Seniorenheim am Treeneufer : Der Vertrag ist unterzeichnet

Das geplante Altenheim im Großen Garten. Die Fassade ist  verputzt, um nicht zu wuchtig zu wirken.
Das geplante Altenheim im Großen Garten. Die Fassade ist verputzt, um nicht zu wuchtig zu wirken.

Im Großen Garten in Friedrichstadt wird ein Seniorenheim errichtet. Baubeginn ist vermutlich noch in diesem Jahr. Die Verträge mit den Investoren aus Dithmarschen sind unterschrieben, jetzt müssen nur noch einige Detailfragen geklärt werden.

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05. Juli 2014, 19:00 Uhr

Die Friedrichstädter Kommunalvertreter sind froh, machen drei Kreuze, denn das Thema Großer Garten ist nach Jahren endlich abgehakt. Das einstige Vorzeige-Ausflugslokal am Stapelholmer Platz, in unmittelbarer Nähe zum Badestrand, Segel- und Tennisclub wurde jetzt verkauft, beziehungsweise das Gelände, auf dem es einst stand. Am Dienstag unterzeichnete Bürgermeister Eggert Vogt den Kaufvertrag mit den zwei Dithmarscher Investoren Friedhelm B. Kretschmann und Harald Schmidt, wie er in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege mitteilte. Beide wollen dort an der Treene ein Altenheim mit 79 Plätzen, 17 altengerechte und 17 Ferienwohnungen errichten.

Auch wenn das Sahnegrundstück nun verkauft ist, noch kann nicht mit dem Bau begonnen werden, denn die letzten Details müssen noch zwischen Investoren und Stadt verhandelt werden, wie etwa die Anlage und spätere Pflege von Straßen und Wegen. „Doch ich denke nicht, dass es da noch unlösbare Probleme geben wird“, unterstreicht Vogt.

Im Frühjahr stellten die Dithmarscher ihre Pläne öffentlich in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge vor. Sie kamen gut an, auch bei den direkten Nachbarn, die noch gegen die vormaligen Hotelbaupläne Sturm gelaufen waren. Überzeugt wurde die Stadt durch das Argument Arbeitsplätze. Kretschmann unterstrich nämlich, dass etwa 40 bis 50 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen werden. Hinzu kämen noch eine ganze Reihe von Teilzeit- und 400-Euro-Jobs. Knapp eineinhalb Monate später meldeten sich weitere Interessenten, die ein Alternativkonzept vorstellten. In vier kurzen Häuserreihen in lockerer Bebauung sollten 30 Wohnungen in 20 Häusern errichtet werden, die zu ortsüblichen Mieten vermietet werden sollten. Dazu kommt ein Gemeinschaftshaus als Treffpunkt. Auch ein Mehrgenerationenwohnen ist möglich und die Nutzung als Stadthaus für junge Familien ist ebenfalls denkbar, so dass der Charakter einer isolierten „Altensiedlung“ aufgebrochen werden kann.

Doch die Entscheidung war bereits für das Dithmarscher Modell gefallen, zumal Investor Kretschmann bereits in Lunden ein Altenheim gebaut und betrieben hat. Kernstück seines Projektes ist das Seniorenzentrum mit 79 Plätzen in Einzelappartements. Hinzu kommen Gemeinschaftsräume, Aufzug, Wintergarten über zwei Ebenen, Rezeption, zentrales Café/Restaurant, große Außenterrassen, Gartenanlage, Friseur, Fußpflege, eigene Produktionsküche und Wäscherei.

Nach der Vertragsunterzeichnung muss nun ein so genannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten dafür übernehmen die Investoren. Die Bearbeitung der Pläne durch die verschiedenen Behörden dürfte knapp ein halbes Jahr dauern. Dennoch rechnet der Friedrichstädter Bürgermeister damit, dass bereits Ende dieses Jahres mit den Gründungsarbeiten begonnen werden kann. Ende des nächsten Jahres, so seine Prognose, dürfte das Projekt nahezu verwirklicht sein.

Der Große Garten war als Ausflugslokal weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Doch 2003 kündigte der Pächter. Trotz intensiver Bemühungen des Eigentümers, der Stadt, gelang es nicht, das Lokal wieder zu vermieten, zuletzt scheiterte es am von einer Brauerei gestellten Inventar. Das Gebäude verfiel zusehends und schließlich wurde es nach mehreren gescheiterten Verkaufs-Versuchen im vergangenen Jahr abgerissen. Zuvor hatten sich immer wieder Interessenten gemeldet, die dort unter anderem entweder ein Motel oder ein Familienhotel errichten wollten. Doch zweimal zogen die Investoren vor der Vertragsunterschrift ihre Pläne wieder zurück.

Da auf dem Außengelände die Ringreiter seit Jahrzehnten ihr Fest begehen, musste eine neue Reitbahn gesucht werden. „Wir sind fündig geworden“, sagt Vogt, „sie können auf dem Volleyballfeld im Großen Garten reiten.“ Ob das Bestand haben wird, ist nicht sicher. Vogt: „Wir sind offen, wenn dort ein Interessent beispielsweise altengerechte Wohnungen errichten will.“

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