zur Navigation springen

Fest rund um den Apfel : Detektivarbeit im Obstgarten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Viele Besucher nutzten den Bredstedter Apfeltag, um die Sorte ihres eigenen Baumes bestimmen zu lassen. Thomas Andresen erteilte fachkundigen Rat. Seit fast 20 Jahren vermehrt der Gärtnermeister historische Apfelsorten.

Schneewittchen, Wilhelm Tell, Aphrodite – sie alle würden alt aussehen, wenn es den Apfel nicht gäbe. Und was wäre der Mensch, hätte er das vitaminreichste Obst nicht. Lust auf die knackige Frucht machte der Apfeltag im Bredstedter Naturzentrum. Zu Gast war einmal mehr Gärtnermeister Thomas Andresen aus Risum-Lindholm. „Der Apfel ist immer noch Deutschlands beliebtestes Obst“, erklärte er. Seit fast 20 Jahren vermehrt er historische Äpfel. Kein Wunder, dass sein Rat gefragt war. Viele Besucher hatten unbekannte Äpfel mitgebracht und ließen sie bestimmen. Bei mehr als 4000 typisch alten Sorten war das manchmal keine leichte Aufgabe. Weltweit gebe es, so Andresen, sogar mehr als 30.000 Apfelsorten. 2000 seien allein in Deutschland bekannt. Tatsächlich standen auch dem Experten vereinzelt Fragezeichen im Gesicht. Fachbücher halfen ihm im Zweifel weiter. Für einige der stolzen Apfelbaum-Besitzer war das Ergebnis überraschend. „Das ist ein Glockenapfel, eine alte deutsche Sorte“, erklärte Andresen der Niebüllerin Marianne Clasen. Seit Jahren genieße sie, berichtete sie, Früchte von dem Baum, und nun wolle sie endlich einmal wissen, was es für einer ist.

Auch Probieren aus dem mitgebrachten Schatz des Gärtnermeisters war erlaubt. Wohlklingende Namen wie Berner Rosenapfel, Rudinette oder Purpurroter Cousinot hatten die alten Sorten, die der Fachmann auf einem Tisch ausgebreitet und mit Schildern versehen hatte. Auch der Apfel des Jahres, nämlich Gelber Richard, war dabei. „Er schmeckt süß-säuerlich und aromatisch“, sagte Andresen, und so mancher Gast war begeistert. Auch einige Obstbäume hatte der Fachmann mitgebracht. „Ich will heute nachmittag in den Garten“, sagte Friedrich Hansen aus Husum. Er hatte sich einen Cox Orange ausgesucht.

Auch Ehrenamtlerin Annemarie Matthießen hatte einen Tisch mit alten und neuen Apfelsorten vorbereitet. Sie lud zum Kauf der frischen Früchte ein und wusste einiges zu erzählen. Wer mochte, bekam noch ein kleines Rezeptheft mit auf den Weg. „Mensch, im Apfel liegt Dein Glück“, hieße es in einem Gedicht, so Matthießen. Viel Phosphor stärke das Gehirn und die vielen Vitamine die Abwehrkräfte. Angela Neumann aus Winnert präsentierte diverse selbst gemachte Marmeladen nach eigenem Rezept mit Früchten aus ihrem Bio-Garten.

Da ja Weihnachten bereits vor der Tür steht, gab es auch Bastelarbeiten, gefertigt von kreativen Ehrenamtlerinnen. Kleine und große Forscher kamen unter der Anleitung des Biologen Volker Weinreich auf ihre Kosten. Er zeigte beispielsweise, wie nach dem galvanischen Prinzip selbst aus Äpfeln Strom gewonnen werden kann. Der Renner bei den Kindern: die Bestimmung, ob ein Apfel süß oder sauer ist. Dazu mussten Reagenzgläser her.

Bei Kaffee, frisch gepresstem Apfelsaft und Apfelkuchen beendeten die meisten ihren Besuch. Alle Einnahmen kommen dem Trägerverein des Naturzentrums zugute. Nebenbei, stellte der Vorsitzende, Thies Thiessen, fest, hätten viele die Gelegenheit genutzt, sich die im Laufe der vergangenen Monate neu gestalteten Räume anzusehen. Und Annemarie Matthießen freute sich über das umweltbewusste Verhalten vieler Besucher des Apfeltages, die das Einfachste der Welt bedachten: Sie hatten ihre eigenen Transportbehälter und Tüten zum Einpacken dabei.






zur Startseite

von
erstellt am 20.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen