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Berufsweltmeisterschaft : Der Chef hat sein Talent entdeckt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Maurer Marco Bauschke aus Drelsdorf vertritt Deutschland im August bei den „WorldSkills“ in Brasilien und will Weltmeister in seinem Handwerk werden. Zwei Kollegen kümmern sich um sein Training.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2015 | 12:00 Uhr

„Er hat die Gene im Blut.“ Für Arnd Jansohn, Inhaber des Bauunternehmens Bahne Petersen in Ost-Bordelum, steht fest, warum sein ehemaliger Auszubildender Marco Bauschke aus Drelsdorf im August Deutschlands Maurer bei der Berufsweltmeisterschaft „WorldSkills“ in Sao Paulo (Brasilien) vertreten wird.

Bauschke war im November 2014 durch seine Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften in das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes gekommen. Das Team wird vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) getragen.

Arnd Jansohn erinnert sich noch gut, mit welchem Ehrgeiz Marco an die Arbeit gegangen war. Er ließ sich sogar erst zum Zimmerer ausbilden, bevor er die Maurerlehre anschloss. Und weil der Chef das Talent erkannte, hat er ihn auch das letzte halbe Jahr eisern am Verblendmauerwerk arbeiten lassen. Dabei stand Jansohn oft genug neben ihm auf dem Gerüst und hat ihm auch mal die Kelle weggenommen, wenn er seinem Auszubildenden eine noch bessere Arbeitsweise demonstrieren wollte. Prompt sicherte sich Marco bei dem vom Baugewerbeverband Schleswig-Holstein und der Bauinnung Husum/Eiderstedt im Herbst 2014 in Husum veranstalteten Leistungswettbewerb den 1. Platz.

Auf die Weltmeisterschaft in Brasilien vorbereitet wird Bauschke von Kai-Uwe Holtschmidt, Leiter der Ausbildungsstätte der Bauinnung München. Holtschmidt wird auch in Brasilien mit dabei sein und der internationalen Jury angehören. Als Co-Trainer fungiert Sebastian Wichern, Maurermeister aus Deinstedt in Niedersachen sowie WM- und EM-Teilnehmer aus den Jahren 2013 und 2012.

Seit Ende März trainiert Marco Bauschke im Technologiezentrum Stade (TZH). Neben umfangreichen Erläuterungen der Trainer wird er mehrfach den Aufgabenvorschlag für „WorldSkills 2015“ ausführen. Dieser wird in Sao Paolo noch um ein Drittel abgewandelt. Dabei sind mehrere Mauern mit anspruchsvollen Motiven zu errichten, die Bezug zu Sao Paulo und Brasilien haben. Die Präzision und Genauigkeit beim Schneiden und Legen der Steine sind wesentlich für einen Erfolg bei der Berufsweltmeisterschaft.

Für Marco Bauschke ist die Chance reizvoll, sich mit den Besten aus aller Welt zu messen. „Ich will mich den sehr anspruchsvollen Aufgaben stellen!“ Nach seiner Heimkehr wird er seine Fortbildung zum Meister beginnen.

„Uns erwartet in Brasilien in allen Wettbewerbsdisziplinen ein extrem hohes Niveau. Es werden in allen Berufen atemberaubende Bestleistungen gezeigt. Das gilt selbstverständlich auch für die Maurer. Unsere Teilnehmer können mithalten, weil sie eine hervorragende Ausbildung genossen haben“, betont Thomas Sander, Vorsitzender des Fachverbandes Hochbau und Massivbau im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und ZDB-Vorstandsmitglied. „Die Mitglieder unseres Nationalteams brennen für ihren Beruf und zeigen Bestleistungen aufgrund ihrer qualifizierten Ausbildung in unserem dualen Ausbildungssystem nicht nur bei Wettbewerben, sondern auch im Alltag auf der Baustelle. Das ist für Deutschlands Zukunft wesentlich. Denn ob Energiewende und Klimaschutz, ob demografischer Umbau, ob Erhalt und Ausbau der Infrastruktur oder auch die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund – ohne das Baugewerbe mit seinen gut ausgebildeten Fachkräften kann Deutschland seine Zukunft nicht bauen!“

Vom 11. bis 16. August messen sich in Sao Paulo mehr als 1200 Teilnehmer aus rund 60 Ländern in 50 verschiedenen Wettbewerbskategorien. Präzision und Genauigkeit entscheiden über Gold, Silber und Bronze.

Mehr als 40 deutsche Teilnehmer werden über „WorldSkills Germany“ gemeldet. Aus dem Nationalteam des Deutschen Baugewerbes nehmen sechs Teammitglieder teil. Neben Marco Bauschke aus Nordfriesland sind das ein Fliesenleger, ein Stuckateur, ein Zimmerer sowie erstmals zwei Betonbauer. Das deutsche Baugewerbe stellt bei den Fliesenlegern und Stuckteuren die amtierenden Weltmeister, die bei „WorldSkills 2013“ in Leipzig Gold geholt haben.

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