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Sicherheit nach dem Orkan : Deiche trotzen heftiger Sturmflut

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei einem Besuch des Lagezentrums in Husum lobte Ministerpräsident Torsten Albig das professionelle Krisenmanagement. „Xaver“ sorgte für erhebliche Schäden auf den Inseln Föhr und Sylt.

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erstellt am 07.Dez.2013 | 19:00 Uhr

Die Erleichterung war den Männern ins Gesicht geschrieben – in Husum ließen sich am Freitag Ministerpräsident Torsten Albig, die Minister Dr. Robert Habeck und Andreas Breitner sowie Landrat Dieter Harrsen von Dr. Johannes Oelerich, dem Leiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, und Dietmar Wienholdt, dem Leiter der Abteilung Küstenschutz im Kieler Umweltministerium, die Auswirkungen des Orkantiefs „Xaver“ erläutern. Zwar habe es auf Föhr und Sylt zum Teil erhebliche Schäden und auch nasse Füße gegeben. Auf dem Festland jedoch hätten die Deiche dem Blanken Hans erfolgreich die Stirn geboten, ließen die beiden Küstenschützer verlauten. „Ein Beleg dafür, dass alle aus der Sturmflut von 1962 gelernt und danach die richtigen Entscheidungen getroffen haben“, so Ministerpräsident Albig.

„Unsere Deiche sind sicher.“ Gebetsmühlenartig hatten Oelerich und Wienholdt dies in den vergangenen 24 Stunden immer wieder betont und sich auch von den unerwartet hohen Wasserständen im Verlauf der drei Sturmfluten nicht davon abbringen lassen. Zwar habe die Sturmflut auf Nordstrand den neuen Deich auf eine Länge von gut 200 Metern beschädigt und teilweise sogar den Sandkern freigelegt, dennoch habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, betonte Wienholdt. Dass die Kleischicht abgespült wurde, sei „kein Drama“, so der Abteilungsleiter. Diese sei das „Top-Up“ eines ohnehin schon sicheren Deichs gewesen, so Wienholdt.

Eine Sturmflut mit einem Wasserstand von genau 3,27 Meter über dem mittleren Hochwasser wurde in der Nacht in Husum im Lagezentrum des Landesbetriebs für Küstenschutz registriert – eine schwere Sturmflut, sagte Oelerich, der sich ein Bild von den Schäden verschaffte. An der Küste habe es leichte Schäden gegeben. Zum Teil erhebliche Verluste gab es hingegen auf den Inseln Föhr, Amrum und Sylt. Dünen-Verluste von bis zu zehn Metern muss Föhr verkraften. „In Utersum werden wir im nächsten Jahr unbedingt Sand vorspülen müssen“, betonte Wienholdt.

Einige Keller liefen in Keitum auf Sylt voll. Dort gab es einen Dammbruch, der provisorisch mit Sandsäcken abgedichtet wurde. Erhebliche Dünen-Rückgänge wurden an der Hörnumer Odde verzeichnet, ebenso gab es Abbrüche an der Satteldüne.

Auf Nordstrand wird Anfang nächster Woche mit weiteren Sicherungsmaßnahmen begonnen werden. Zu schaffen machen allen Helfern allerdings die erheblichen Treibselanspülungen, die von den Vorländereien an den Deich geschwemmt wurden. In den nächsten Wochen werden an den betroffenen Stellen Steine aufgeschüttet, erläuterte LKN-Chef Oelerich, denn „der Winter ist noch lang“.

Ministerpräsident Albig lobte das professionelle Krisenmanagement und gab zu, sich in den zurückliegenden Nächten große Sorgen gemacht zu haben. „Xaver“ sei „heftig“ gewesen, sagte der Landeschef, der betonte, dass der Küstenschutz aus der Sturmflut 1962 seine Lehren gezogen habe und nicht zuletzt deshalb in den zurückliegenden Jahren gute Arbeit geleistet wurde. Allerdings: „Wir haben noch eine Menge zu tun. Der Küstenschutz wird Geld kosten – doch er muss es uns wert sein“, sagte Torsten Albig, der das zuvor ausgesendete „Signal“ von Johannes Oelerich richtig gedeutet hatte. Der LKN-Chef machte nämlich deutlich, dass es künftig beim Personal keine Kürzungen geben dürfe.

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