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Husumer Nachrichten

25. September 2017 | 15:36 Uhr

„Der Geist der Liebe und Zärtlichkeit“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 12:15 Uhr

Alles Leben vollzieht sich zwischen zwei Polen. Wenn wir einatmen, folgt mit Gewissheit das Ausatmen. Wer etwas Wichtiges sagen will, muss zuerst schweigen.

Immer geht es um das „Sowohl-als-auch“, niemals um das „Entweder-oder.“ So hat auch Pfingsten eine „leise“ Seite und eine „dynamische“. Das Eine kann ohne das Andere nicht. Ein schönes Beispiel für die „leise“ Seite ist ein Pfingstbild, das um das Jahr 1380 von einem unbekannten „Westfälischen Meister“ geschaffen wurde. Die Apostel und Maria sitzen voller Harmonie um einen runden Tisch eng beieinander: hörend, betend, wartend, füreinander Auge und Ohr. Keine Spur vom Brausen, keine „Feuerzungen“, die vom Himmel fallen. In der Mitte des Tisches sieht man eine hell leuchtende Opfergabe. Die „Geist-Taube“ bringt im Schnabel das heilige Brot.

Was vor Jahrhunderten gemalt wurde, vollzieht sich immer wieder neu in unserer Mitte. Der Geist führt uns zusammen. Er wirkt das Geheimnis der Eucharistie. Er verbindet seine Kraft mit dem menschlichen Wort. Er ist in den Schwingungen der Instrumente und die Freude in unseren Liedern. Er ist der Atem unserer Gebete. Dieser Geist ist zugleich das innerste Geheimnis des Menschen und der „göttliche Funke“, den wir nicht aus uns selbst haben. Er ist die Tiefe in uns, in der Gott uns näher ist, als wir uns selber nahe sind. Wer immer einen Menschen missachtet, missachtet in ihm den lebendigen Gott. Diese „leise Seite“ von Pfingsten, das sind die geschlossenen Augen, das wache Ohr, die geöffneten Hände und vielleicht das „brennende“ Herz. Mit der „leisen Seite“ von Pfingsten verbindet sich aber auch die „dynamische Seite“. Der Sammlung folgt die Sendung: „Geht hinaus – mit diesem ,neuen Geist‘ des Friedens, der Zuversicht, der Freude, der Kraft und Zärtlichkeit, der Solidarität und des Protestes. Geht hinaus in alle Welt und verkündet die Botschaft der Liebe und des Friedens.“ Denn das meinen die anderen Bilder von Pfingsten: der Sturm, das Feuer, das Reden in allen Sprachen und die Begeisterung. Die Welt verändert sich nicht vor dem Fernseher. Sie verändert sich nur, wenn ich mein Leben „begeistert“ in die Hand nehme und anfange, mit anderen etwas zu tun.

Wozu uns der Geist Gottes an Pfingsten, der „Geburtsstunde der Kirche“, ermutigt und einlädt? Dass wir uns als „Kinder Gottes“ aus der Mitte des Glaubens immer wieder neu trauen und einmischen – für das Leben, für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung!


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