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Interview mit der Weihnachtsmann-Sippe : „Der Weihnachtsmann schimpft nicht“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Opa und Enkel als Weihnachtsmann – im Interview erzählen sie, warum der Job auch schlaucht und wie ein guter Auftritt auszusehen hat.

von
erstellt am 24.Dez.2016 | 08:45 Uhr

Heute ist sein Tag: Da besucht der Weihnachtsmann (alias Daniel Sahler) Familien in Husum und Umgebung. Was der 26-Jährige an dem Job so liebt und wie er ihn von seinem Großvater (Jens Ingwer Johannsen) geerbt hat, erzählt der Friedrichstädter im Interview. Auch der Weihnachtsmann-Opa meldet sich zu Wort.

Ich wusste gar nicht, dass das Weihnachtsmann-Gen vererbbar ist.

Weihnachtsmann: Tatsächlich, ja. In unserem Fall allerdings hat es eine Generation übersprungen. Mein Großvater war 25 Jahre lang Weihnachtsmann, ich bin es jetzt seit zwei Jahren.

Weihnachtsmann-Opa, klinkt sich ins Gespräch ein: Irgendwann hat man das Alter erreicht, da langt das. Zumal dem Jungen der Mantel einfach so gut passt .  .  .   Ursprünglich habe ich ja als Weihnachtsmann in den Vereinen hier angefangen, die Privatvorstellungen kamen dann noch dazu. Da hatte ich so acht bis zehn Termine am 24. Dezember – damit war der Heiligabend weg. Zumal ich Briefträger war, da hatte ich immer schon einen strammen Arbeitstag hinter mir.

Warum haben Sie sich entschieden, das Erbe anzutreten?

Weihnachtsmann: Da ich mit dem Weihnachtsmann in der Familie groß geworden bin, habe ich immer mitbekommen, wie viel Freude man damit vermitteln kann.

Welche Tipps hat Ihnen Ihr Großvater denn mit auf den Weg gegeben?

Weihnachtsmann-Opa antwortet: Ich habe Dich darauf hingewiesen, Dir vorher von den Eltern den Namen der Kinder sagen zu lassen, so dass Du sagen kannst: Susanne, komm mal her zu mir. Wovor ich mich immer verwahrt habe – und ich hoffe, Du machst das genauso: Der Weihnachtsmann ist kein Polizist, schimpfen wollte ich nie.

Klingt so, als könnte Ihr Großvater sich noch nicht ganz lösen vom Weihnachtsmann-Dasein.

Weihnachtsmann: Nee, das kann er nicht. Wenn einer der Bürgermeister anfragt, dann zieht er auch noch mal los .  .  .

Halten Sie das Prozedere ähnlich wie Ihr Großvater?

Weihnachtsmann: Schimpfen kommt für mich auch nicht in Frage. Ich führe mit den Familien vorher immer ein Telefonat, in dem ich ein paar Fragen stelle: Nach den Vorlieben der Kinder, oder wie sie auf mich reagieren könnten.

Wann feiern Sie selbst Weihnachten?

Weihnachtsmann: Ich habe Weihnachten acht Termine und ab 18.30 Uhr am Heiligabend frei. Ich habe selbst eine zweijährige Tochter, die möchte ich noch sehen, bevor sie ins Bett muss.

Hat sie ihren Papa auch schon im Weihnachtsmannkostüm gesehen?

Weihnachtsmann: Hat sie, leider. Auch auf Fotos und mich tatsächlich erkannt. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Weihnachtsmann-Opa: Dabei hat er ein gutes Kostüm. Das ist auch wichtig. Ein Weihnachtsmann in Turnschuhen – eine Katastrophe!

Weihnachtsmann: Das stimmt. Ich bin einmal zu einer Familie gekommen, da war im Vorjahr ein Weihnachtsmann in schlechter Kostümierung. Das hat dem kleinen Mädchen den Glauben genommen, sie hat zu ihrer Mutter gesagt: Das war aber nicht der echte. Nach meinem Besuch hat sie dann wieder an den Weihnachtsmann geglaubt. Solche Geschichten gehen mir sehr ans Herz.

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