horschig, die in Elternzeit ist. Tanja Brümmer hat Ur- und Frühgeschichte studiert, lange als Museumspädagogin gearbeitet – unter anderem im Landesmuseum Schloss Gottorf und auf dem Museumsberg in Flensburg – und promoviert derzeit an der Europa-Universität Flensburg zum Thema Kulturgeschichte. Im Moment arbeitet sie unter anderem an der Vorbereitung der Rungholt-Ausstellung mit, die am 29. Mai 2016 startet.

„Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich und umfasst ein sehr weites Themenfeld“, betont sie. „Aber es gibt auch ein tolles Team, das sich gut ergänzt.“ Zu den Aufgaben einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin gehört unter anderem die Planung und Umsetzung von Ausstellungen, Marketing und Pressearbeit sowie Museumspädagogik.

„Wenn es darum geht, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen, dreht sich alles um eine Frage: Welche Geschichte will ich erzählen?“, sagt Tanja Brümmer. Die Idee dazu könne von überall herkommen. „Man hat etwas gelesen oder jemand kommt auf uns zu. Eine große Sonderausstellung über Rungholt zu machen, ist in einem Gespräch entstanden.“

Wenn das Thema klar ist, geht es darum, die Artefakte auszuwählen, die gezeigt werden sollen. Einige hat der Museumsverbund Nordfriesland, zu dem das Nordsee-Museum gehört, selbst, andere müssen ausgeliehen werden. Dafür greift Tanja Brümmer auf die Hilfe von Barbara Kirstein zurück. Die Museologin betreut die Bibliothek und das Magazin. Sie weiß ganz genau, welche Stücke in der Sammlung vorhanden sind. Was es sonst noch für Artefakte gibt, wo sie sind und wem sie gehören, ist jedoch nicht immer klar. „Es ist wie eine Schatzsuche. Man muss viel lesen, recherchieren und telefonieren.“

Ist alles gefunden, fängt die Logistik an. Leihverträge müssen geschrieben, Versicherungen abgeschlossen und die Ausstellungsstücke sicher ins Museum gebracht werden. Gleichzeitig heißt es, Förderanträge zu stellen, um finanzielle Hilfen zu bekommen. In der nächsten Arbeitsphase geht es darum, den Ausstellungsraum einzurichten.

„Dafür fragen wir uns wieder: Welche Geschichte wollen wir erzählen – und wie präsentieren wir sie am besten“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Danach entwickelt sie zusammen mit Museumsdirektor Dr. Uwe Haupenthal das Farbkonzept und die Beleuchtung. Beide überlegen, wie die Vitrinen oder Podeste am besten positioniert und die Bilder oder Ausstellungsstücke aufgehängt und präsentiert werden können, um Schwerpunkte zu setzen und die Besucher zu lenken. Bei diesen Überlegungen sitzen auch Ausstellungsgestalter Karl-Heinz Kökeritz und Hausmeister Gerhard Brodersen mit am Tisch, denn sie wissen, was machbar ist. Sie sind auch diejenigen, die die Bilder rahmen, Modelle und Podeste bauen und die Ausstellung einrichten – übrigens nicht nur für das Nordsee-Museum, sondern auch für das Schloss vor Husum und das Ostenfelder Bauernhaus. „Wenn ich weiß, wo es stehen soll, mache ich mich daran, die Schilder für die Beschriftung zu schreiben und drucken zu lassen“, erläutert Tanja Brümmer weiter.

Für viele Ausstellungen wird auch ein Katalog erstellt. Dafür ist das Fachwissen von Dr. Uwe Haupenthal gefragt. „Er ist von Anfang an dabei und trifft die Entscheidungen. Außerdem ist er viel unterwegs, steht in Kontakt mit Künstlern und Wissenschaftlern und arbeitet gemeinsam mit ihnen an den Texten für den Ausstellungskatalog, die jeweils auf dem neuesten Stand der Forschung sind.“

Langsam rückt der Eröffnungstermin näher. Jetzt geht es darum, die Ausstellung bekannt zu machen. „Ich schreibe Presseinformationen, organisiere gemeinsam mit dem Sekretariat die Eröffnungsfeier und verschicke die Einladungen“, erzählt Tanja Brümmer. „Ich kümmere mich auch um besondere Angebote, wie zum Beispiel Spezialführungen, Vorträge zum Thema oder spezielle museumspädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche.“

An der Rungholt-Ausstellung arbeitet das Team des Nordsee-Museums seit Herbst 2014, andere Präsentationen können schon nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit gezeigt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen