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Husumer Werkstätten : Das Ziel ist der erste Arbeitsmarkt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Werkstätten für Menschen mit Behinderungen - sie feiern ihr 35. Sommerfest - hoffen auf noch mehr Partner in der Wirtschaft, um Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen.

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erstellt am 29.Jun.2016 | 14:30 Uhr

Es ist eine Herkules-Aufgabe. Okke Peters hält sie dennoch für lösbar. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen mit Beeinträchtigungen in den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen“, sagt der Leiter der Husumer Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (HWfB). „Doch dafür braucht es Partner in der Wirtschaft.“ Mit einigen Firmen wie dem Husumer Elektrolytkondensatoren-Hersteller Fischer und Tausche Capacitors (FTCAP) oder der Tönninger Elektrobau GmbH & Co. KG, die Baustellen-Lampen für den internationalen Markt produziert, arbeiten die Werkstätten schon seit vielen Jahren eng zusammen. „Bei diesen Unternehmen unterhalten wir auch einige Außenarbeitsplätze“, berichtet der Werkstatt-Leiter. Aber wenn es nach Peters geht, „dürfen es gern noch mehr werden“.

„Auch wir selbst möchten gern noch stärker als Partner der Wirtschaft wahrgenommen werden“, sagt er. „Deshalb haben wir in diesem Jahr erstmals einen ,Nachbarn‘ gebeten, die Schirmherrschaft für unser Sommerfest zu übernehmen.“ Dessen 35. Auflage soll am Sonnabend, 16. Juli, über die Bühne gehen. Der Erlös kommt traditionell den Freizeiten der Beschäftigten zugute. In der Vergangenheit war die Schirmherrschaft zumeist den Leitern jener Ämter zugefallen, aus deren Zuständigkeitsbereich die Beschäftigten kommen. „Aber es muss ja nicht immer die Politik sein“, nimmt der Werkstattleiter den Faden wieder auf.

Wie gut die HWfB schon jetzt vernetzt sind, zeigt sich unter anderem daran, „dass uns alle Jahre eine große Woge der Unterstützung trägt, ohne die wir das alles hier gar nicht machen könnten.“ Schirmherr des 35. Festes auf dem Gelände der Dieselstraße 18 ist Ole Singelmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ost. Gemeinsam mit Okke Peters wird er es am Sonnabend (16.) um 10 Uhr eröffnen. Danach erwartet die Besucher jener bewährte Mix aus Musik, Unterhaltung und Leckereien, der das Sommerfest seit Jahren zu einem festen Anziehungspunkt macht. Und natürlich werden sich auch die Beschäftigten nicht verstecken, denn das hier ist ihr Fest.

Für Besucher, die die Dieselstraße nicht aus eigener Kraft ansteuern wollen oder können, wird in der Zeit von 10 bis 16 Uhr ein Bus-Pendelverkehr zwischen dem Husumer Kaufhaus in der Großstraße und dem Festgelände eingerichtet. Und auch den beliebten Flohmarkt soll es wieder geben: „Da sind allerdings nur noch ganze sechs Plätze frei“, erklärt Okke Peters. Anmeldungen nimmt Wiebke Neumann unter Telefon 04841/987354 entgegen.

Von der Ausnahme zurück zum Regelfall: Um deutlich zu machen, wie ernst es ihnen ist, „unsere Leute auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen“, beteiligen sich die Werkstätten seit kurzem an einem Unternehmen der Firma Nissen, das mobile Absturzsicherungen für den Straßenbau herstellt. „Damit werden wir kein Geld verdienen“, sagt Peters. „Aber mit unserem Wissen helfen wir Unternehmen, in ihren Betrieben optimale Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen zu finden.“ Und da ist noch etwas: „Auf diese Weise können wir Wirtschaft und Öffentlichkeit zeigen, dass Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt durchaus ihren Mann stehen. Aber jetzt wird erst einmal Sommerfest gefeiert.

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