zur Navigation springen

Apfeltag in Bredstedt : Der Deutschen liebstes Obst

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Viele Besucher zog es zum Apfeltag ins Naturzentrum in Bredstedt. Bei der Bestimmung alter Sorten gab es manche Überraschung. Gärtnermeister Thomas Andresen half mit seinem Fachwissen.

Wenn die Ehrenamtler vom Naturzentrum Mittleres Nordfriesland zum Aktionstag rund um den Apfel einladen, dann ist der Herbst da. Und gerne kehren dann viele Menschen aus der gesamten Region in das Gebäude gegenüber vom Bredstedter Bahnhof ein. Goldener Herbst lockte diesmal zwar nicht, denn es war grau und nass, doch für einen Spaziergang oder einen Abstecher mit dem Auto oder der Bahn waren die Temperaturen um die zehn Grad ideal. Einmal mehr sorgte Gärtnermeister Thomas Andresen aus Risum-Lindholm für noch mehr Herbstfeeling. Er präsentierte goldene, rote oder grüne Äpfel auf einem großen Tisch, säuberlich mit Namensschildern versehen und ausgebreitet. Mit Rat und Tat stand der Experte den Gästen zur Seite, wenn es um die Bestimmung von Sorten ging. Seit gut 20 Jahren hegt und pflegt Andresen historische Apfelsorten. Viele Gartenfreunde brachten unbekannte Äpfel mit und wollten die Namen erfahren. Bei mehr als 4000 alten Sorten war das nicht immer eine leichte Aufgabe. Fachbücher halfen im Zweifel weiter. Wenn auch selten, doch manchmal musste auch der Experte passen, wie bei Langenhorns Bürgermeister Horst Petersen. Der hatte zwei knallrote Äpfel aus dem Garten am Amtsgebäude mitgebracht. Das Rätsel der Herkunft beziehungsweise den Namen konnte der Fachmann auf Anhieb nicht knacken. „Ich will mich gern noch mal schlauer machen“, versprach er. Weltweit gibt es, berichtete Andresen, mehr als 30.000 Apfelsorten. 2000 davon seien in Deutschland bekannt und katalogisiert. Immer wieder würden weitere historische Sorten entdeckt. Für einige der stolzen Apfelbaum-Besitzer waren seine Ergebnisse überraschend. „Das ist ein Dülmener Herbstrosenapfel, erstmals entdeckt um 1870“, erklärte Andresen Mathilde Hansen aus Husum. Seit Jahren genieße sie, so berichtete sie, von dem Baum, und niemand habe ihr bisher sagen können, welche Sorte das ist. Die Äpfel schmeckten sehr aromatisch. Probieren aus dem mitgebrachten Schatz des Gärtnermeisters war natürlich erlaubt. Wohlklingende Namen wie „Berner Rosenapfel“, „Goldparmäne“ oder „Frühe Süße“ zeichneten die alten Sorten aus. Auch der Apfel des Jahres 2015, „Reders Goldrenette“, war dabei.

Ehrenamtlerin Annemarie Matthießen hatte einen Tisch mit gespendeten alten Apfelsorten, Gemüse und Kartoffeln, vorbereitet. Sie lud zum Kauf der frischen Früchte ein. Auch sie wusste einiges zu erzählen zum Thema Apfel. Viel Phosphor sei enthalten, das sei gut für das Gehirn. Überhaupt stärkten die vielen Vitamine die Abwehrkräfte. Angela Neumann aus Winnert hatte eine kunterbunte Palette selbst eingemachter Marmeladen nach eigenem Rezept mitgebracht. Hingucker waren auch die in einer kleinen Ausstellung zusammengetragenen Bilder des „Apfelmalers“ Korbinian Aigner. „Die komplette Sammlung wurde auf der jüngsten Documenta in Kassel in Erinnerung an einem besonderen Mann und Pastor, der von den Nazis verhaftet worden war und kein leichtes Leben hatte, gezeigt. Ihm kullerten manchmal während seiner Predigt sogar Äpfel aus dem Talar“, berichtete Matthießen. Er habe 1000 Apfelsorten gezüchtet und gemalt. Durch Beziehungen habe sie nun einige Bilder zur Verfügung gestellt bekommen. Bei Kaffee, frisch gepresstem Apfelsaft und Apfelkuchen beendeten die meisten ihre Stippvisite. Alle Spenden flossen in die Kasse des Trägervereins des Naturzentrums.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen