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Frisuren-Mode in Husum : „Der Nordfriese trägt sein Haar nicht bunt“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Frisuren-Trends gibt es viele – doch ob der Kunde sie auf seinem Kopf sehen will, ist eine andere Frage.

Die Frisuren-Trends 2018 sagen für das nächste Frühjahr und den Sommer eine Rückkehr zur Natürlichkeit voraus, was Haarschnitt und Haarfarbe anbelangt. Bei den Damen geht der „Bob“ künftig bei jeder Länge und soll in diversen Variationen sein Comeback feiern – mit oder ohne Pony, glatt oder wellig und in jedem Fall einfach zu stylen. Glaubt man den Profis, so soll der „Vokuhila“-Schnitt der 1980er Jahre (vorne kurz, hinten lang) wieder groß in Mode kommen. Eine etwas andere Richtung schlägt der French-Look ein, bei dem das Haar stufig getragen und mit viel Struktur gestylt wird, wobei es auch hier nach unten hin feiner werden darf. Bei den Männern sollen – neben dem schon etablierten Seitenscheitel zum Dreitagebart – zusätzlich freche Stirnfransen in Mode kommen.

Die spannendste aller Fragen aber ist: Welcher dieser Trends kommt auch bei den Nordfriesen an? Sind die neuen Schnitte und Farben kompatibel mit Wind und Wetter? Wir haben uns bei den Fachleuten umgehört.

Für den Salon „Haardock 2.0“ am Husumer Hafen sowie für „Von Kopf bis Fuß“ in der Schobüller Straße sieht Petra Willert-Hauschild kaum Chancen, dass sich hierzulande sehr außergewöhnliche Frisuren-Trends durchsetzen lassen. „Der Nordfriese trägt sein Haar in der Regel nicht so bunt“, sagt sie auf die Frage, wie farbig es auf dem Kopf denn werden darf. Ihre Kunden schätzen den „unaufgeregten“ Wella-Trend mit seinen harmonischen Ton-in-Ton-Farben. Ihrer Erfahrung nach färben die wenigen „bunten Vögel“, die man hier und da sieht, ihr Haar häufig selbst und meist auch nur für kurze Zeit in ganz auffälligen Farben. Pfiffige asymmetrische Schnitte hingegen und auch der sportliche Undercut, bei dem nur die untere Kopfhälfte rasiert oder gekürzt wird, haben auch in Nordfriesland sehr viele Fans.

Dass es der für 2018 angekündigte Herren-Pony im Stil der Beatles bis in den hohen Norden schaffen wird, kann sich Nane Jugert von der „Spitzenwerkstatt“ in Bredstedt auch nicht vorstellen: „Unsere Herren bevorzugen noch immer die Frisuren der Eis-am-Stiel-Zeit: Scheitel, Facon und freche Tolle“, erzählt sie und rechnet dem „Vokuhila“-Stil bei den Damen ebenso wenig Chancen aus. Für die neuen Farben hingegen kann sie ihre Kunden garantiert begeistern, denn die sind diesbezüglich „obergut drauf“, wie sie sagt. „Ich liebe pastell-violette Ansätze und Silberpastell in den Längen und bin so froh, dass wir momentan solche tollen Farben hier bei uns im grauen Norden haben“, hofft die junge Friseurmeisterin darauf, dass diese Begeisterung noch lange anhalten wird. Ihr Team ist auf jeden Fall bestens vorbereitet auf die neuen Frisuren-Trends: „Im Juli waren wir zur Fortbildung in der Academy in Berlin und da ich immer wieder Lust auf etwas Neues haben, sind wir in Punkto Trendfrisuren immer auf dem neuesten Stand.“

Auch im Salon „Berens, die Friseure“ in Friedrichstadt zeigt sich das Team um Lena und Hauke Berens bestens auf alles vorbereitet, was in Punkto Frisurenmode gerade „in“ ist. Wobei dafür längst keine edlen Frisuren-Magazine mehr nötig sind: „Wenn Jungs mit der Idee zu uns kommen, sich das Haar genauso cool schneiden zu lassen, wie es gerade ein berühmter Fußball-Profi trägt, oder junge Frauen ihr Haar wie ein Pop-Sternchen tragen möchten, dann nehmen wir das iPad zu Hilfe und suchen auf Pinterest und Instagram nach Fotos ihrer Idole“, erzählt Hauke Berens, der auch bei der derzeit angesagten Balayage-Färbetechnik gerne auf Youtube-Ideen zurückgreift. Manche Trends greifen seine Kunden sofort auf, andere – wie „Vokuhila“ – haben keine Chance. „Der Bob ist bei uns schon lange ,in‘. Dass er künftig ein bisschen natürlicher und einfacher zu stylen sein wird, kommt bei meinen Kundinnen bestimmt gut an“, meint Lena Berens. Den Trend zu fransigen Ponys findet ihr Mann interessant, allerdings stehen seine Kunden derzeit noch auf einen „gestriegelten“ Look: „Man(n) trägt Scheitel und frisiert das Haar mit Wachs schön glatt und glänzend“, erzählt er. Den langen Vollbart sieht er klar auf dem Rückzug: „Dafür wird uns der Dreitagebart sicher noch eine ganze Weile erhalten bleiben“, so die Prognose von Hauke Berens.



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