Sonderheft kommt nicht gut an : Deutliche Kritik an Jubiläumsschrift

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Gardings Bürgermeisterin stört die Aufarbeitung der Stadtgeschichte in „Moll“ sauer auf. Der Hauptausschuss der Stadt erhielt bislang keine Antworten auf seine vorgetragenen Bedenken.

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08. Juli 2015, 12:00 Uhr

So groß die Freude bei Gardings Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt und allen Stadtvertretern über zwei zukunftsorientierte Entscheidungen (Projekt Seniorenheim und Discounter-Markt) war, machte die Stadtchefin keinen Hehl daraus, dass sie über das gerade druckfrisch herausgegebene Heft zum 425-jährigen Stadtjubiläum enttäuscht ist. Nicht wenige Stadtvertreter würden das auch sein. Der Autor, Ex-Bürgermeister Bernd Laue, sei zweifelsohne fachkompetent und Kenner der Stadtgeschichte, doch die Aufarbeitung „in Moll“ störe.

Traurig wirkende Fotos ohne Menschen bestimmten die Seiten. Es fehlten beispielsweise Beiträge zum regen Vereinsleben, zur Musikantenbörse, die alljährlich Tausende von Besuchern anziehe, oder über den Tourismus. Immerhin gebe es 150  000 Übernachtungen in der Stadt. „Ich hätte mir im Tenor Hinweise auf den derzeitigen Aufwind gewünscht sowie eine Darstellung der gut aufgestellten Schule und Kindertagesstätte“, so Kummerscheidt. Die Mitglieder des Hauptausschusses hätten die Bedenken bereits gegenüber Laue angemeldet. Doch niemand habe Antworten über das Warum bekommen.

Aber auch positives hatte die Bürgermeisterin im Gepäck. „Die erste Bürgerwerkstatt war ein Riesenerfolg. 60 Einwohner haben konstruktiv mitgearbeitet“, erklärte sie. Je mehr sich noch einklinken, umso besser. Es hätten sich zunächst Arbeitsgruppen gebildet. Zur Thematik der künftigen medizinischen Versorgung auf dem Lande werde als erstes Ergebnis ein Gespräch zwischen Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer in Garding stattfinden.

„Ich habe das erste Mal am Schulentwicklungstag der Theodor-Mommsen-Schule teilgenommen. Die Schule hat sich gut präsentiert und ist konkurrenzfähig. Freundliche Klassenzimmer und neuestes Unterrichtsmaterial tragen mit dazu bei“, so Kummerscheidt. Es habe Gespräche über das Projekt Schulhofgestaltung gegeben. Nachdem der Förderantrag abgelehnt worden war, soll nun ein zweiter Versuch gestartet werden. In der kleinen Turnhalle werden aufwendige Reparaturen, wie Sanierung der Fenster oder des Daches, notwendig. Hierüber wird der Schulverband entscheiden müssen. Die Halle selbst ist täglich durch Schulklassen und Spartenmitgliedern des TSV belegt. Die Tourist-Info hat inzwischen neue Öffnungszeiten, nämlich montags bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis 17.30 Uhr sowie sonnabends 10 bis 13 Uhr.

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