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Nordstrand in Aufruhr : Demonstration gegen Filial-Schließung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nospa-Bereichsleiter Dirk Ehlers stellte sich den kritischen Fragen der Nordstrander. Die Einwohner wünschen sich weiterhin den Fachmann vor Ort und keine Selbstbedienungs-Niederlassung.

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erstellt am 23.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Kämpferisch zeigten sich die Nordstrander. Dabei ließen sie ihren Emotionen – von Wut bis Trauer – durch lautstarke Zwischenrufe freien Lauf. Mehr als 100 Bürger, dabei viele Senioren sowie Gäste, demonstrierten gegen die geplante Schließung der Nospa-Filiale mit der damit verbundenen Umwandlung in eine SB-Filiale im Ortsteil Süden. Die Initiatorinnen Gabriela Kuhtz und Ruth Kruse moderierten und konnten dem Vertreter des Geldinstitutes, Bereichsleiter für die Filialen, Dirk Ehlers, eine Liste mit 400 Unterschriften mitgeben. Darunter auch von vielen Geschäftsleuten und Unternehmern. Ehlers stellte sich den kritischen Fragen. Die Nordstranderin Karin Michelsen machte ihrem Unmut Luft. „Post, Polizei, Tankstelle, Apotheke, Sparkasse – was wird denn hier als nächstes zugemacht? Was soll das werden? Zurück ins Mittelalter? Mir reicht es“, erklärte sie. „Wir wollen, dass es so bleibt wie es ist, weil wir die persönliche Beratung der kompetenten Mitarbeiter auf Nordstrand schätzen. Wenn die Entscheidung nicht zurückgenommen wird, wechsle ich die Bank. Hier gibt es ja noch eine zweite“, sagte Bernhard Paulsen. „Die Nospa lässt die Senioren im Regen stehen. Sie hat doch als Körperschaft des Öffentlichen Rechts Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden“, so Melf Winkel, seit 40 Jahren dabei. Die Argumente von Ehlers, dass 75 Prozent aller Nordstrander Kunden ihre Bankgeschäfte in Husum machten, und sich somit das Kundenverhalten verändert habe, wurde mit Pfiffen honoriert. „Das kann nicht sein. Hören Sie mit Zahlen auf. Hier stehen Menschen vor Ihnen“, schallte es dem Banker entgegen. Der Spruch „Dasein statt Online“ auf einem Plakat war Programm für viele Redebeiträge. „Ich bin von Hamburg nach Nordstrand gezogen, weil ich hier persönlich bedient werde. Ich wollte kein Online-Banking mehr“, so eine Bewohnerin. Michael Knecht, Mitinhaber von Womo-Land Nordstrand, erklärte: „Ich möchte meine Bareinnahmen nicht einem Automaten überlassen, sondern persönlich dem Mitarbeiter übergeben und meine Gäste machen am liebsten Bargeschäfte.“ Auch Bürgermeister Werner-Peter Paulsen möchte, dass die Serviceleistungen bleiben. „Beratungen für Investitionen müssen beim Kunden stattfinden“, so sein Statement. „Als ich von den Plänen der Nospa aus der Zeitung erfuhr, wurde ich wütend. Man zahlt teure Gebühren und dann ist nicht mal mehr Service drin. Besonders betroffen sind die Senioren und Urlauber. Wir können nicht mal nach Hattstedt ausweichen“, fasste Mitinitiatorin Gabriela Kuhtz zusammen. Sie habe mit vielen gesprochen und jeder sei entsetzt gewesen. So habe sie gemeinsam mit Ruth Kruse die Demo organisiert und viele ins Boot geholt. „Wer kämpft kann verlieren, aber wer nicht kämpft hat verloren. Bringen Sie unsere Wünsche in den Vorstand“, so der Appell von Ruth Kruse an Ehlers. Wenn schon abgespeckt werde, müsse wenigstens einmal in der Woche ein Fachmann vor Ort da sein, bei dem jeder persönlich seine Bankgeschäfte machen kann. „Geben Sie uns noch Zeit“, beschwichtigte Filial-Leiter Tim Schröder.





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