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Historische Spurensuche : Denkmalschützer auf Nord-Tour

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kulturgüter sind wertvolles Inventar einer Region. Und dieses wird nun neu erfasst – auch in Nordfriesland. Diese Arbeit gilt landesweit als Vorbereitung für ein vereinfachtes Denkmalschutzgesetz. Eine Bürgerinformation dazu gibt es am 12. Mai.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Gestern ist der Startschuss für eine Inventarisierung von denkmalgeschützten Objekten gefallen. Im Auftrag von Kulturministerin Anke Spoorendonk sind Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege unterwegs. Drei Teams mit jeweils zwei Fachleuten bearbeiten die Listen aus elf Landkreisen. In Kiel, Flensburg, Rendsburg und Neumünster müssen zunächst keine Neubewertungen vorgenommen werden, da für die Städte aktuelle Denkmal-Topografien vorliegen. Die Pläne zur Neu-Inventarisierung für Nordfriesland werden bei einer öffentlichen Veranstaltung am Montag, 12. Mai, von 17 bis 19 Uhr, im Rathaus in Husum präsentiert.

Ziel ist laut Ministerin die „umfangreiche und transparente Erfassung“ von Denkmalen in Schleswig-Holstein. Bislang sind mehr als 8000 Kulturgüter von besonderer Bedeutung erfasst (ohne Lübeck) und etwa 4000 zur Eintragung vorgesehen. Die Zahl der „einfachen“ Kulturdenkmale wird auf 16 000 geschätzt. Gerade bei diesen Objekten, die keinen Schutz genießen, doch steuerlich gefördert werden können, sind nach der Erfassung vor 30 bis 40 Jahren gravierende Veränderungen erfolgt, heißt es. Die Gesamtzahl der schützenswerten Güter wird also sinken, erwarten die Denkmalschützer. Dies sieht auch Hans-Georg Hostrup, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen voraus: „Karteileichen dürften verschwinden.“ Bisher gebe es zwei Kategorien im Denkmalschutz (einfach und besonders), nun wolle Schleswig-Holstein das Gesetz – wie bereits in 13 Bundesländern geschehen – vereinfachen und nur mit einer Kategorie arbeiten, erklärte er auf Anfrage. In Nordfriesland gibt es rund 1000 Denkmale für beide Einstufungen.

Denn die Inventarisierung dient als Vorbereitung, um ein neues Landesdenkmalschutzgesetz umzusetzen. Die Eigentümer sollen, so heißt es aus dem Kieler Ministerium, schnell Klarheit bekommen. Sie werden schriftlich über die Unterschutzstellung informiert und beim Erhalt ihrer denkmalgeschützten Gebäude intensiver beraten.

Sieben wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen in den Jahren 2014 und 2015 eine erste landesweite Denkmal-Liste auf, die dann einer weiteren Qualifizierung bedarf. Im Landesamt wird davon ausgegangen, dass Schleswig-Holstein dann angesichts des im Verhältnis zu anderen Bundesländern niedrigen Denkmalbestandes und einer Konzentration der Inventarisierung auf wenige Jahre über eine „gut gepflegte und qualifizierte“ Denkmal-Liste verfügen wird.

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