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Zäune blockieren Wanderstrecke : Deich-Spazierweg noch immer dicht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Januar war der Spazierweg auf dem Eiderdeich plötzlich geschlossen. Dann sollte er geöffnet werden, doch er ist immer noch unpassierbar. Friedrichstadts Bürgermeister will sich jetzt kümmern.

Die Sonne lacht, die Wiesenvögel schimpfen laut, wenn sich Schafe in Richtung ihrer Nester bewegen, der Fluss fließt träge in einer großen Schleife Richtung Nordsee und in der Luft singen die Lerchen. Idylle pur, nur wenige 100 Meter südlich von Friedrichstadt an der Eider. Kein Wunder also, dass der Weg auf dem Flussdeich von der Straßenbrücke bis zur Schleuse einer der beliebtesten Spazierwege der Friedrichstädter ist. Aber, sie können ihn nun bereits seit einigen Monaten nicht mehr nutzen – es sei denn, sie sind geschickte Kletterer.

Zäune und schwere Gatter versperren den Weg, der unter anderem auch am Campingplatz und am Wohmobilstellplatz vorbeiführt. Dabei ist der Weg nicht offiziell gesperrt, sondern der neue Pächter hat dort lediglich Zäune aufgestellt, damit seine Tiere nicht von freilaufenden Hunden gehetzt werden. Allerdings hat er dabei nicht bedacht, dass er damit zwar die Tiere sichert, die Spaziergänger aber gleichzeitig auch aussperrt.

Nachdem die Klagen über die Sperrung des Weges die Friedrichstädter Kommunalpolitik in einer Januarsitzung erreicht hatten, setzte sich Bürgermeister Eggert Vogt mit dem Eider-Treene-Verband in Pahlen in Verbindung. Und dieser nahm Kontakt zu dem neuen Pächter auf. In einem Gespräch mit dem Verband und dem Bürgermeister erläuterte dieser seine Beweggründe. Immer wieder hätte der Schafhalter Hunde frei auf dem Gelände laufen sehen. Die Tiere hätten zudem häufig Schafe in Gräben und Zäune getrieben. Daher habe er sich genötigt gesehen, den Weg zu sperren und sogar Verbotsschilder aufzustellen.

Anfang März war es dann so weit, die Einigung war unter Dach und Fach, der beliebte Spazierweg sollte der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Aber, so stellte ein Stadtvertreter in der jüngsten Zusammenkunft der Stadtverordneten fest: „Der Weg ist noch immer unpassierbar.“ Hecktore und Zäune würden ihn blockieren. Beliebt ist der noch immer unpassierbare Weg aber auch bei Urlaubern und Tagesgästen. Denn wer vom neuen Wohmobilstellplatz aus den Deich erklimmt, der sieht vor sich die Eider und deren Vorland mit dem vielfältigen Pflanzen- und Tierleben. Auch die Gäste des nebenanliegenden Campingplatzes schätzen den Weg auf dem Deich. Von dort führt sogar ein eigener Aufgang zur Deichkrone, doch dann ist auch Schluss.

Übrigens, ein Teil des Eiderdeiches gehört gar nicht dem Eider-Treene-Verband. Bislang war die Stadt allerdings immer davon ausgegangen. Während der Gespräche mit Verband und Pächter stellte sich nämlich heraus, dass die Deichkrone von der Eiderbrücke bis zum Denkmal in Höhe des Campingplatzes der Stadt gehört. Allerdings, so sagte der Bürgermeister, habe dieser Geländezugewinn keinen großen Vorteil für die Kommune, außer dass sie ein paar Quadratmeter größer geworden ist. Er versprach zugleich in der Stadtrats-Sitzung, erneut Kontakt mit dem Eider-Treene-Verband in Pahlen aufzunehmen. Dann wolle er auf eine schnelle Öffnung des Weges drängen, denn eigentlich sei diese ja bereits für Anfang März zugesagt worden.

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erstellt am 01.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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