zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

13. Dezember 2017 | 03:19 Uhr

Jugendfilmtag : Dialog steht im Mittelpunkt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

260 Schülern wurde beim sechsten Jugendfilmtag im Husumer Kino-Center wieder einiges geboten. Neben zahlreichen Informationen zu Sexualität, Liebe, Freundschaft, HIV und Aids gab es auch Kurzfilm-Clips zum Thema Gewalt.

von
erstellt am 23.Mär.2016 | 07:00 Uhr

Gar nicht so leicht zu erklären, worum es bei dieser Sache ging. Jonas Braun – einstmals selbst Schüler in Husum – versuchte es dennoch: 2014 hatte der 27-Jährige an einem Filmprojekt der dänischen Künstlerin Stine Marie Jacobsen mitgewirkt, das jetzt zum sechsten Jugendfilmtag im Husumer Kino-Center auf der Neustadt gezeigt wurde. „Es ging um das Thema Gewalt“, berichtet er einer Gruppe von Hermann-Tast-Schülern. „Unsere Aufgabe war es, die schlimmste Gewaltszene, die wir je in Film oder Fernsehen gesehen haben, neu zu interpretieren.“ Ein Vorhaben mit Tiefenwirkung, denn durch die filmische Aufarbeitung wurde das Erlebte „dialogfähig. Das galt umso mehr, als wir in unterschiedliche Rollen schlüpfen durften“, erläutert Jonas, „also Opfer, Täter und einen unbeteiligten Zuschauer spielen konnten.“

Dass Gewalt auch dann spürbar ist, wenn sie nicht gezeigt, sondern etwa durch eine entsprechende musikalische Untermalung angedeutet wird, erschloss sich Schülerin Rebecca unmittelbar. Immer wieder zog sie sich während der sechs Kurzfilm-Clips, die auf Szenen zum Beispiel aus John Schlesingers „Marathon-Mann“ beruhten, den Rucksack schützend vors Gesicht.

„Der tiefere Sinn ist, über das Gesehene reden zu können“, griff Jonas Braun nach der Vorstellung eine Frage von Lehrerin Angelika Zöllmer-Daniel auf. Das gilt nicht zuletzt für mögliche Zusammenhänge zwischen Filmhandlungen und gesellschaftlicher Realität. „Man wusste auch ohne Blut zu sehen immer, was passieren würde“, sagt Marie nach der Vorstellung fragt sich, „wie der Film das macht?“ Eine Antwort: „Indem er mit den Bildern in unseren Köpfen arbeitet“, sind sich die Schüler einig.

Die Kurzfilm-Clips waren jedoch nur eine von vielen Erfahrungen, die Schüler von Hermann-Tast- und Theodor-Storm-Schule, Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk (TSBW), Rungholt-, Pestalozzi- und Eider-Treene-Gemeinschaftsschule in Friedrichstadt an diesem Morgen machen konnten. Schauplatz war einmal mehr das Kino-Center auf der Neustadt. „Eine Zusammenarbeit, über die wir sehr froh sind“, berichtet Angela Reinhard vom Mädchentreff pro familia, einem der Mitveranstalter. Zudem waren die Frauenberatungsstelle/Notruf, das Gesundheitsamt, die Aids-Hilfe Sylt, das TSBW und der Mädchentreff Ostenfeld mit Infoständen vertreten.

Für den Kreis Nordfriesland übernahmen die auszubildenden Verwaltungsfachangestellten Julika Will, Tobias Dierks und Dustin Haß die Rolle von Scouts und geleiteten die Schüler ab der achten Klasse von Station zu Station. Im Mittelpunkt standen diesmal die Themen Liebe, Sexualität, Freundschaft sowie HIV und Aids. In einer Mischung aus Spiel, Spaß und Information konnten die Besucher dort unter anderem ihre „Sexpertenschaft“ unter Beweis stellen oder probeweise in die Rolle von Eltern schlüpfen. Rund 260 Schülerinnen und Schüler hatten sich dafür auf den Weg gemacht – weniger als zuletzt, wie Angela Reinhard nicht ohne ein gewisses Unbehagen feststellte. Denn diese und andere Jugendthemen seien wichtiger denn je.

Nach reichlich Informationen und Unterhaltung ging es für die Schüler dann in die Kino-Säle, wo diesmal die Filme „Stella“, „Patong-Girl“ und „Zeitgeist“ auf dem Programm standen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen