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Mooriger Untergrund : Der Erfder Damm ist wieder wellig

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Knapp ein halbes Jahr nach der jahrelangen Sanierung des Erfder Damms ist die Straße wieder wellig. In drei Monaten soll sich der Untergrund gesetzt haben, so dass dann eine neue Asphaltschicht aufgetragen werden kann.

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erstellt am 19.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Der Osterverkehr kann ohne Probleme und weitläufige Umleitungen Richtung Nordfriesland rollen, denn die
B 202, der Erfder Damm, wird nicht gesperrt. Eigentlich war eine Vollsperrung des mehrere Kilometer langen Abschnitts vorgesehen, da die gerade erst Ende Oktober fertig sanierte Fahrbahn erneut Verwerfungen aufweist. Wie Stefanie Berkner vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Flensburg mitteilte, sollte die bemängelte Oberfläche abgefräst und eine neue Verschleißdecke aufgetragen werden. Bei der näheren Untersuchung sei aber festgestellt worden, dass sich die Fahrbahn im moorigen Untergrund noch leicht setzt. Man habe gehofft, dass dieser Prozess Ostern beendet ist, doch werde dies wohl frühestens im Sommer so weit sein, sagte Stefanie Berkner. Daher werde sich am jetzigen Zustand der Straße vorläufig nichts ändern. Wegen der leichten Senken und dem schlechten Wasserabfluss ist dort mit erhöhter Aquaplaning-Gefahr zu rechnen.

Dabei wurde der Deutsche Ingenieurpreis Straße und Verkehr diesem Sanierungsprojekt in der Kategorie Innovation verliehen. „Aus Moorboden wird tragfähiger Baugrund einer Bundesstraße mit Hilfe des Vakuum-Verfahrens“ heißt die belohnte Methode.

Die Arbeitsgemeinschaft Erfder Damm, zwei Bauunternehmen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wurden von der Jury zum Sieger gekürt, da das Verfahren eine mögliche künftige Bauweise darstellt, die Zeit und Kosten einsparen kann. Das neue Vakuumverfahren wurde erstmals in Deutschland angewandt.

Stefanie Berkner erklärte auf Anfrage, dass dieses neue Verfahren auf Vorschlag der Baufirmen angewandt worden sei. Ausgeschrieben hätte ihr Haus seinerzeit die klassische Vorgehensweise, nämlich eine tragfähige Deckschicht aus Sand auf den Untergrund aufzubringen.

Beim Vakuumverfahren wird quasi der Straßenunterbau in eine Folie eingeschlossen und das Wasser abgepumpt. Dieses Verfahren ist vergleichbar mit Kunststoffsäcken, die mit Wäsche gefüllt werden und dann mit Hilfe eines Staubsaugers luftleer gepumpt werden, so dass das Volumen erheblich schrumpft.

Der Untergrund wird also verdichtet und darauf muss dann eine Sandschicht aufgetragen werden. Allerdings fallt so auch nicht der Abtransport des ausgehobenen Materials an, zudem wird wesentlich weniger Sand benötigt. Diese Methode soll laut Jury rund 30 Prozent günstiger sein als herkömmliche Vorgehensweisen. Die Kosten beliefen sich für den 2,2 Kilometer langen Streckenabschnitt auf rund 10,5 Millionen Euro.

 

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