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Küstenschutz in Nordfriesland : Dem Blanken Hans trotzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Es tut sich was im Beltringharder Koog: Die Vorarbeiten für die Verstärkung des Landesschutzdeiches bei Wobbenbüll haben begonnen.

Große Maschinen und riesige Erdhaufen: Wer dieser Tage über den Nordstrander Damm fährt, mag sich über die Bauarbeiten wundern, die im Naturschutzgebiet Beltringharder Koog mit schwerem Gerät vorgenommen werden. Der Grund ist der Bau eines neuen Deiches, für den großflächig Kleiboden entnommen wird. Der Schutzwall wird am Geestrücken südlich von Wobbenbüll beginnen und etwa 1100 Meter parallel zur Landesstraße 30 in Richtung Westen verlaufen. Schon vor drei Jahren sollte der Startschuss für den Bau des Deichs am Geestanschluss in Wobbenbüll zum Nordstrander Damm gefallen sein. Nun endlich sind die Arbeiten im Gange.

„Bodenentnahmen gibt es normalerweise nicht in Naturschutzgebieten“, erklärt Dr. Walter Petersen-Andresen. „Doch diese Arbeiten sind durch eine Ausnahme in der Naturschutzverordnung möglich.“ Der Diplom-Biologe ist Mitarbeiter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume und mit seinen Kollegen für das Management der landseitigen Naturschutzgebiete von der dänischen Grenze bis zum Meldorfer Speicherkoog zuständig.

Zunächst habe es von Seiten der Naturschutzverbände große Bedenken gegeben. „Aber insgesamt ist es eine große Bereicherung für die Natur, denn es werden neue Wasserflächen mit langen Uferlinien, Buchten und Inseln als Brutplätze entstehen, um abwechslungsreiche Strukturen zu erreichen“, macht Petersen-Andresen deutlich.

„Unser Auftrag ist zunächst, mehr als 100.000 Kubikmeter Kleiboden zu entnehmen und ein Zwischenlager zu errichten, das bindet ordentlich Personal und Gerät“, sagt Bauleiter Dennis Slot. Vier Schlepper mit Mulden, die zwischen zehn und elfeinhalb Kubikmeter fassen, drei Bagger und zwei Radlader sind im Einsatz. „Da es in den vergangenen Wochen so viel geregnet hat, mussten wir zusätzlich die Fahrwege verstärken, um ein Vorankommen überhaupt zu ermöglichen“, sagt er. Der Lagerplatz liegt jenseits eines Zwischendeiches, deshalb musste er im oberen Teil geöffnet und mit Auffahr-Rampen versehen werden. Dafür und für den Wegebau haben die Arbeiter viel Material bewegen müssen. Rund 5000 Tonnen Sand und knapp 2000 Stahlplatten wurden benötigt. Bis spätestens Ende Januar 2016 will Slot den Auftrag abgearbeitet haben.

Welche Firma im Endeffekt mit dem Deichbau beauftragt wird, das ist noch unklar. „Die Entscheidung fällt nach einer offiziellen Ausschreibung“, erläutert Frank Barten. Er ist als Geschäftsbereichsleiter Küstenschutz und Häfen, Neubau, Instandhaltung und Betrieb beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Schleswig-Holstein verantwortlich für die Umsetzung der Baumaßnahme. Unterstützt wird er von Projekt-Leiterin Ines Koslowski. „Wir bauen diesen Deich, um für die Bevölkerung Wobbenbülls und der Hattstedter Marsch trotz Klimawandel und Meeresspiegelanstieg eine langfristige Sicherheit zum Leben, Arbeiten und Erholen gewährleisten zu können. Mit diesem nach modernsten Gesichtspunkten konstruierten Landesschutzdeich schützen wir eine Fläche von rund 2400 Hektar und etwa 1200 Bewohner vor dem Blanken Hans“, ist Barten überzeugt.

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