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Fünf Grad mehr Wassertemperatur : Deckel für Freibad reduziert die Kosten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die einzige beheizte Meerwasser-Badestelle auf Eiderstedt soll für das Publikum attraktiver werden. Der Förderverein will die seit 50 Jahren bestehende Institution zudem auf einem ökonomischen Niveau halten.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Durch eine Investition im technischen Bereich kann ein Plus im regelmäßigen Bereich von fünf Grad erreicht werden, um das einzige Meerwasserfreibad Eiderstedts auf einem ökonomischen und auch attraktiven Niveau zu halten. Es gibt Einsparmöglichkeiten bei den Ausgaben, bekundete der Vorsitzende des Fördervereins Meerwasser-Freibad Tönning. „Auf diese Sitzung haben wir lange gewartet“, betonte Jacob Peters gleich in seinem ersten Satz. Im weiteren Verlauf machte der Vorsitzende dann den zahlreichen Zuhörern deutlich, dass es hier „um etwas geht.“ Der Förderverein hätte es sich zur Aufgabe gemacht, das seit 50 Jahren bestehende Meerwasserfreibad auf Eiderstedt attraktiver für das Publikum zu machen.

Bislang waren fachtechnische Beratungen externer Fachfirmen wenig hilfreich. Erst der im Vereinsvorstand entwickelte Vorschlag, die Fachhochschule (FH) Westküste zur Beratung und Unterstützung für ein geeignetes Konzept nachhaltiger Energieversorgung zur Erreichung des gesetzten Zieles einzubinden, brachte überraschend schnell die Wende. Innerhalb weniger Wochen ist es Prof. Dr. Gehlert und seinem Team gelungen, uns ein überzeugendes Konzept anzubieten, das insbesondere für die weiteren Beratungen mit und in den politischen Gremien der Stadt Tönning überzeugende Argumente anbietet.

Das Team der FH wies auf bestehende Wärmeverluste hin. Dass das jetztige Schwimmbad als Becken ohne Abdeckung Verluste ins Erdreich und nach oben hat. Weiteres Ergebnis: Durch Aufstellung von Kollektoren könnten zwischen 1050 und 1100 Kilowatt pro Quadratmeter als Jahresertrag erzielt werden. „An einem sonnigen Tag könnten es durchaus 900 Kilowatt pro Quadratmeter sein“, sagte Prof. Dr. Gehlert.

Tourismusdirektor Torsten Kreß wollte hinsichtlich der Folge- und Wartungskosten wissen, was passiert, wenn der Motor streikt?“ Prof. Dr. Gehlert entgegnete: „Die Wartungskosten liegen bei fünf Prozent der Investitionssumme pro Jahr.“ Zu weiteren Fragen sagte Gehlert: „Ein Wärmetauscher für 100 Kilowatt hat etwa die Größe eines Stuhls.“

Großes Lob kam vom stellvertretenen Fördervereins-Vorsitzenden Egon Kring: „Ich finde das enorm, was die FH erarbeitet hat.“ Torsten Kreß erklärte, „dass wir eine gute Woche brauchen, um das Becken zu befüllen – und eine Filteranlage dafür sorgt, dass das brackige Eiderwasser klar wird.“ Daraufhin stellte Jacob Peters klar: „Der Verein hat das Geld, um in dieses Becken zu investieren.“ Derzeit stünden 80.000 Euro zur Verfügung. Kassenwart Kurt Baumgart unterstützte Peters: „Die Folgekosten sollen nur 4000 bis 5000 Euro pro Jahr betragen.“ Zudem stimmt die Firma, die die Folie installiert, mit der FH Westküste überein, dass somit 90 Prozent Wärmeverlust einzusparen wären. Baumgart setzte nach: „Bei jährlichen Folgekosten von 20.000 Euro würden wir die Angelegenheit nicht weiterverfolgen.“

Der Vorsitzende des Fördervereins wies noch einmal darauf hin: „Wir hatten eine Bürgerbefragung mit dem eindeutigen Auftrag, das Schwimmbad zu erhalten. Auch in der Stadtvertretung besteht eine große Mehrheit.“

Zum Abschluss der mehrstündigen Zusammenkunft im Hotel „Miramar“ bekundete Fraktionsvorsitzender Jan Diekmann (SPD) : „Unsere Fraktion wird das positiv begleiten. Es ist sinnvoll.“ Auch der AWT-Fraktionsvorsitzender Hauke Schmidt war beeindruckt: „Wir unterstützen das auf jeden Fall. Mein Vorschlag wäre eine Entscheidung auf der Hauptausschusssitzung am 6. Oktober – und nicht erst eine Entscheidung in der Novembersitzung.“ Der SSW-Fraktionsvorsitzender Helge Harder und CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Teegen signalisierten ebenfalls Zustimmung. Vor Ort wurde schließlich dem Beschlussvorschlag zugestimmt.

Der Förderverein Meerwasserfreibad Tönning will seinen Kassenbestand noch erhöhen, um in die Planung und in die Anlage zu inverstieren. Außerdem wurde das Meerwasserfreibad als erstes Projekt in der Broschüre „Forschung erforschen“ aufgenommen. An der Zusammenkunft nahm neben den vier Fraktionsvorsitzenden des Stadtparlaments auch die künftige Bürgermeisterin von Dorothe Klömmer teil.

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