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Interessengemeinschaft pro Landschaftsräume : Den Charakter der Region erhalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die nordfriesische Interessengemeinschaft Pro Landschaftsräume will die Bürger in ganz Schleswig-Holstein für den Erhalt charakteristischer Landstriche sensibilisieren.

Die Bargumer haben den Plänen der Firma Offtec, in der Gemarkung Scheinmark bis zu vier Windmühlen für Trainingszwecke zu errichten, eine Absage erteilt – mit 211 zu 188 Stimmen. Die Anlagen, die nach Inbetriebnahme zum Teil unverzüglich an einen Bürgerwindpark mit Gesellschaftssitz in Bargum übertragen werden sollen, werden damit in den kommenden zwei Jahren nicht aufgestellt – so lange ist die Gemeindevertretung an das Ergebnis des entsprechenden Bürgerentscheides gebunden.

Der Hauptausschuss des Kreistages will am Montag, 21. Dezember, in einer Sondersitzung zu diesem Ausnahmeverfahren Stellung beziehen – und am Freitag, 18. Dezember, werden in Kiel die ersten Eckdaten zu einem landesweiten Gutachten präsentiert, das die sogenannten Charakteristischen Landschaftsräume erfasst und bewertet. Das letzte Wort hat also die Landesplanung, die zurzeit den Regionalplan von 2012 überarbeitet, in dem das Gebiet Scheinmark als Charakteristischer Landschaftsraum deklariert ist. Der Entwurf des neuen Regionalplanes zum Windkraft-Ausbau wird für Mitte 2016 erwartet. Das Resultat des Bargumer Entscheides bedeutet nach jetzigem Stand also nicht, dass die Gemarkung Scheinmark generell unbebaubar ist.

Die Interessengemeinschaft (IG) Pro Landschaftsräume will denn auch das nächste halbe Jahr nutzen, um die Bürger in ganz Schleswig-Holstein dafür zu sensibilisieren, wie wichtig der Erhalt der Charakteristischen Landschaftsräume im gesamten Land sei. Außerdem soll die Akzeptanz für einen geordneten Ausbau von Windkraftanlagen erhalten bleiben – und damit „Wildwuchs“ verhindert werden. Das Bargumer Abstimmungsergebnis bestärkt die IG-Mitglieder. Nachdem das Offtec-Vorhaben bekannt geworden war, klärten sie die Öffentlichkeit intensiv auf und rückten damit die Bedeutung dieser einzigartigen Gebiete ins Bewusstsein. So sieht es jedenfalls IG-Sprecher Dierk Jensen aus Enge-Sande. Sollte das Land nun zu einer anderen Bewertung kommen als bisher, wäre in seinen Augen damit der Bürgerwille ad absurdum geführt. Jensen: „Sollten die Charakteristischen Landschaftsräume durch irgendwelche Ausnahmegenehmigungen aufgeweicht oder ganz aufgehoben werden, gehen wertvolle und erhaltenswerte Landstriche für immer verloren. Darüber sollten sich alle ernsthafte Gedanken machen.“

Er will sich weiterhin dafür stark machen, dass die Charakteristischen Landschaftsräume in ihrer ursprünglichen Form existieren. Nur kurz hat Jensen darüber nachgedacht, ob er damit aufhören soll: Als seine Pferde frei auf der Straße liefen, weil die Strom-Umzäunung der Weide von fremder Hand gekappt worden war, und als das verschlossene Gatter der Weide mit seinen 55 Rindern und Kälbern trotz Sicherung mehrmals offenstand. „Ich mache dennoch weiter“, sagt er und hofft mit allen Mitgliedern der IG nun erst einmal, dass sich der Hauptausschuss gegen die Ausnahmegenehmigung für Offtec entscheidet. Das Ergebnis der Abstimmung auf Kreisebene gilt nämlich als Stellungnahme gegenüber der Landesplanung.

Damit ist klar, dass das Bargumer Thema trotz des Bürgerentscheides noch nicht abgehakt ist. Jensen appelliert denn auch an alle Einwohner im Land: „Seid wachsam! Nicht nur für Euch, sondern auch für nachfolgende Generationen.“

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