Feuerwehr-Bedarfsplan : Das Wilde Moor bereitet Kopfschmerzen

400 Hektar des Moores gehören zur Gemeinde Winnert.
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400 Hektar des Moores gehören zur Gemeinde Winnert.

400 Hektar Naturfläche müssen im Feuerwehr-Bedarfsplan der Gemeinde Winnert berücksichtigt werden. Dadurch ist die Gemeinde gezwungen, ein größeres und teureres Fahrzeug anzuschaffen.

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22. Juni 2014, 13:00 Uhr

Schwerpunkt der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung in Winnert war der Feuerwehr-Bedarfsplan. Doch zunächst holte Wehrführer Heiko Mailahn ein wenig aus: 21 neue fördernde Mitglieder habe die jüngste Werbeaktion erbracht und vier davon sind in den aktiven Dienst eingetreten. Mailahn: „Hervorzuheben ist, dass die 17 neuen Förderer ein Mehrfaches des jährlichen Mindestbeitrages von zehn Euro zahlen.“

Dann kam er zum Thema Feuerwehr-Bedarfsplan. Das bisherige Fahrzeug ist 27 Jahre alt und zu klein. Das Notstromaggregat muss im Privatwagen zum Einsatz transportiert werden (wir berichteten). Die Gemeinde-Risikoklasse erfordert ein Fahrzeug mit 95 Punkten. Ein solches passt aber nicht in das Gerätehaus, zudem ist dazu ein großer Führerschein nötig. Der Wehrführer: „Wenn wir das Wilde Moor aus der Berechnung streichen, würden wir in eine geringere Risikoklasse rutschen. Das dann nötige Fahrzeuge würde auch in die Halle passen.“

Ordnungsamtsleiterin Diana Meyer sagte dazu: „Die Gemeinde kann sich nicht darauf berufen, dass in den benachbarten Gemeinden große Feuerwehrfahrzeuge bereitstehen. Allein der Feuerwehrbedarfsplan ist Grundlage. Wenn die Punkte mit dem neuen Fahrzeug nicht erreicht werden, gibt es auch keine Förderung. Für Winnert würde es die Grundförderung von 20 Prozent geben – alles weitere kommt nicht zum Tragen.“ Weitere zehn Prozent Zuschuss kämen nicht infrage, da Winnert keine Fehlbedarfs-Gemeinde sei, erläuterte Diana Meyer.

Gemeindevertreter Gunnar Belbe-Krokowski: „Wir müssen überlegen, ob wir das alte Auto behalten und ein 80-Punkte-Fahrzeug zusätzlich anschaffen, oder wir kaufen ein 95-Punkte-Einsatz-Fahrzeug, das nicht in die Halle passt.“ Bürgermeisterin Jutta Rese stellte klar: „Dass wir ein neues Feuerwehrauto brauchen, ist unstrittig. Wir haben aber das Problem Wildes Moor. Winnert gehören davon rund 400 Hektar Fläche.“ Die Ordnungsamtsleiterin teilte mit, dass die Gemeinde 140.000 Euro im Haushalt eingeplant habe. Die Gemeinde-Chefin: „Wir alle würden uns einen Vorwurf machen, wenn wir beispielsweise 30.000 Euro weniger ausgegeben hätten und im Ernstfall feststellen, das falsche Fahrzeug gekauft zu haben.“ Der Gemeinderat müsse die Entscheidung für die nächsten 25 Jahre treffen, betonte der Wehrführer. Eine Entscheidung wurde vertagt.

Im Ortsteil Winnertfeld wird die Stromleitung oberirdisch an Masten geführt, das alles ist 40 Jahre alt. Die Bürgermeisterin: „Die dortigen Einwohner hatten nach dem Orkan lange keinen Strom.“ Das Kabel soll nun unterirdisch verlegt werden, drei Straßenlampen mit LED-Technik sollen aufgestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 15.000 Euro. Die Baumaßnahme „Verkleidung des Silogebäudes beim Bauhof“ wird nach einer längeren Diskussion erstmal verschoben – Angebote über rund 3500 Euro lagen vor.

Lars Reimers trug die Jahresrechnung vor, die über- und außerplanmäßige Ausgaben von 76 951 Euro beinhaltet. Der Jahresüberschuss beträgt 34 367 Euro.

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