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Hafen-Vertiefung : Der Hopperbagger kehrt zurück

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor Weihnachten waren die Ausbaggerungsarbeiten im Husumer Hafen nicht fertig geworden. Deshalb soll in der kommenden Woche mit dem Ausräumen der Fahrrinne weitergemacht werden.

Wenn der Gartenteich zuwächst und sich auf dem Grund immer mehr Sedimente anhäufen, dann gibt’s nur eines: ausbaggern und abräumen. In etwas größeren „Teichen“ wie dem Husumer Hafen ist die Sache aber komplizierter. Vier Wochen lang war eine Spezialfirma damit beschäftigt, Sedimente am Grund des Hafens aufzuwirbeln. Die beförderte sie dann mit dem Ebbstrom ins Wattenmeer hinaus. Solche Wasserinjektionsgeräte kamen in der Vergangenheit oft zum Einsatz, wenn der Hafen Gefahr lief, nicht mehr genügend Tiefgang für den Schiffsverkehr zu haben (wir berichteten).

Einige Wochen vor Weihnachten kam dann auch noch ein Hopperbagger zur Hilfe. Der musste seine Arbeit allerdings mehrfach unterbrechen, weil stürmische Winde über die Stadt hinwegfegten. „Eigentlich hatten wir bis zum Fest fertig sein wollen“, erläutert Fabian Lücht, der beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein (LKN) für den Betrieb und die Instandhaltung von Häfen und Küstenschutzanlagen zuständig ist. Doch daraus wurde nichts. Und so kehrte der Hopperbagger zunächst in seinen Heimathafen Cuxhaven zurück. „Er soll aber in der ersten Januar-Woche zurückkommen und weitermachen.“

Anders als die Wasserinjektionsgeräte, die die Sedimente nur aufwirbeln, handelt es sich bei Hopperbaggern um Schiffe, die schwereres Baggergut mit Hilfe von Schleppköpfen lösen und dann im Laderaum (Hopper) aufstauen. Auch hier dient Wasser als Transportmedium, fließt jedoch noch während des Ladevorgangs größtenteils wieder zurück. Hopperbagger werden – wie in der Storm-Stadt – bevorzugt zum Vertiefen von Fahrrinnen eingesetzt. Wind und hohe Wasserstände behinderten aber nicht nur die Arbeit des Hopperbaggers, sondern auch die der Wasserinjektionsgeräte: „Denn ohne Ebbstrom können auch keine Sedimente abgeführt werden“, so Lücht.

Damit der Schiffsverkehr im Außenhafen reibungslos funktionieren kann, wird eine Wassertiefe von 4,20 Meter benötigt. Hafenanrainer, allen voran das Unternehmen ATR-Landhandel, brauchen diese Wassertiefe, um ihre Geschäfte abwickeln zu können. Hintergrund: Auch Schiffe werden immer größer und haben infolge dessen auch immer mehr Tiefgang. Wenn sie also Husum weiterhin anlaufen und ihre Waren im Außenhafen löschen oder aufnehmen sollen, müssen mindestens 4,20 Meter gewährleistet sein. Aus diesem Grund wird der Hafen – je nach Schiffsbewegungen und Windverhältnissen – ein bis zwei Mal pro Jahr ausgebaggert.

Das passiere übrigens nicht auf Zuruf, berichtet Lücht. „Tatsächlich dürfen wir nur bei Temperaturen unter zwölf Grad baggern“, sagt der Mann vom LKN. Andernfalls kann es zu Sauerstoffdefiziten kommen, die eine Algenblüte nach sich ziehen. „Und das ist dann schlecht für die Fische.“ Was also so einfach aussieht, hat oft mehr Tiefgang als der Hafen selbst.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 18:02 Uhr

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