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Husumer Nachrichten

23. August 2017 | 21:34 Uhr

Im Zentrum von Husum : Dessous statt Torten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein neues Storm-Café am Markt gibt es zwar nicht – aber zumindest kommt wieder Leben in das Haus am Markt.

Lang ist es her, dass im Storm-Café am Markt die letzte Friesen-, Buttercreme- oder  Storm-Torte über den Tresen ging. Doch jetzt tut sich was im Haus mit der Nummer 11. Seit Wochen schon bringen Handwerker das Innere des  ebenso schmucklosen wie zentral gelegenen Neo-Backsteinbaus wieder auf Vordermann. Und inzwischen steht auch fest, was dort  im Erdgeschoss des Hauses künftig Einheimische und Gäste anlocken soll: Nein, nicht Torten und Kaffee soll  es geben, sondern  auf 105 Quadratmetern Dessous sowie  Nacht- und Sportwäsche des niederländischen Unternehmens Hunkemöller B.V. & Co. KG. Eröffnung ist am Donnerstag, 22. Dezember –  „Gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft“, sagt Junior Marketing Specialist Germany & Austria, Mona Harkötter.

Acht Jahre ist es her, dass die Stammkunden  des Storm-Cafés, das Betreiberin  Wiebke Kebbel 2001 von ihren Eltern  Hilde und Christian Jensen übernommen hatte, eine letzte Offensive zu dessen Rettung  unternahmen. In sprichwörtlicher Windeseile sammelten sie 400 Unterschriften  und forderten: „Das Storm-Café muss erhalten bleiben.“ Aber dieser finale Hilferuf  entfaltete ebenso wenig Wirkung wie die Bemühungen des damaligen Insolvenzverwalters Berthold Brinkmann, einen neuen  Betreiber für das Etablissement mit Aussicht auf die Tine zu finden. Und so wurde im Oktober 2008 der Schlusspunkt unter eine 110-jährige Husumer Kaffeehaus-Kultur gesetzt. Die ersten Tortenstücke wurden an dieser Adresse tatsächlich schon Ende des vorvorigen Jahrhunderts ausgegeben. Doch um es vorwegzunehmen: Das Café wird nicht wieder eröffnet.

Genauso wie der frühere Hertie-Komplex  gehörte die Immobilie des Storm-Cafés dem britischen Finanzinvestor Dawnay Day. Und der forderte laut Kebbel seinerzeit eine  so exorbitant hohe Miete, dass  alle Bemühungen, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, von Beginn an so aussichtslos erschienen, wie sie es am  Ende  waren.

Doch nun kommt wieder Leben in  das Haus. Hunkemöller expandiert – auch und gerade im Norden der Republik. Neben Husum werden in Itzehoe und Pinneberg weitere Filialen eröffnet. Eine in Flensburg gibt es bereits. „Deutschlandweit  haben wir etwa 310 Filialen“, berichtet Harkötter.

Das Unternehmen, dessen deutscher Hauptsitz  in Gelsenkirchen ist, arbeitet   nach eigenem Bekunden modern und zweigleisig.  Die Filialen seien mit dem Internet-Shop bestens verknüpft, so Harkötter.  Man könne im Internet bestellen und die Ware dann in einer Filiale vor Ort kostenfrei abholen.   „Order in store“ nennt sich das. Und mittels „Click and collect“ können die Kunden online-Reservierungen vornehmen, erhalten per E-Mail eine Rückmeldung, ob die Ware   in einem Shop in ihrer Nähe vorrätig ist. Dort können sie diese dann anprobieren und gegebenenfalls kaufen. Für Husum haben sich die Unternehmens-Verantwortlichen auch deshalb entschieden, „weil die Stadt Tourismus- und Messestandort ist“.

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