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Bredstedter Geschichtsverein : Des Kaisers Geburtstagsmenü

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zu Lebzeiten von Kaiser Wilhelm II. wurde im ehemaligen Bahnhofshotel im Januar besonders gut gespeist. Der Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege konnte nun alte Menükarten im Internet ersteigern.

Schon immer wussten die Menschen zu besonderen Anlässen gut zu speisen. Nun haben es die Ehrenamtler vom gemeinnützigen Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege schwarz auf weiß: Sie konnten bei einer Online-Auktion Original-Menükarten aus dem ehemaligen Bahnhofshotel ersteigern, das einst als eine der renommiertesten Adressen der Stadt galt.

Das Besondere: Sie wurden extra und mit viel Liebe zum Detail zu den Jahrestagen des Geburtstages seiner Majestät, Kaiser Wilhelm II., am 27. Januar der Jahre 1904, 1905, 1909, 1910 und 1911, ausgegeben. Schließlich musste an so einem Tag ein Festessen her.

So finden sich beispielsweise auf einer der Karten Menüvorschläge wie Fricasee vom Kücken, Seezunge mit Champignonsauce, Gespickte Kalbsnuss mit jungen Erbsen und Spargel oder Hummer mit Majonaise sowie Rehrücken garniert.

„Das war ein echter Glücksfall. Beim Stöbern im Internet bin ich eher zufällig darauf gestoßen. Nun werden wir sie in unser umfangreiches Archiv aufnehmen“, sagt Heinz-Martin Magnussen, der sich seit Jahren für den Verein engagiert. Über Ebay konnten die Raritäten zum Schnäppchenpreis erstanden werden. Sozusagen als Zugabe habe Magnussen noch eine Abbildung des Kaisers vom Bieter erhalten.

„Das Bahnhofshotel war ein Vorzeige-Hotel am Ort mit einem großen Tanzsaal. Ich habe da noch eine Familienfeier organisiert. Später wurde es zum Kino umgebaut und Anfang der 2000er Jahre abgerissen“, erinnert sich der zweite Vorsitzende, Frank-Uwe Brüns. Das Domizil sei zuletzt ziemlich verfallen gewesen. Heute befindet sich an Ort und Stelle eine Wohnanlage. Einige Fotos und Postkarten aus noch älteren Zeiten befinden sich ebenfalls im Archiv des Vereins: Bis zum Jahre 1888 stand an der Stelle noch ein Bauernhof. Den ließ man nach den Plänen des Bautechnikers Bernhard Hansen zu besagtem Hotel umbauen. Das Vorderhaus wurde vollständig neu errichtet, während der große Viehstall zu einem Festsaal ausgebaut wurde. Das gastliche Haus wurde mit allem Komfort der damaligen Zeit ausgestattet und es galt zeitweise als eines der größten Gasthäuser der Westküste.

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