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Husum : Delfi-Kurse: Unterstützung für junge Mütter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Delfi-Kurse der Evangelischen Familienbildungsstätte in Husum begleiten die Entwicklung von Babys – und helfen zugleich den Eltern.

Im Raum ist es mollig warm. Matten und Sitzkissen liegen am Boden. Drei quirlige Babys robben durcheinander und entdecken ihre Umwelt. Besonders attraktiv aber ist der winzige aufblasbare Pool, der ein bisschen Wasser enthält. Joyce, Moritz und Bengt patschen vergnügt mit den Händchen hinein. Die siebeneinhalb bis zehn Monate alten Kinder haben sichtlich Vergnügen am hoch aufspritzenden Wasser, juchzen und kreischen fröhlich. Ein besonderer Kurs: Die Babys und ihre Mütter nehmen an dem bindungsorientierten, gruppenpädagogischen Präventionskonzept Delfi in der Evangelischen Familienbildungsstätte des Diakonischen Werks teil.

Delfi ist die Abkürzung für Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell. Vor genau 20 Jahren fanden erste konzeptionelle Überlegungen statt. Entwickelt und zur Reife gebracht wurde Delfi in der Familienbildungsstätte Celle. Nur zwei Jahre später wurden bereits sechs Frauen zu Delfi-Kursleiterinnen fortgebildet. Das Projekt entwickelte schnell Strahlkraft über Niedersachsens Grenzen hinaus. Mittlerweile werden Delfi-Kurse in nahezu allen Bundesländern angeboten. 2014 war die Zahl der Kursleiterinnen schon auf 730 angewachsen. Knapp 30 Multiplikatorinnen bilden die Leiterinnen an 14 Stätten aus.

Das Prinzip von Delfi ist so einfach wie wirkungsvoll – dicht dran an den Bedürfnissen der kleinen Erdenbürger und an denen der jungen Eltern. „Wenn eine junge Mutter sich gut aufgehoben fühlt, geht sie aus der Delfi-Stunde gestärkt nach Hause“, sagt Hebamme Inken Harring-Andresen, Delfi-Kursleiterin seit zehn Jahren und Multiplikatorin. „Beispielsweise erfährt sie hier, dass sie nicht allein ist mit durchwachten Nächten.“

Delfi funktioniert anders als eine übliche Krabbelgruppe und nimmt Rücksicht auf die individuellen Entwicklungsverläufe der Kinder, auf ihre Energien und ihren eigenen Willen, zu lernen und sich fortzuentwickeln, auf ihr Bedürfnis an Zuwendung, Berührung und Liebe, und festigt die feinen Beziehungen zwischen ihnen und der Mutter oder dem Vater. Kursleiterin Katja Timm bringt es auf den Punkt: „Delfi hilft den Müttern, das Kind in Ruhe zu beobachten und zu erkennen, welche Ressourcen es hat und was es alles schon kann – und nicht, was es noch nicht kann.“

Seit Sommer ist Nina Lorenzen mit Joyce-Joleen dabei: „Ich halte die sozialen Kontakte für das Baby für wichtig“, sagt sie. Erste Delfi-Erfahrungen sammelte sie mit ihrer inzwischen dreijährigen Tochter. „Jetzt genieße ich die neue Perspektive mit meiner zweiten Tochter. Es ist schön, die wöchentliche Entwicklung zu sehen.“ Moritz, Sohn von Sarah Nußbaum, ist am Nikolaustag des vergangenen Jahres geboren. Auch sie hat bereits eine zweieinhalbjährige Tochter: „Ich nutze die Zeit im Delfi-Kurs, um mich intensiv mit Moritz zu beschäftigen. Er soll hier im Vordergrund stehen.“ Heike Bayer mit Bengt schätzt den Spaß und die Freude des Lernens miteinander und voneinander: „Das ist die Grundlage einer soliden Bindung zwischen Mutter und Kind“, ist sie sicher.

Die Delfi-Kursleiterinnen bieten professionelle Begleitung bei der spielerischen Kindesentwicklung an – immer mit Rücksicht auf das individuelle Entwicklungstempo. „Durch das gruppenpädagogische Konzept wird der Bindungs- und Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Kind liebe- und verständnisvoll begleitet“, so Inken Harring-Andresen. Der Kurs, jeweils bestehend aus zehn Mal eineinhalb Stunden, ist hilfreich für Kinder im Alter zwischen sechs Wochen und zwölf Monaten. Inken Harring-Andresen: „Die Gruppe wächst zusammen im gemeinsamen Erleben.“

Delfi-Kurse bietet die Familienbildungsstätte auch in ihren Außenstellen Bredstedt, Tönning, Friedrichstadt und St. Peter-Ording an. Anmeldungen im Büro der Familienbildungsstätte montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 04841/2153.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 09:30 Uhr

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