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Delfintherapie : Der kleine Lennes kann wieder lachen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Delfintherapie in Curacao hat dem zweijährigen Lennes aus Haselund viel Lebensfreude zurückgegeben. Die Muskulatur des Kindes ist gestärkt, was auch die Therapeuten nach der Rückkehr bestätigen.

Sehr viele Menschen im Amt Viöl haben Geld für den zweijährigen Lennes, der an Spinaler Muskelatrophie erkrankt ist, gespendet. Seine einzige Hoffnung war eine kostspielige Behandlung auf Curaçao – mehr als 8000 Kilometer von seinem Heimatort Haselund entfernt. Eigentlich sollte die Reise erst im September erfolgen, doch die Familie hatte Glück und konnte sehr viel früher als geplant in die Karibik aufbrechen.

Ines und Kenny-Kevin Hinrichsen stiegen mit ihren Kinder Lennes und Gotje (6) in Hamburg in den Flieger. Erschöpft von der langen Reise erreichten sie einen Tag später ihr Ziel in der Karibik – und dann gab es zuerst einmal Anlass zur Sorge, weil es Lennes nicht gut ging: „Am dritten Tag mussten wir mit ihm wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus“, sagt seine Mutter. Doch alles ging gut: Nur drei Tage später durfte der Junge die Klinik wieder verlassen und da er nur noch wenig Husten hatte, konnte die Therapie wie geplant beginnen.

Zuerst wurde Lennes von seinen Trainern mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie auf den Aufenthalt im Wasser vorbereitet, dann in einen Neoprenanzug gesteckt und schließlich zu „seinem“ Delfin gebracht: „Kanoa“ hieß das gutmütige Tier. Was dann im Wasser geschah, war für Lennes vor allem mit viel Spaß verbunden. Er durfte seine Physiotherapeutin Bibi ins Becken schubsen und dann selbst mit ins Wasser, wo „Kanoa“ spielerisch mit ihm Kontakt aufnahm: Der Delfin sprang mit Lennes Hilfe durch einen Reifen und schob den Jungen dann auf einem Surfbrett durchs Wasser. Dabei ging das Tier immer wieder auf Tuchfühlung zu ihm, denn der Hautkontakt an Händen, Füßen und im Gesicht ist wichtig bei so einer Therapie, die letztendlich auf gegenseitigem Vertrauen basiert.

Viele Streicheleinheiten und „Küsschen“ später „tanzte“ Lennes mit Bibi und dem Delfin im Wasser und genoss die gemeinsamen Spiele, die er selbst anhand von Karten aussuchen durfte. „Kanoa“ nahm ihm die jeweils gewählte Karte ab und übergab sie der Trainerin.

So und ähnlich lief jedes zweistündige Training ab, insgesamt dauerte Lennes Delfin-Therapie zehn Tage. In der Zeit hat der Zweijährige nicht nur gelernt, wie er Delfine springen und sogar singen lassen kann. Viel wichtiger ist seinen Eltern, dass sich wie erhofft schon ab dem zweiten Tag kleine Erfolge einstellten, die sich täglich bestätigen und vermehrten. „Lennes hat sehr viel dazu gelernt. Seine Sprache ist viel deutlicher geworden, er hat mehr Kraft in der Stimme. Auch seine Muskelkraft hat zugenommen, seine Arme und Beine sind sehr viel stärker geworden. Er kann den Kopf besser halten, weil sein Nacken durch das Training kräftiger wurde“, zeigten sich die Eltern nach ihrer Rückkehr Ende Februar begeistert vom Ergebnis der Reise. Mit Hilfe kann Lennes sich jetzt auf seine Hände stützen, was vorher nicht möglich war. Sein Rücken ist gerader geworden und er kippt nicht mehr so viel zur Seite.

„Wir sind sehr froh, dass wir diese Reise und all das erleben durften“, zeigt sich auch Lennes Vater dankbar: „Wir möchten uns bei allen Spendern bedanken, dass sie unserem Sohn dieses große Glück ermöglicht haben. Wir sparen schon für die nächste Reise, um auf diesen Erfolgen aufbauen zu können und freuen uns über jede weitere Unterstützung.“

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