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Forscher im Einsatz : Dem Rungholt-Mythos auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Geologen-Team aus Mainz untersuchen das Watt vor Nordstrand mittels moderner Computertechnik – und sind schon fündig geworden. Mit Bodenscans wird das Wattenmeer untersucht.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 11:15 Uhr

Die untergegangene Insel Strand und der Mythos Rungholt faszinieren seit Generationen gleichsam Heimatforscher und Wissenschaftler. Ungebrochen ist das Interesse an dem Thema. Derzeit ist ein fünfköpfiges Geologen-Team des Geografischen Institutes Mainz dabei, eine geoelektrische Untersuchung des oberflächennahen Untergrunds im Rungholtgebiet durchzuführen.

Zunächst machten die Experten Bodenscans im Gebiet um die Hallig Südfall, nämlich dort, wo Graf Victor von Reventlow-Criminil in den 1950-er Jahren geforscht hatte. Notwendig ist das, so der federführende Wissenschaftler Professor Dr. Andreas Vött, weil der überwiegende Teil des Rungholtgebiets immer mehr versandet und nicht mehr offen zugänglich ist. Mit der hochmodernen Technik können die Fachleute sozusagen unter die Schlickschicht schauen. „Wir haben Hinweise darauf, dass Unregelmäßigkeiten im Aufbau des Bodens auf die Anlage von Brunnen und Gräben zurückzuführen sind. Damit hat bereits der erste Tag eine 60 Jahre alte Karte des Fundgebietes bestätigt“, erläuterte Vött.

„Eine kleine Sensation“, so Nationalpark-Führerin Cornelia Mertens, die sich selbst seit Jahren der Rungholtforschung verschrieben hat. Weiter suchen die Forscher nach Ursachen der Zerstörung von Rungholt. Dazu werden umfangreiche Sondierungen der Sedimente durchgeführt. Für den Erfolg der weiteren Arbeiten ist die stabile Hochdruckwetterlage entscheidend. Schließlich sind 200 Kilogramm hochempfindliche Technik im Einsatz, und die muss durch das Watt getragen werden. Bis zum Ende der Woche sollen die wissenschaftlichen Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Projekt geht auf die Initiative von Professor Dr. Jürgen Newig, dem Vorsitzenden der archäologischen Gesellschaft Schleswig Holstein, zurück. Seit Jahren engagiert er sich für die Rungholtforschung.

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