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Hospitzverein und Bürgerschule : Der Tod als Thema in der Grundschule

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Viertklässler der Husumer Bürgerschule haben sich mithilfe des Ambulanten Hospiz-Dienstes kindgerecht mit dem Sterben beschäftigt.

Björn-Uwe empfand es besonders schön, dass sie sich in der Zeit nicht gestritten haben. Marcel weiß, dass es keinen besseren Trost gibt als von seiner Mama in den Arm genommen zu werden und Julin berichtet vorsichtig von ihrem Wellensittich, der von einem Blumentopf erschlagen wurde. Nun hat er bei ihrer Oma im Garten seine letzte Ruhe gefunden und wird regelmäßig von Julin besucht: Am Ende des Lebens steht für jedes Wesen der Tod – mit diesem nicht ganz so einfachen Thema beschäftigt sich ein spezielles Projekt des Ambulanten Hospiz-Dienst Husum und Umland. Seit sechs Jahren beteiligen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter an der Projektwoche in den vierten Klassen der Grundschulen und bringen den Kindern dort den Umgang mit Krankheit, Tod, Trauer und Trösten kindgerecht näher.

Die Ausgestaltung des Themas erfolgt neben der geschlossenen Gruppenarbeit auch in Kleingruppen von maximal fünf Kindern. Dort entsteht ein intensives Vertrauensverhältnis und das ein oder andere Kind öffnet sich und weiß schon von eigenen Trauererfahrungen zu berichten. Filmmaterial, Bastelarbeiten und pantomimische Darstellungen bildeten das Grundgerüst für das Projekt, dessen Endergebnis am letzten Projekttag interessierten Eltern vorgestellt wurde.

Die erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereines, Renate Kay, und ihre Mitarbeiter Karin Hagedorn, Birgit Voß, Gisela Magnussen, Kristin Werner und Sönke Pilz haben eine emotional bewegte Woche mit den Kindern verbracht. „Es war für uns eine Premiere in Husum, da wir zuvor lediglich in den dörflich strukturierten Gebieten und an wesentlich kleineren Schulen gearbeitet haben. So waren wir natürlich sehr auf die Resonanz der Kinder, Eltern und Lehrer gespannt“, erklärt Karina Hagedorn. Die anfängliche Skepsis vereinzelter Eltern, ob der Schwere dieses Themas und der Sorge, ob die Kinder eine eventuelle emotionale Belastung kompensieren könnten, hat sich bereit in den Anfängen des Projektes aufgelöst. „Die Eltern haben uns rückgemeldet, dass es einigen Kindern sogar in eigenen Verarbeitungsprozessen geholfen hätte. Das hat uns sehr berührt und in unserem Tun bestätigt.“ Ein schöneres Feedback kann es kaum geben, neben der aktiven Beteiligung der Schüler. Diese folgten mit viel Neugierde, eigenen Erfahrungen und Mitgefühl dem etwas anderen Unterricht.

„Das Thema hat etwas mit meinen Schülern gemacht.“ Die Klassenlehrerin Jutta Hogrefe wurde sogar von anderen Lehrern auf eine offensichtliche Veränderung der Kinder aus der Klasse 4c angesprochen. „Das soziale Gefüge hat sich gestärkt und die Kinder haben sich gegenseitig durch das Thema getragen.“ Vorhandene Sprachbarrieren zwischen den Schüler wurden spielerisch überbrückt, da viel expressionistisch gearbeitet wurde.










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