zur Navigation springen

Anpassung an steigenden Meeresspiegel : Der Dockkoog im Klimawandel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch die Naturschutzorganisation WWF möchte bei der Entwicklung des Husumer Dockkoogs mitreden. Dabei steht die Anpassung des wertvollen Naherholungsgebietes an Klimawandel und steigenden Meeresspiegel im Fokus.

von
erstellt am 18.Okt.2013 | 12:00 Uhr

In die Debatte um die Entwicklung des Dockkoogs hat sich jetzt auch eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt, der World Wide Fund For Nature (WWF), eingeschaltet. Besonders den Austausch in der Bürgerwerkstatt von 2012 und der diesjährigen Entwurfswerkstatt (wir berichteten) nehmen Jannes Fröhlich und Dr. Hans-Ulrich Rösner, die das Wattenmeerbüro des WWF Deutschland in der Husumer Hafenstraße unterhalten, zum Anlass, nun Schritte zur weiteren Umsetzung anzuregen. Die beiden entwickelten dazu eine Ideenskizze für ein „Modelprojekt zur Anpassung an den Klimawandel“ im Bereich des Dockkoogs. Rösner stellte das Papier, das die im Zusammenhang mit dem beliebten Naherholungsgebiet bestehenden Interessen der Stadt und ihrer Bürger, der Tourismuswirtschaft, des Küstenschutzes und des Naturschutzes zusammenbringen soll, im Umwelt- und Planungsausschuss vor. Ziel ist am Ende eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Mit konkreten Beispielen zur Unterfütterung ihres Entwurfs können und wollen die Initiatoren allerdings dabei zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufwarten, so dass die Vorstellung vorerst im übergeordneten, eher abstrakten Ansatz stecken blieb. „Es ist ein Projekt ohne Vorfestlegungen“, erläuterte Rösner, als ihn Ausschuss-Vorsitzender Dr. Ulf von Hielmcrone darauf ansprach. So werde etwa die Frage nach einem von der Bürgerwerkstatt ins Gespräch gebrachten etwaigen Hotel mit hohen ökologischen Standards weder mit Ja noch mit Nein beantwortet – und auch der Verlauf der Deichlinie offengelassen. Man strebe gewissermaßen eine Fortsetzung dessen an, was die Bürgerwerkstatt zu Papier gebracht habe. Und eine Beteiligung an der Umsetzung. „Wir haben ein Interesse daran, dass der heute schon gute Zustand der Natur in den Marschgebieten Dock- und Porrenkoog im neuen Kontext noch besser wird“, so Rösner.

Wichtigste Zielsetzung des Pilotprojekts ist vor diesem Hintergrund, das Gebiet im Verbund rechtzeitig an die Folgen des Klimawandels und besonders an einen beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels anzupassen. Denn diese miteinander zusammenhängenden Entwicklungen stellen langfristig eine ernsthafte Bedrohung dar – für das Wattenmeer ebenso wie für die dort lebende Bevölkerung. Rösner verlieh seinen Äußerungen in diesem Zusammenhang mit einem Bild von Sedimentgesteinen einer Abbruchkante auf Hallig Hooge visuelle Dramatik. „Aktuelle Klimaprojektionen zum globalen Meeresspiegelanstieg ergeben Werte zwischen 0,4 und 1,4 Meter bis zum Ende dieses Jahrhunderts“, heißt es dazu in der Ideenskizze. Künftig würden daher an der gesamten Küste erhebliche Anstrengungen nötig sein, um sowohl den Schutz der dortigen Bewohner als auch den Erhalt des einmaligen und die Region prägenden Nationalparks und Weltnaturerbes Wattenmeer zu gewährleisten.

Dazu geeignete Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, das geht nach Auffassung des WWF nur durch integrierte Planung und durch eine starke Kooperation der Akteure aus den verschiedenen Bereichen. Was den Dockkoog angehe, so kämen hier mit Naherholung, Tourismus, Küstenschutz, Naturschutz und Landwirtschaft besonders viele Interessen zusammen. „Dabei erscheinen die Voraussetzungen besonders günstig, durch eine Zusammenarbeit für alle mehr zu erreichen“, so Fröhlich und Rösner. Denn das Gebiet verfüge über eine ökologisch vorbildliche Infrastruktur und biete Raum für wertvolle, erlebbare und mit dem davor gelegenen Nationalpark Wattenmeer vernetzte Natur. Dabei sichere es die Stadt auf bestmögliche Weise gegen die Gefahren durch Sturmfluten. „Die dafür notwendigen Maßnahmen, ihre kooperative und effiziente Umsetzung und das Ergebnis sind ein sehr gutes Beispiel für eine ans Klima angepasste Planung und Entwicklung, in der die Interessen der Husumer Bevölkerung sowie von Küstenschutz, Naturschutz und touristischer Nutzung bestmöglich berücksichtigt werden.“

So weit, so gut: Am Ende gab es das Signal, dass die Stadt das „Leuchtturm-Projekt“ positiv begleiten wolle.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen