Schlussverkauf in Husum : Der Sommer ist die beste Werbung

Diese Familie aus Berlin hat sich in der Innenstadt eine Abkühlung mit Shopping-Einlage gegönnt.
Diese Familie aus Berlin hat sich in der Innenstadt eine Abkühlung mit Shopping-Einlage gegönnt.

Trotz oder vielleicht gerade wegen des extrem warmen Wetters geht sich der Sommerschlussverkauf in diesem Jahr besonders gut an.

shz.de von
01. August 2018, 08:00 Uhr

Der Sommerschlussverkauf (SSV) in Husum lässt sich nicht mit einem Wort beschreiben, sondern hat von Laden zu Laden ganz ganz unterschiedliche Erscheinungsbilder. In einigen Geschäften rüttelt er offenbar kräftig an den Verkaufszahlen, in anderen brummt es in diesem Sommer ohnehin durchgehend. Dem Personal bleibt oft nicht mal genügend Zeit für die Pausen – geschweige denn für ein kurzes Interview. Anderenorts werden Schnäppchen zwar gerne mitgenommen, allerdings eher als zufällige Entdeckung, nicht aufgrund einer konkreten Suche. Einigkeit herrscht lediglich darin, dass der große Auftritt für die Herbst- und Wintermode wegen der Hitze wohl noch ein wenig auf sich warten lassen wird. Hier die Bilanz einer spontanen Umfrage der Redaktion unter Husumer Geschäftsleuten: Im Schuhhaus Mader dekoriert Dirk Börsig gerade ein Schaufenster um, denn wenigstens eine seiner Auslagen soll schon einmal Appetit auf die Herbst- und Winterschuhmode machen, findet er. „Im vergangenen Jahr waren um diese Zeit die geschlossenen Schuhe schon stark nachgefragt. Entsprechend gut haben wir uns damit bevorratet“, verrät der Filialleiter. Beim Ordern der Ware hätte er aber schon gerne eine Glaskugel auf dem Tisch gehabt, denn aktuell fragt kaum niemand nach diesen Neuheiten. „Sandalen, Sandalen, Sandalen – und Pantoletten“, fasst Börsig die derzeitigen Wünsche seiner Kunden zusammen. „Das genießen wir aber auch, so macht die Arbeit Spaß“, betont er und sagt, dass man bei ihm diesbezüglich auch noch fündig wird: „Das luftigere Schuhwerk ist zwar schon recht ausdünnt, aber wir haben durchaus noch etwas da“, rät er allen Schuhliebhabern, die sich etwas Neues gönnen möchten.

„In unserer Mode-Boutique am Hafen kann es schon mal vorkommen, dass jemand länger mit einem Stück liebäugelt, aber er erst zugreift, wenn der Preis einen Tick runtergeht“, sagt Kristina Schröder, die nicht nur das „Hafen Loft“ an der Schiffbrücke, sondern auch das „Loulou“ in der Krämerstraße betreibt. Dort ist die Situation eine ganz andere: Während am Hafen vor allem hochpreisige Orderware im Angebot ist, kauft sie für das „Loulou“-Sortiment auch jetzt noch in Italien neue Sommerware nach. Grund: „Ich möchte meinen Kunden immer wieder frische Neuheiten anbieten können, neue Farben und neue Modelle“, sagt sie.

Als den Renner des Sommers beschreibt Kristina Schröder Leinensommerkleider und leichte Blusen. Und da gehe es der Kundschaft in der Regel auch nicht darum, möglichst günstig einzukaufen: „Sie suchen nach luftiger Kleidung und wollen trotzdem gut angezogen sein“, sagt sie. Und: „Wir machen den ,Sale‘ zwar mit und bieten auch ein paar Teile mit entsprechenden Rabatten an, aber grundsätzlich ist der SVV für unsere Zielgruppe nicht relevant.“

Das ist im Modehaus C J Schmidt natürlich anders, zumal der Jahrhundertsommer trage seinen Teil dazu beitrage, „dass die Leute nicht nur in der Sonne braten, sondern auch gern mal durch unser gut gekühltes Haus schlendern“, sagt dessen Inhaber Peter Cohrs. Und damit sich das auch lohnt, gibt es bei „C J“ in diesem Jahr „tolle Schnäppchen und so große Preisabschläge wie noch nie“. Überhaupt – und hier spricht der Vorsitzende der Werbegemeinschaft – „ist dieser Sommer die beste langfristige Werbung für die Region, die wir uns wünschen können.“

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