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Dauerthema Deichsanierung : Der weite Weg zum neuen Dockkoog-Deich

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Termin für die Deich-Sanierung am Husumer Dockkoog rückt noch weiter nach hinten. Derweil spricht sich Umweltminister Habeck für die Hallig-Variante aus.

Vor gut zwei Wochen reagierten zumindest Teile der Husumer Öffentlichkeit einigermaßen fassungslos auf die Neuigkeit, dass die Verstärkung des Dockkoog-Deiches nun frühestens 2024 über die Bühne gehen soll. Jetzt liegt unserer Zeitung ein Schreiben aus dem zuständigen Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) vor, nach dem es wahrscheinlich scheint, dass die Husumer noch länger auf die Deichverstärkung warten müssen. Umweltminister Robert Habeck spricht sich derweil dafür aus, die von der Politik längst abgelehnte Hallig-Variante doch noch einmal aufleben zu lassen.

Aber zurück zum LKN-Brief, datiert auf vergangenen Dienstag. Er befasst sich mit der Zukunft des Nordseehotels und ist an dessen Besitzer gerichtet. Eine Mitarbeiterin des LKN erklärt darin, dass vor der Deichverstärkung ein Planfeststellungsverfahren über die Bühne gehen muss. Es würde jedoch noch dauern, bis dieses überhaupt gestartet wird: „Nach derzeitigem Sachstand ist hier mit Beginn eines derartigen Verwaltungsverfahrens nicht vor 2024 zu rechnen“, heißt es in dem Schreiben.

„Total inakzeptabel!“, findet Horst Bauer, SPD-Fraktionsvorsitzender. „Das steht im Widerspruch zu dem, was uns von Seiten des LKN mitgeteilt worden ist.“ Gemeinsam mit den anderen Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeister Uwe Schmitz hatte sich Bauer vor einigen Wochen mit LKN-Chef Johannes Oelerich getroffen (wir berichteten). „Bei diesem Treffen hat Johannes Oelerich gesagt, dass die Arbeiten am Deich zwischen 2024 und 2026 stattfinden sollen. Deshalb ging ich davon aus, dass die Planungen natürlich vor 2024 abgeschlossen sind.“ Schließlich müsse man damit rechnen, dass so ein Planungfeststellungsverfahren bis zu zwei Jahre Zeit braucht – „und wenn der Planungsbeschluss beklagt wird, dauert es noch länger.“ Hieße: Demnach wird es mit der Deichverstärkung frühestens ab 2026 etwas.

Bauer möchte nun Antworten von Seiten des LKN. „Die sollten wir uns als Politik schriftlich geben lassen. Und vielleicht müssen wir auch mal in Kiel vorstellig werden.“

Christian Czock, Fraktionsvorsitzender der CDU, kann sich gar nicht vorstellen, dass das, was in dem LKN-Brief steht, stimmt: „Da muss ein Fehler in dem Schreiben sein. Die Planungen für den Deich sollen schließlich Ende kommenden Jahres starten, hat Herr Oelerich uns gesagt. Und wieso soll er etwas sagen, was nicht stimmt?“

Bürgermeister Uwe Schmitz kennt bisher auch nur die Planung, dass 2024 die Bagger rollen, und glaubt nach eigener Aussage derzeit „nichts, was ich nicht aus einem persönlichen Gespräch mit Herrn Oelerich weiß“. Er habe die Erfahrung gemacht, dass der LKN auch offen dafür sei, seine Pläne anzupassen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung verwies Oelerich an das Umweltministerium in Kiel. Von dort erklärt eine Sprecherin, dass die genaue Zeitplanung für die Deichverstärkung noch offen sei. „In der Tat hat der LKN zunächst einen früheren Beginn des Planfeststellungsverfahrens angedacht. Allerdings hat die Erfahrung bei solchen Prozessen gezeigt, dass es sinnvoll sein kann, einen Zeitpuffer einzubauen. Wir gehen daher eher davon aus, dass eine Planfeststellung erst 2024 erfolgen kann.“ Mit einem Abschluss der Planungen, also einem Planfeststellungsbeschluss, sei frühestens Ende 2024 zu rechnen, so die Sprecherin weiter.

Anschließend geht man im Kieler Ministerium auf die touristischen Möglichkeiten ein, die der Dockkoog bietet: Es wäre sinnvoll, „die Ideen für die touristische Entwicklung mit den Planungen zur Deichverstärkung zu verbinden.“ Minister Habeck habe nach wie vor große Sympathien für die Idee, eine Husumer Hallig zu entwickeln. „Dies könnte ein innovativer Schritt sein, um Küstenschutz, Tourismus und Nachhaltigkeit zu verbinden“, so Habeck, „das macht den besonderen Reiz aus und wäre aus Sicht des Küstenschutzes möglich. Der Ball dafür liegt aber in der Kommune, die sich politisch bislang dagegen entschieden hat“ Bei der Eröffnung der Husumer Hafentage am Mittwochabend will der Minister das Thema noch einmal ansprechen.

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erstellt am 29.Jul.2017 | 08:00 Uhr

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