Mühlenau-Weg wird wohl erst 2019 saniert : Der Geh- und Radweg ist ein Deich

Wird wohl noch eine Weile bleiben, wie er ist: der Geh- und Radweg an der Mühlenau.
Wird wohl noch eine Weile bleiben, wie er ist: der Geh- und Radweg an der Mühlenau.

Die Sanierung des Weges an der Husumer Mühlenau bedarf weiterer Abstimmung mit dem Wasser- und Bodenverband.

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26. Juni 2018, 14:00 Uhr

Jörg Schlindwein kann sich noch gut erinnern: „Als ich 2002 nach Husum zog, war das mein Weg zur Arbeit“, sagt der Bauamtsleiter. „Und er war damals schon sanierungsbedürftig.“ Doch nun, da der Weg an der Mühlenau endlich auf Vordermann gebracht werden soll, tauchen neue Probleme auf. Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wurde die Sanierung zwar grundsätzlich bewilligt und auch schon ein Teilbetrag in den Haushalt eingestellt. „Doch als wir vergangenes Jahr geprüft haben, welche Bäume dem Bau des neuen, verbreiterten Fuß- und Radweges weichen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt werden müssten, waren einige Politiker und Bürger doch sehr beunruhigt“, so Schlindwein. Tatsächlich wirkten die roten Markierungen, die Mitarbeiter des Bauamtes auf die betreffenden Bäume gesprüht hatten, für viele wie ein Alarmsignal.

„Wir haben das Ganze daraufhin noch einmal überarbeitet“, sagt der Chef des Bauamtes. „Danach waren wir guter Dinge, dass es endlich losgehen könnte.“ Doch dann sei der nächste Rückschritt gekommen, so Schlindwein auf Anfrage im Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Tatsächlich hatte das Bauamt die Rechnung ohne den Wirt – in diesem Fall ohne den Deich- und Sielverband, vertreten durch den Wasser- und Bodenverband Husumer Mühlenau – gemacht. Immerhin habe die Stadt auf diesem Weg erfahren, dass das, was sie bislang für einen einfachen Fuß- und Radweg gehalten hatte, in Wirklichkeit ein Deich ist, der die südlich davon gelegenen Fennen vor Überflutung schützt. Und damit nicht genug: Unterhalb des Weges, der im Westen an die Herzog-Adolf- und im Osten an die Ostenfelder Straße grenzt, befinden sich drei Regenwasser-Durchlässe, die ebenfalls diesem Zweck dienen, aber dringend der Sanierung bedürfen.

„Wann und wie das geschehen soll, und wie es danach mit der Runderneuerung des Fuß- und Radweges selbst weitergeht, darüber verhandeln wir gerade mit den Kollegen vom Wasser- und Bodenverband“, so Schlindwein. Es mache ja wenig Sinn, erst den Weg zu sanieren und danach wieder aufzureißen, um an die Durchlässe heranzugehen. Langer Rede, kurzer Sinn – und genau das wird der Bauamtsleiter am Mittwoch (ab 17 Uhr im Raum 025 des Rathauses) auch den Mitgliedern des Bauausschusses berichten: Wie geplant, also im Verlauf dieses Jahres, wird die Maßnahme nicht abgeschlossen werden können. „Vorbereitende Arbeiten – ja. Und auch die Brücke zur Theodor-Storm-Schule soll in den Sommerferien erneuert werden, doch die eigentliche Sanierung müssen wir nicht zuletzt wegen akuten Personalmangels auf 2019 verlegen.“

Nach jetzigem Stand wird sich die Zahl der Bäume an dem neuen, statt 1,40 bis zwei Meter dann 2,25 Meter breiten Weg auf zwölf beschränken – auch weil der 1145 Meter lange Weg selbst nicht in die Erde gegraben, sondern höher gelegt und mit einer bituminösen Tragdeckschicht versehen wird. Angedacht ist ferner, die Fennen im Süden des Mühlenau-Weges im Notfall als Überschwemmungsfläche zu nutzen, zumal sie bereits Eigentum der Stadt sind. „Auch darüber verhandeln wir noch“, sagt Schlindwein.“

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