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Erfreuliche Botschaft : Deutlich weniger Einbrüche

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sven Knies, Leiter der Kriminalpolizeistelle Husum, führt den Rückgang nicht zuletzt auf polizeiliche Präsenz und Ermittlungserfolge zurück. Doch ein Grund zur Entwarnung ist das für ihn nicht.

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle – im Polizeijargon kurz WED genannt – ist in den vergangenen Monaten erheblich zurückgegangen. Allein im Dezember 2015 gab es in Husum und im südlichen Nordfriesland, das ebenfalls in die Zuständigkeit der Kriminalpolizeistelle Husum fällt, noch 48 Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche, berichtet Sven Knies. „Im Durchschnitt sind es sonst etwa 100 pro Jahr.“ Grund zur Entwarnung sieht der Leiter der Kriminalpolizeistelle allerdings nicht: „Das kann sich von heute auf morgen wieder ändern. Außerdem haben wir keine Null-Lage“. Soll heißen: Es wird auch weiterhin eingebrochen, nur die Zahl der Taten ist insgesamt zurückgegangen. Zuletzt versuchten es Unbekannte am Wochenende in der Schobüller Straße und im Auweg (wir berichteten). Dennoch spricht Knies von einem „extremen Rückgang“.

Ein Teil des Erfolges schreibt er der örtlichen und landesweiten polizeilichen Ermittlungsarbeit zu. Zur Jahresmitte hatte sich der Kripo-Chef noch ausnehmend bedeckt gehalten, wenn es um Einzelheiten der kriminalistischen Spurensuche ging – „weil ich laufende Ermittlungen nicht gefährden wollte“. Offenbar mit Erfolg. Denn aus „vielversprechenden Ansätzen“ sind in mehreren Fällen handfeste Ermittlungsergebnisse geworden. So wird sich einer der mutmaßlichen Einbrecher aus diesem Jahr im Januar 2017 vor Gericht verantworten müssen.

„Wer in Haft sitzt, kann keine Einbrüche begehen“, sagt Knies mit einem Augenzwinkern. Und nicht nur das: Weil sie ihre „Pappenheimer“ kennen, wissen der Kripo-Chef und seine Kollegen, „dass wir einigen Tatverdächtigen zuletzt doch ziemlich auf die Pelle gerückt sind, und sie vielleicht auch deshalb die Füße still halten“.

Ein anderes Ergebnis der Ermittlungen zeigt, dass die Szene außerordentlich heterogen ist, was sie natürlich ein Stück weit unberechenbar macht. Da sind zum einen internationale Banden, die unvermittelt auftauchen, oft mehrmals täglich zuschlagen und dann ebenso schnell wieder verschwinden. Diese Täter sind gut organisiert und daher schwer zu fassen. „Aber auch hier haben wir auf Landesebene zuletzt gute Erfolge erzielt“, berichtet Knies. In der örtlichen Einbrecher-Szene gibt es ebenfalls unterschiedliche Motivlagen: „Das reicht vom Beschaffungstäter – also einem drogenabhängigen Täter – bis hin zum Berufskriminellen.“

„Oft finden wir an einem Tatort nicht viel mehr als einen Spritzer Blut oder einen Fußabdruck, die wir den Tätern dann zuordnen müssen“, erläutern die Beamten. „Einfacher wird es, wenn wir an Tatort A Hinweise auf Tatort B oder C finden.“ Doch der Idealfall – ein Schuppen voll mit Diebesgut von mehreren Tatorten – das sei halt leider die Ausnahme. Oder anders ausgedrückt: Vor dem Erfolg stehen kleinteilige, oftmals extrem zeitaufwendige Ermittlungen: „Handschriften lesen, Erkenntnisse sammeln und zusammenfassen oder kurz: Im Trüben stochern“, nennt das Knies. Dessen ungeachtet dürfte auch vermehrte polizeiliche Präsenz die Täter vorsichtiger gemacht haben. Einbruchsdiebstahlsdelikte sind ja inzwischen Schwerpunkt der Polizeiarbeit.

Doch wie gesagt: Das kann morgen schon wieder anders sein. Allein zwischen September 2015 und April 2016 gab es im Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizeistelle mehr als 240 Einbrüche oder Einbruchsversuche – die meisten davon in Husum. „Von solchen Zahlen sind wir zurzeit erfreulicherweise weit entfernt“, fasst Sven Knies zusammen. Und auch Einbrüche in Geschäftsgebäude seien um rund ein Drittel zurückgegangen. Dauerhaft rechnet die Polizei allerdings mit einem erneuten Anstieg dieser Delikte. Umso wichtiger sei es, dass die Menschen nachrüsteten, aber vor allem „aufmerksam“ blieben. „Lieber einmal mehr zum Telefon greifen, als einmal zu wenig“, rät Knies. „Aber auch da sind wir auf einem guten Weg.“

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erstellt am 16.Dez.2016 | 13:00 Uhr

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