Erfolgsrezept : Der erste Schulhonig ist geerntet

Der frische Honig wird aus den Waben gekratzt und  anschließend geschleudert.
Der frische Honig wird aus den Waben gekratzt und anschließend geschleudert.

Der praxisnahe Biologieunterricht in der Gemeinschaftsschule Bredstedt ist ein Erfolgsrezept. Die Schüler der fünften bis siebten Klasse haben die erste Honigernte der schuleigenen Imkerei eingebracht.

shz.de von
19. Juni 2014, 15:00 Uhr

Heute steht für die Schülerinnen und Schüler der fünften bis siebten Klassen sowie Förderschüler der Gemeinschaftsschule Bredstedt eine Premiere an: Honigernte aus dem eigenen Schulbiotop. Emsig wie die hauseigenen Bienen selbst, aber vorsichtig und mit Bedacht, entfernen einige der Schüler die Wabenrahmen aus den Bienenkästen. Sie erinnern in ihren weißen Schutzanzügen an Außerirdische. „Anfangs hatte ich ein wenig Angst vor den Bienen, aber wir haben gelernt, uns langsam zu bewegen. Im Anzug fühle ich mich sicher“, berichtet die Schülerin Madita Madsen.

Auf direktem Weg werden nun die prall gefüllten Wabenrahmen in die Pausenhalle gebracht. Dort warten schon die Mitstreiter und ernten das kostbare Gut durch Abschaben. „Mh, lecker“, ein oft gehörter Ausruf der jungen Leute, denn Naschen, bevor die goldgelb schimmernde Masse in die Honigschleuder kommt, ist sozusagen Programm. Gemeinsam mit dem Lehrer Ulf Westphal haben die Schüler bereits im Herbst des vergangenen Jahres das klassenübergreifende Projekt Imkerei aus der Taufe gehoben. Gleich zweimal ist die Schule für den direkt an der Basis stattfindenden Unterricht beschenkt worden. Udo Gildemeister, Vorsitzender des ortsansässigen Imkervereins, hat zwei Bienenvölker gestiftet und die Stadt Bredstedt eine an das Biotop angrenzende weitere Grünfläche zur Verfügung gestellt.

„Anfangs waren die Schülerinnen und Schüler skeptisch, mittlerweile arbeiten sie mit Elan mit“, berichtet Westphal. Das sinnigerweise in Wabenform gebaute Bienenhaus war bereits im Spätherbst fertig. Das meiste Holz hat auf dem Gelände zur Verfügung gestanden. Nicht zuletzt haben die Orkane „Christian“ und „Xaver“ für Nachschub gesorgt. Direkt danach haben die Jugendlichen mit Hilfe von Eltern und Lehrern klar Schiff gemacht. „Das hat so viel Spaß gemacht. Für die Kinder gibt es keinen besseren Naturkundeunterricht wie draußen vor Ort“, schwärmt der Pädagoge. Einen weiteren Nebeneffekt habe die Arbeit zudem: Viele Schüler sind danach im Unterricht viel konzentrierter und mehr bei der Sache. Übrigens, der geerntete Honig soll demnächst bei Schulfesten oder auf dem Weihnachtsbasar im Dezember vermarktet werden.

Zu erwähnen sei, so Westphal, dass viel Material, beispielsweise für das Anlegen von Wegen, von Betrieben aus Bredstedt und der Region gesponsert worden sei. Nicht zuletzt habe auch BingoLotto einiges an Spenden beigesteuert, wie für die Anschaffung der Honigschleuder oder Werkzeug. „Ich finde das echt cool, was wir hier machen. Ich weiß jetzt auch wie wichtig Bienen sind“, sagt Pascale Friedrichsen. Für Schulleiterin Carmen Alsen steht fest: „Das wird eine Erfolgsgeschichte. Besser kann man Kinder nicht an die Natur heranführen. Sie lernen auch Verantwortung zu übernehmen.“






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