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Husumer Nachrichten

14. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Kommunalwahl : Der Kreistag als Medienzentrale

vom

Gebannte Blicke auf Tabellen und Grafiken: Wie hat sich die Wählergunst in Nordfriesland verteilt?

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 09:25 Uhr

Husum | Ein weiteres spannendes Public Viewing, einen Tag nach dem großen Champions-League-Finale, aber dieses Mal mit einem ganz anderen Publikum: Im Husumer Kreishaus sind die Kreispolitiker zusammengekommen und fiebern dem Ergebnis der Kommunalwahl entgegen. Der Saal sieht anders aus als sonst, eher wie ein modernes Medien- und Informationszentrum. Drei Beamer versorgen an diesem Abend Politiker und interessierte Besucher mit Zahlen direkt aus den Wahlbüros der Gemeinden.

Wie haben die Parteien in Nordfriesland abgeschnitten - und wer wird in Zukunft im Kreistag den Ton angeben? Das sind die Fragen des Abends. Während die ersten Vertreter der Politik eintreffen, schaltet das Team des NDR das erste Mal direkt nach Kiel. Scheinwerfer versorgen den Raum mit hellem Licht. Den ersten Stimmungsbericht der Reporterin sendet ein Übertragungswagen vor der Tür in den Äther.

Eine Gruppe Kommunalpolitiker steht vor der großen Leinwand, auf die die Sitzverteilung projiziert wird. Noch steht vor jeder Partei "0,0 Prozent". Als die allerersten Zahlen der Gemeinden eintreffen, freuen sich die Christdemokraten. Sie beginnen mit starken Ergebnissen - doch ob der Vorsprung durchhält?

Was im Kreissaal in lockerer Stimmung unbemerkt bleibt: Zwei Etagen tiefer arbeiten acht Kreismitarbeiter unter Führung von Wahlleiter Harry Schröder mit Hochdruck daran, dass alle Daten technisch einwandfrei veröffentlicht werden. Die KfZ-Zulassungsstelle wurde für diesen Zweck in ein Wahl-Rechenzentrum umfunktioniert.

Schröder wirft einen Blick auf die Monitore. "Bis jetzt scheint es, als könnten wir die Wahlbeteiligung von 2008 halten", sagt er. Um 17 Uhr lag sie bei 46 Prozent. 2008 traten insgesamt 50,3 Prozent der Nordfriesen an die Wahlurne.

Während Politiker und Bürger gebannt die ersten Zwischenergebnisse auf den Leinwänden verfolgen, sind 1600 Helfer im ganzen Kreisgebiet aktiv, um die Wahl reibungslos über die Bühne zu bringen. Im Kreishaus sind um 18.40 Uhr bereits die ersten 60 Wahlbezirke ausgezählt. Der anfangs hohe Geräuschpegel sinkt. Noch ist alles offen, denn insgesamt kommen die Daten aus 194 Bezirken.

Im Minutentakt treffen neue Zahlen ein. Und je später der Abend wird, desto mehr wird analysiert. Einige Politiker fotografieren die Ergebnisse mit ihren Handys, informieren Ihre Anhänger per SMS, über Twitter und Facebook.

Besonders beliebt ist die Anzeige, auf der die Ergebnisse der Wahlbezirke einzeln angezeigt werden - Seismografen für die persönliche Beliebtheit der einzelnen Kommunalpolitiker. Hier und da ist ein erfreutes "Ja!" zu hören oder "Das ist ’ne sichere Bank." Aber auch ungläubige Blicke auf das ein oder andere Ergebnis gibt es.

Um 20.30 Uhr sind auch die letzten Wahlbezirke ausgezählt. Als Wahlleiter Harry Schröder das Rednerpult betritt, um das vorläufige Endergebnis zu verkünden, gibt es den größten Applaus nicht für diese oder jene Partei, sondern für die Wähler: "Mit 51,2 Prozent liegen wir in der Wahlbeteiligung über dem Landesdurchschnitt."

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