App für Neubürger : Das Tor zu Bildung und Integration

Haben die Datenbank aufgebaut: Karolin Kessel (r.) und Vittoria Iallonardo vom Kreis Nordfriesland.
Haben die Datenbank aufgebaut: Karolin Kessel (r.) und Vittoria Iallonardo vom Kreis Nordfriesland.

Die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Steinburg starten eine umfangreiche Bildungs-Datenbank für neue Mitbürger.

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07. September 2018, 00:00 Uhr

Sie stößt die Tür ins Bildungssystem ganz weit auf: die neue Datenbank mit Bildungsangeboten für Zugewanderte. „Bi-in“ soll als App für das Smartphone und Web-Version für den Computer (www.bi-in.de) Neuankömmlingen in der Region und anderen Interessierten den Zugang zu Bildung und damit auch Integration spürbar erleichtern. Die gemeinsame Datenbank der Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Steinburg ist kostenlos nutzbar und in Art und Umfang landesweit einmalig.

Die Fäden für das Vorzeige-Projekt der drei Kreise laufen im Husumer Kreishaus zusammen. „Es gibt viele gute Integrationsangebote vor Ort, schwierig ist es jedoch das jeweils Passende zu finden . Hier soll die neue App Abhilfe schaffen“, sagt Karolin Kessel. Sie ist beim Kreis Nordfriesland Koordinatorin der Bildungsangebote für neu Zugewanderte. Gemeinsam mit Vittoria Iallonardo – sie ist im Fachbereich Jugend, Familie und Bildung zuständig für frühe Hilfen – hat sie dafür gesorgt, dass die Datenbank schon zum Start mit rund 180 Einträgen gefüttert ist. Sie wartet mit Angeboten in sieben Sprachen auf: Deutsch (inklusive leichter Sprache), Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Türkisch und Russisch.

Die Palette umfasst Angebote für die komplette Lebensspanne von Menschen: Schwangerschaft und Geburt, Ausbildung und Beruf, Sprachkurse, aber auch Freizeit und Kultur. Die einzelnen Kategorien sind mit Filterfunktionen kombinierbar, so dass konkrete Informationen für werdende Eltern, Kinder, Familie, Jugendliche, Erwachsene und Kosten ausgeworfen werden. Ein Link zur Landes-Verkehrsservicegesellschaft Nah.SH weist den kürzesten Weg.

Dabei ist „Bi-in“ ein wachsendes und lernendes System, das auch Schnittstellen zu anderen Datenbanken ermöglicht. „Unser Ziel ist eine möglichst vollständige Auflistung aller guten Bildungsangebote für Migranten und frühe Hilfen in einer App – das ist unser Anspruch“, betont Christina Thiesen, Leiterin der Hauptsachgebietes Bildung beim Kreis. „Davon werden alle profitieren“, bekräftigt Kessel. Denn auch Beratungsstellen und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern werde die Datenbank mit News-Funktion für freie Kursplätze und neue Angebote die Arbeit erleichtern. Weitere Anbieter, die sich beteiligen möchten, können sich (bildung@nordfriesland.de) via E-Mail melden.

Die Bildungs-Koordinatorinnen der drei Kreise haben die App gemeinsam mit dem Kommunikationsdesigner Andre Marohn aus Heide entwickelt. Die Gesamtkosten von 46 000 Euro werden zu 80 Prozent aus Mitteln des Regionalbudgets Westküste im Landesprogramm Wirtschaft finanziert. Den Rest tragen Nordfriesland, Dithmarschen und Steinburg. Der Kreis Pinneberg wird möglicherweise auch bald in das Projekt einsteigen – Gespräche laufen bereits. Nach der Förderphase wäre es zudem möglich, dass sich auch Ostküsten-Kommunen einbringen. Landrat Dieter Harrsen geht sogar davon aus, dass auf Landesebene großes Interesse daran bestehen dürfte, die Datenbank künftig mit flächendeckenden Angeboten zu füttern.

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