Konzert von zwei Dutzend Gitarristen : Delfin-Therapie für Lennes

Lennes aus Haselund mit seinen Eltern Kenny-Kevin und Ines Hinrichsen, Schwesterchen Gotje und Gitarrenlehrer Carstensen (r.).
Foto:
Lennes aus Haselund mit seinen Eltern Kenny-Kevin und Ines Hinrichsen, Schwesterchen Gotje und Gitarrenlehrer Carstensen (r.).

In Norstedt gibt es am Freitag, 17. Juli, ein Benefizkonzert für einen zweijährigen Haselunder mit Gendefekt. Zwei Dutzend Gitarristen spielen für den kleinen Lennes, um ihm eine Delfintherapie zu ermöglichen.

von
14. Juli 2015, 14:00 Uhr

Schon seit rund drei Jahren nimmt Kenny-Kevin Hinrichsen Gitarrenunterricht bei Jonny Carstensen, doch erst vor kurzem hat er erzählt, warum ihm das Musizieren mit Jonnys Gitarrenfreunden so viel bedeutet: „Unser Sohn ist schwer krank, meine Frau und ich machen uns oft große Sorgen um Lennes. Nur wenn ich Gitarre spielen und singen kann, rücken diese Gedanken mal für eine kleine Weile in den Hintergrund.“ Bei einem Treffen mit der Familie fühlte sich Jonny Carstensen tief berührt von der Geschichte des kleinen Jungen aus Haselund, der vor zwei Jahren mit einem schwerwiegenden Gendefekt zur Welt kam.

Lennes leidet unter Spinaler Muskelatrophie, einer Form von Muskelschwund. Er kann nicht sitzen und wird auch sehr wahrscheinlich nie laufen lernen. Dabei ist der kleine Mann ein ausgesprochen pfiffiges Kerlchen, geistig manchen Gleichaltrigen weit voraus. „Wir glauben, dass er noch ganz viel erlernen kann, um selbständiger zu werden, und legen deshalb all unsere Hoffnungen in eine Delfintherapie“, so Ines (32) und Kenny-Kevin Hinrichsen (37), die fest entschlossen sind, mit Lennes und seiner Schwester Gotje (5) im September 2016 nach Curacao zu fliegen.

Die Therapie auf der kleinen Karibikinsel beinhaltet neben dem muskelstimulierenden Schwimmen verschiedene weitere Behandlungen. Fakt ist, dass sie in dieser Kombination oft den Weg für den späteren Einsatz klassischer, medizinischer Therapien ebnet, die sonst schlichtweg unmöglich wären. „Was genau geschieht, wenn behinderte Kinder mit Delfinen schwimmen, ist schwer zu klären, auf jeden Fall aber sind sie danach wie ausgewechselt“, hat der Familienvater in Erfahrung gebracht. Häufig sei dies für sie der erste Schritt in ein selbstständigeres Leben. Vielleicht ja auch für Lennes, hofft er. Doch die Delpfintherapie ist teuer: 12.000 bis 15.000 Euro muss die Familie für einen zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalt aufbringen.

Bis dahin versuchen die Eltern, den Familienalltag so normal und so fröhlich wie möglich zu gestalten. Doch das ist nicht immer so einfach, obwohl sie ein gut funktionierendes Netzwerk haben und viel Unterstützung erfahren. So war Lennes aufgrund seines schwachen Immunsystems gerade zum wiederholten Mal mit einer lebensbedrohenden Lungenentzündung im Krankenhaus. Jede Woche stehen Frühförderung und Physiotherapie auf dem Programm. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist er zu schwer, um ständig getragen zu werden, also wird Lennes bald einen Elektrorollstuhl benötigen. Dafür muss ein neues Auto her und auch das Haus muss behindertengerecht umgebaut werden. Ein Stehtrainer steht ebenfalls auf der langen Liste künftiger Hilfsmittel. Die Delfintherapie wäre also nur ein erster Baustein in einer langen Reihe von teuren Anschaffungen und zusätzlichen Behandlungen. Einen Teil der für Curacao benötigten Summe haben die Hinrichsens schon zusammen, denn es gab bereits einige Spendensammlungen im Kreisgebiet. Daran möchten sich nun auch Jonnys Gitarrenfreunde beteiligen: Gemeinsam mit dem Verein KulturPunkt Norstedt laden sie für Freitag, 17. Juli, in Jonnys Café, Wasserreihe 14 in Norstedt, zu einem Sommerabend ein. Rund zwei Dutzend Gitarristen spielen für Lennes. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden und um Anmeldung unter Telefon 04843/202312 gebeten.

Spenden für Lennes Delfintherapie nimmt der Verein KulturPunkt Norstedt auf einem zu diesem Zweck bei der Nord-Ostsee-Sparkasse eingerichteten Konto entgegen: IBAN DE22217500000164727844, BIC NOLADE21NOS.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen