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Gefragter Filmkomponist : Der Mann für die filmreife Musik

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer Birger Clausen unterlegt Fernseh- und Kinostreifen mit passenden Klängen – wie die romantische Komödie „Trennung auf Italienisch“, die am Freitag, 16. Mai, zur besten Sendezeit über die Mattscheibe flimmert.

Nachdem die Scheidung seit einem Jahr durch ist, würden sich Eva und Marc am liebsten für immer aus dem Weg gehen. Doch um ihr altes Feriendomizil loszuwerden, müssen sich die beiden in Südtirol noch einmal treffen. Das malerische Bauernhaus ist allerdings mittlerweile arg heruntergekommen. Um die entsetzten Interessenten doch noch zum Kauf zu bewegen, hat das einstige Traumpaar fünf Tage Zeit, den maroden Bau auf Vordermann zu bringen. Da auf die Schnelle kein Handwerker zu finden ist, muss notgedrungen der schlitzohrige Giovanni angeheuert werden. Dessen Team besteht aus seiner Verlobten Isabella, dem jungen Frauenhelden Stefano und dem senilen Luigi – eine chaotische Truppe, die sich vor allem mit Arbeitsvermeidung auskennt.

„Trennung auf Italienisch“ heißt es am Freitag, 16. Mai, zur besten Sendezeit im Ersten (ab 20.15 Uhr). Gedreht wurde der Spielfilm vom einst für „Drachenland“ (1999) ausgezeichneten Regisseur Florian Gärtner. Für den akustischen Hintergrund zeichnet der gebürtige Husumer Birger Clausen verantwortlich. Der 41-jährige Filmkomponist sorgte dafür, dass die ernsthaften und übermütigen Töne, zwischen denen die romantische Komödie balanciert, auch musikalisch ihre Wirkung entfalten. Mediterane Elemente, die immer dann in den Vordergrund rücken, wenn die italienischen Bauhelfer die Szenerie bestimmen, wechseln sich mit zarteren Gitarren- und Klavierläufen ab. Schließlich galt es ebenso, eine einfühlsame Klangkulisse zu schaffen, um die automatisch wieder auflebende Beziehung der Hauptcharaktere (verkörpert von den Schauspielern Julia Brendler und Stephan Luca) zu unterlegen – mit all ihren ernsthaften und sehnsuchtsvollen Zügen.

Denn eines ist doch klar bei einem solchen Drehbuch mit Tendenz zum Schmachtfetzen: Natürlich geben beide Protagonisten vor, sich gut in ihrem Leben ohneeinander eingerichtet zu haben. Und selbstverständlich hilft dabei jeweils ein neuer Lebenspartner – in diesem Fall Sophie und Felix (gespielt von Bettina Zimmermann und Christoph Letkowski). Am Ende steht wie so oft die zwangsläufige Erkenntnis, dass Marc und Eva noch nicht wirklich miteinander abgeschlossen haben . . . Clausen, der 1993 sein Abitur an der Theodor-Storm-Schule gebaut hat, wäre kein gefragter Filmkomponist, wenn er dieses Konglomerat aus Beziehungskisten mit all seinen Facetten nicht mit einem passenden Klangteppich ausstatten könnte.

Aufgewachsen in Rödemis, fing er bereits mit sieben Jahren an, Klavierunterricht zu nehmen. Sein Lehrer an der Kreismusikschule war Peter Froundjian, der Gründer des Husumer Festivals „Raritäten der Klaviermusik“. Von 1995 bis 2000 studierte Clausen an der Hochschule für Musik in Freiburg. Filmmusik zu komponieren lernte er dann zwischen 2004 und 2006 an der National Film and Television School in Beaconsfield bei London. Englands Hauptstadt war auch eine Zeit lang sein Lebensmittelpunkt. Der ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers) Film Scoring Workshop sei ebenfalls wichtig für die Ausbildung gewesen, sagt Clausen: „Zu dem bin ich 2007 eingeladen worden.“

Ein Jahr später debütierte der Husumer als Komponist für einen Langspielfilm mit dem von Nicole Weegmann inszenierten Streifen „Ihr könnt euch niemals sicher sein“, der 2009 den Grimme-Preis einheimste. Seitdem war er unter anderem auch für Weegmanns Produktionen „Schenk mir dein Herz“, „Mobbing“ und „Es ist alles in Ordnung“ tätig. „Mit jemandem öfter zusammenzuarbeiten – das ist der Idealfall“, sagt Clausen, der in seinem Beruf in hohem Maße auf Beziehungen angewiesen ist: Leistungsnachweise und Empfehlungen helfen dabei, neue Aufträge zu generieren.

Um denn auch enger dran an der Szene und entsprechenden Kontakten zu sein, ist er mittlerweile in die Film-Metropole Berlin gezogen. Ein zweiter Grund für den Ortswechsel ist seine Freundin, die sich nun über die Nähe zu ihrer polnischen Heimat freut. „Berlin ist die einzige Stadt, die für uns in Frage kommt“, erklärt Clausen, der zwei bis drei Mal im Jahr bei seiner Mutter in Husum vorbeischaut.

Apropos schauen: Dass Clausen in der ARD verfolgt, wie sich die „Trennung auf Italienisch“ auswächst, muss nicht sein. Der Komponist kam nämlich wie alle anderen am Filmset Beteiligten in den Genuss einer Vorpremiere. Auf Einladung des Regisseurs konnte man zusammen in einem Independent-Kino in Berlin das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit begutachten. Die Antwort auf die Frage, wer in diesem sommerlichen Beziehungsreigen vor der traumhaften Kulisse Südtirols am besten zu wem passt, kannte ohnehin schon vorab jeder. Das Fernsehpublikum erfährt es am 16. Mai.

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erstellt am 16.Mai.2014 | 13:00 Uhr

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