FRiedrichstadt : Denkmalschutz prüft Turnhalle

Eigentlich will die Stadt die marode Turnhalle durch eine neue ersetzen. Doch dieses Vorhaben könnte gekippt werden.
Eigentlich will die Stadt die marode Turnhalle durch eine neue ersetzen. Doch dieses Vorhaben könnte gekippt werden.

Dass Friedrichstadt eine neue Turnhalle baut, ist eigentlich beschlossene Sache. Doch nun soll geprüft werden, ob die alte unter Denkmalschutz gestellt werden muss.

shz.de von
04. August 2018, 10:00 Uhr

Schwer verdaulich waren einige Themen, mit denen sich die Friedrichstädter Finanzausschuss-Mitglieder in ihrer ersten Sitzung der neuen Wahlperiode befassen mussten.

Schon das Gesamtkonzept auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Friedrichstadt sorgte für Irritationen. Noch die alte Stadtvertretung hatte in ihrer letzten Zusammenkunft den Neubau einer Turnhalle auf dieser Fläche beschlossen. Der schlechte Zustand der alten Halle, die aus den 1970er-Jahren stammt, ist nicht nur für die Schüler ein Problem, auch die Sportvereine leiden darunter. Eine Sanierung der Halle würde zirka 2,6 Millionen Euro kosten. Friedrichstadt favorisiert allerdings einen Neubau für rund vier Millionen Euro, um Kostenfallen zu vermeiden. Doch in die Sitzung platzte die Meldung, dass sich die Untere Denkmalschutzbehörde gemeldet habe. „Sie lässt prüfen, ob die derzeitige Turnhalle und das gesamte Ensemble des Schulkomplexes unter Denkmalschutz gestellt werden sollen“, erklärte Ausschuss-Vorsitzender Bernd Güldenpenning. „Wir müssen nun abwarten, was dabei herauskommt.“ In etwa etwa sechs Wochen käme von der Behörde eine Antwort.

Ein heißes Eisen ist schon seit eh und je die Straßenausbaubeitrags-Satzung, über die es immer wieder Diskussionen gab. Nun stand die Aufhebung dieser umstrittenen Satzung auf der Tagesordnung. Ein Gremiums-Mitglied regte an, die Beitragssumme auf Null zu fahren, die Satzung an sich jedoch zu erhalten. Doch die Mehrheit sprach sich für eine komplette Aufhebung aus. Das hat einen besonderen Hintergrund, und zwar den geplanten Ausbau des Radweges entlang der Schleswiger Straße.

Wie Bürgermeisterin Christiane Möller-v. Lübcke erklärte, profitiere die Stadt Friedrichstadt von einer Sonderbedarfszuweisung in nicht geringer Höhe für dieses Projekt. Doch damit diese Gelder auch fließen, müsse die Straßenausbaubeitrags-Satzung aufgehoben werden, damit die Anwohner für den Radwegeausbau nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden.

Ein Thema, über das an diesem Abend nicht lange diskutiert werden musste, war die Verteilung von Zuschüssen. „Hier stehen uns freie Mittel zur Verfügung, über die wir selbst entscheiden können, wo sie eingesetzt werden“, so der Vorsitzende. Nach kurzer Beratung einigte sich das Gremium auf die Verteilung.

So soll der Friedrichstädter Turnverein von 1865 für die neue Sparte „Jumping Fitness“ 200 Euro bekommen. Den gleichen Betrag sollen der Spielmannszug Friedrichstadt und der Friedrichstädter Tennisclub von 1926 erhalten. Den Friedrichstädter Sportschützen von 1965 sollen 300 Euro zukommen, während dem Verein FC Blau-Weiß Friedrichstadt von 1952 400 Euro zuerkannt wurden. Für die Anschaffung eines neuen Doppelzweiers für die Jugendabteilung soll die Friedrichstädter Rudergesellschaft von 1926 800 Euro bekommen.

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