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Neues Naturschutzprojekt : Der Otter wird wieder heimisch

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Lange war er auf Eiderstedt verschwunden, der Fischotter. Jetzt soll ihm die Wiederansiedelung erleichtert werden. Langfristig soll das als Leitart bezeichnete Tier entlang der ganzen Westküste heimisch werden.

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erstellt am 23.Aug.2014 | 13:00 Uhr

Der Fischotter wird wieder heimisch in Eiderstedt. Einer der sich maßgeblich dafür einsetzt, ist Volquart Hamkens aus Witzwort. 2007 hatte er mehrere Vertreter der Marderart am Rosenburger Deep das erste Mal gesichtet. Der Fischotter fühlt sich wohl an diesem vergleichsweise großen Gewässer in der Marsch. Zudem gibt es in der Nachbarschaft viele Gräben und Sielzüge, die sich durch die Südermarsch bis Ramstedt und Schwabstedt ziehen. Damit hat er auch die Möglichkeit, bis in die Treene-Niederung zu gelangen.

„Das Ziel ist, ihn an der ganzen Westküste wieder anzusiedeln“, sagt Hamkens. Aus Dithmarschen kommen dazu erste Signale. Kürzlich hatte er Besuch von Walter Denker, Vorsitzender des Bündnis Naturschutz Dithmarschen, und Inken Mauschherning, Geschäftsführerin des Bündnisses, sowie Matthias Reimers vom Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen.

Dithmarschen ist geeignet, weiß Denker. „Bis in die 1980er Jahre war der Fischotter bei uns zuhause.“ Die Eider-Niederung sei ein Hauptgebiet in Schleswig-Holstein gewesen. Doch durch Veränderungen in der Landwirtschaft, als mehr und mehr Grünland dem Ackerland weichen musste, und mehr Flächen entwässert wurden, gab es für ihn keinen Lebensraum mehr. „Aber nun wollen wir uns darauf vorbereiten, wenn er zurückkehrt.“ Mögliche Gebiete für seine Ansiedelung sind die Miele-Niederung mit ihren Mooren, der Kudensee bei Brunsbüttel, die Eider mit dem Dellstedter und dem Delver Moor sowie der Lundener Niederung.

Der Fischotter braucht Hilfe vom Menschen. Dieser hat ihm nämlich mit den Straßen lebensgefährliche Hindernisse in seine möglichen Wanderrouten gestellt. Da der Fischotter nur zum Jagen schwimmt, läuft er auf seine Wanderungen lieber über eine Straße, als dass er unter ihr durchschwimmt. In Dithmarschen hat das Bündnis Naturschutz diese Störstellen bereits kartieren lassen.

Auf Eiderstedt ist man bereits ein Stückchen weiter. Dort hat Hamkens gemeinsam mit dem Eiderstedter Naturschutzverein, dem Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt und dem Kreis Nordfriesland Querungshilfen angelegt. Unter der B 5 in Höhe der Südermarsch führt jetzt eine Berme entlang des Sielzugs, so dass der Fischotter trockenen Fußes dem Gewässerlauf folgen kann. Eine weitere Unterquerung der Bundesstraße befindet sich in Höhe der Tankstelle Ingwershörn.

„Es ist ein Glücksfall, dass wir Volquart Hamkens in der Nachbarschaft haben“, sagt Denker. Beide betonen, wie wichtig die Wiederansiedelung des Fischotters ist. Er sei eine Leitart. Denn werde für ihn eine intakte Natur geschaffen, profitierten viele andere Vogel- und auch Fischarten davon. In diesem Zusammenhang appelliert Hamkens an alle Fischer: „Reusen können für den Fischotter zur Todesfalle werden. Werden sie jedoch mit einem Kreuz ausgestattet, kann er da nicht rein.“

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