zur Navigation springen

Demo in Tümlauer-Koog : Deichverstärkung angemahnt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der Eiderstedter Deichschau demonstrierten zum wiederholten Mal Bürger in Tümlauer-Koog für einen sicheren Schutzwall. Mit den Arbeiten wird nicht vor 2020 begonnen, hieß es.

„Wir können beruhigt den Sturmflutzeiten entgegengehen“, so Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter beim Husumer Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), zum Abschluss der Eiderstedter Deichschau. Die Deiche seien in einem guten und wehrhaften Zustand. Zusammen mit Oberdeichgraf Jan Rabeler, dem zweiten stellvertretenden Landrat Carsten F. Sörensen und einer Kommission aus Mitgliedern des Deich- und Hauptsielverbandes Eiderstedt, des Katastrophenschutzes Nordfriesland, Vertretern der Amtsverwaltung, mit zahlreichen Bürgermeistern und einigen LKN-Mitarbeitern hatte er den Landesschutzdeich vom Eiderperrwerk bis zum Sperrwerk Husum begutachtet.

Als erstes wurde die Besodung des Deichfußes im Grothusenkoog unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich die Kommission beeindruckt von den vorangeschrittenen Arbeiten. Es wurde entschieden, diese im kommenden Jahr fortzuführen. Auch die Entwässerung am Deichsiel Ehst bei Tating wurde begutachtet. Das Außentief soll weiterhin beobachtet werden. Zufrieden über die ausgeführten Arbeiten zeigten sich die mehr als 30 Teilnehmern auch in St. Peter-Ording. Dort war der Deichkronenweg in Böhl abgesichert und die Rampen der Strandzufahrt in Ording saniert worden.

Einen längeren Stopp mussten die Deichprüfer in Tümlauer-Koog einlegen. Dort wurden sie von Bürgermeister Christian Marwig und einigen Bürgern empfangen. Marwig kritisierte die ständige Verzögerung der dringend nötigen Deichverstärkung. „Schon im vergangenem Jahr sind wir auf dieses Jahr vertröstet worden.“ Es bestehe keine Gefahr, betonte Barten. Für die vorgesehenen Arbeiten, die in drei Abschnitten erfolgen sollen, legte Barten einen Plan vor. „Wir gehen momentan davon aus, frühestens 2020 zu beginnen“, erläuterte er. Begeisterungsstürme löste er damit bei den Bürgern nicht aus. Barten hatte dafür eine gute Nachricht dabei. „Der Tümlauer Hafen bleibt erhalten“, widersprach er entsprechenden Gerüchten. Für 2017 sei eine umfangreiche Sanierung vorgesehen. Dazu gehörten Vorschüttungsen und Spundwanderneuerungen. Auch die Verfüllung der Längsrinnen am Deichfuß und die Vorlandarbeiten kamen zur Sprache. Doch es gab noch einen weiteren Kritikpunkt. So sei am Siel zum Hafen ein neues Gitter angebracht worden. „Das stählerne Schutzgitter war laut EU-Richtlinien um zwei Zentimeter zu niedrig“, erklärte Marwig. Die Arbeiten mussten europaweit ausgeschrieben werden. Am Ende bekam ein Unternehmen aus Niedersachsen den Zuschlag. „Fast 25.000 Euro wurden wegen zwei Zentimetern ausgegeben“, schimpfte er. Und: „Wir haben in unserer Region genügend Firmen, die diese Arbeiten hätten ausführen können.“

Auch das Schöpfwerk Adolfskoog wurde ins Visier genommen. Dabei ging es um die Deichverstärkung Simonsberg bis Uelvesbüller Koog. Dazu soll es am 8. Dezember eine Infoveranstaltung geben, so Barten. Zufrieden zeigte sich das Gremium am Lundenbergharder Siel in Simonsberg. Dort wurden die Sieltore komplett erneuert. Somit sei das Siel wieder voll funktionsfähig.

Weiter ging es zu den Spülfeldern vor Finkhaushalligkoog. Dabei fiel den Fachleuten die erhebliche Staunässe auf. „Mittelfristig muss eine Außendeichdrainage eingebaut werden“, so Barten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen