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Aktion „Menschen des Jahres“ : Das sind unsere Kandidaten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Außergewöhnliches Engagement im Alltag: Die Leser der Husumer Nachrichten haben die Qual der Wahl. Abgestimmt werden kann bis zum 23. November.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Tausende Menschen engagieren sich für das Gemeinwohl. Sie beweisen Mitmenschlichkeit oder Zivilcourage, sind als große und kleine „Helden des Alltags“ still und leise das Rückgrat der Gesellschaft. Und viele tun das ganz ohne Erwartungen. Dabei ist es gut, diesen Bürgern einmal für ihren selbstlosen Einsatz zu danken und sie zu würdigen. Unsere Zeitung und unsere Leser wollen dies tun. Und so rufen die Redaktionen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) und des A.-Beig-Verlages auch 2014 die Aktion „Menschen des Jahres“ aus. Seit 2002 gehört diese Leser-Aktion zu unserer Zeitung. Nominiert werden Bürger, die durch besonderes ehrenamtliches Wirken oder selbstlosen Einsatz für Mitmenschen aufgefallen sind. Die bundesweit einmalige Aktion wird mit der Flensburger Brauerei als Partner gestaltet. Seit 2011 werden die „Menschen des Jahres“ auch im Bereich der Husumer Nachrichten gewählt.

Und das funktioniert so: Die Redaktion nominiert Kandidaten in ihrem Verbreitungsgebiet, die sich durch ehrenamtliches Handeln oder besondere Taten hervorgetan haben (siehe unten; in alphabetischer Reihenfolge). Die Leserinnen und Leser haben dann per Stimmzettel, per Telefon oder im Internet die Wahl und können ihre Stimme abgeben. Die lokalen Sieger der Aktion nehmen an der Wahl zum „Menschen des Jahres 2014“ auf Landesebene teil, die im Dezember erfolgt.

Die Leser der Husumer Nachrichten wählen aus vier Vorschlägen den Kandidaten, der für unsere Zeitung ins Rennen geht. Abgestimmt wird bis Sonntag, 23. November. Und wer weiß, vielleicht gewinnt ja der HN-Kandidat am Ende auch auf Landesebene. Doch das Wichtigste ist: Die Aktion „Menschen des Jahres“ zollt stets dem ehrenamtlichen Engagement der Menschen in Schleswig-Holstein Respekt und Anerkennung. Egal, wer die Wahl gewinnt – Sieger der Aktion sind nicht nur die Nominierten, sondern auch alle anderen Menschen, die sich selbstlos für den Nächsten und damit für den sozialen Zusammenhalt einsetzen. Dieser Einsatz ist unersetzbar.

Isolde Brendler: Verlässliche Begleiterin in der Trauer

Es gibt Menschen, die werden von ihrem Verstand geleitet. Andere folgen ihrem Herzen. Beide haben es nicht immer leicht. Am schwersten ist es wohl, mit dem Kopf zu fühlen und mit dem Herzen zu denken.

Isolde Brendler kann das und strahlt es aus – auch wenn sie selbst viel zu bescheiden ist, derartiges von sich zu behaupten. Fragen beantwortet die 70-jährige Mitbegründerin des Ambulanten Hospiz-Dienstes Husum und Umgebung offenherzig, aber wohlüberlegt. So jemanden wünschte man sich an seiner Seite, wenn  es ernst wird, wenn man nicht weiter weiß oder wenn es nicht mehr weitergeht.

 „Wir sind immer mit dem anderen Ende verbunden“, sagt Isolde Brendler. Wie wahr und wie schmerzvoll zugleich das ist, hat sie am 6. November erfahren müssen, als ihr Mann Rolf sprichwörtlich aus dem Leben gerissen wurde – aus seinem und aus ihrem. Dass sie dennoch für die Wahl zum „Menschen des Jahres“ kandidiert, ist für Isolde Brendler auch eine Hommage an ihren Mann:  „Rolf hätte es so gewollt“, sagt sie.

Zur Hospizarbeit kam die Husumerin  durch einen Zufall. „Das heißt, nein“, korrigiert sie nach kurzer Überlegung, tatsächlich sei sie ihr wohl zugefallen. „Ich war damals in einer kleinen Krise“, erklärt Brendler und holt – zum besseren Verständnis – „ein wenig aus“. Sie habe immer gearbeitet, obgleich sie das – wie es so schön heißt – „nicht nötig gehabt“ hätte. Ihr Mann Rolf hätte problemlos beide ernähren können. Dann  folgt ein Satz, der typisch ist für Isolde Brendler: „Ich konnte ja aber nicht davon ausgehen, dass wir zusammen alt werden.“ Ein Hauch von Trauer umflort diese ach so realistischen Worte, aber auch große Dankbarkeit.

Zuletzt hatte die gelernte Sekretärin und gläubige Christin das Prediger-Seminar in Breklum unterstützend mit aufgebaut. „So etwas kann ich“, sagt sie. Doch dann passierte etwas, was Brendler nicht für möglich gehalten hätte. Das Seminar wurde aufgelöst. Als habe es so sein sollen, fand sie kurze Zeit später in den Husumer Nachrichten eine Anzeige. Das Diakonische Werk und die Caritas suchten Menschen für die Gründung einer  ehrenamtlichen Hospiz-Gruppe. „Es war nicht so, dass ich auf diesem Gebiet Erfahrungen hatte“, räumt Brendler ein. Aber weil sie bereits ihren Vater und den Bruder auf ihrem letzten Weg begleitet hatte, wollte sie es zumindest versuchen. „Ich habe das als Herausforderung und Chance betrachtet“, sagt sie heute und hat es nicht bereut.  Es folgte eine einjährige Ausbildung – „die einzige im Ehrenamt überhaupt“, erläutert  Brendler.

Schon kurz nach der Gründung der ökumenischen Hospizgruppe plädierte eine Mehrheit der Mitglieder dafür, dass diese fortan frei von Konfessionen arbeiten solle. So wurde der Ambulante Hospiz-Dienst Husum und Umgebung

 gegründet – mit 16 Personen, unter ihnen auch Ehemann Rolf. „Ein schwieriger Weg, weil keine Institution hinter uns stand, wir von Spendengeldern leben mussten. Und die sind bis heute nicht leicht zu bekommen, auch weil es mittlerweile stationäre Hospiz-Einrichtungen gibt“, berichtet sie.

Es sei nicht immer einfach, Zugang zu einem Trauernden oder Sterbenden zu finden, fährt sie fort. „Und manchmal bin ich eben auch nicht die Richtige. Das gehört dazu. Aber manchmal erfahren wir auch Dinge, die vielleicht nicht einmal die engsten Angehörigen wissen.“  Es gehe darum, eine liebevolle Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, sagt Brendler – eine Atmosphäre, in der sich der andere im besten Wortsinn erleichtern kann. „Das kann auch dir selbst sehr viel geben. Aber du musst damit leben, ohne darüber reden zu dürfen. Wir sind zum Schweigen verpflichtet.“

In der Hospiz-Begleitung begegnete ihr viel Trauer. Sie machte eine weitere einjährige Ausbildung zur Trauerbegleiterin. In Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte und dem Hospiz-Dienst hat Brendler dann eine Trauergruppe mit ins Leben gerufen. Aber auch Trauer-Begleitungen mit Einzelnen gibt es  –  immer im Auftrag des Hospiz-Dienstes. Überdies betreut sie eine alte Dame, die sich das ausdrücklich gewünscht hat. So schließt sich der Kreis: „Ich mach’ das heute für sie, und irgendwann macht es jemand für mich. Wir sind halt immer mit dem anderen Ende verbunden.“ Deshalb wird ihr auch Ehemann Rolf über seinen Tod hinaus bleiben, was er in ihrem Leben war.

(Rüdiger Otto von Brocken)

Rainer Bruns: Soziale Ader für Menschen in Not

„Ich habe viel Gutes von dieser Gesellschaft gehabt, und dann  muss man auch etwas zurückgeben“, sagt Rainer Bruns. Anderen  zu helfen,  empfindet der 68-jährige Nordstrander als Verpflichtung – im Kleinen wie im Großen. Und das führt letztlich auch  dazu, dass sein Ruhestand streckenweise regelrecht zum Unruhestand mutiert. Der ehemalige Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste bringt sich gern ein – ehrenamtlich versteht sich.

Mit Herzblut ist Rainer Bruns Team-Chef der NF-Oldie-Stars – seit mehr als zwei Jahrzehnten.  Aus dem Spaß am Sport wurde 1994 ein soziales Projekt auf dem grünen Rasen. Als ein Familienvater verunglückte und das Geld nicht einmal mehr reichte, um die Kindergarten-Gebühren aufzubringen, stellte sich die Hobby-Kicker-Truppe in den Dienst der guten Sache. Zusammen mit dem damaligen Propst Manfred Kamper hob Rainer Bruns die Aktion „Familien in Not“ aus der Taufe. Aus diesem „Feuerwehr-Fonds“ wird seitdem  immer dann rasch und ohne öffentliches Aufhebens geholfen, wenn es wirklich „brennt“.

Oft reichen kleine Beträge:  Als Eltern ihr Mädchen bei Eiseskälte in Ballerinas zur Schule schicken mussten, weil das Geld nicht für Winterstiefel reichte, wurden  sofort neue Schuhe  angeschafft – ohne Behördengänge oder Anträge. „Das geht ohne Bürokratie und Nachweis“, sagt Bruns. Dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht, stehen jeweils amtierende Pröpste   mit ihrem guten Namen. Mehr als 95.000 Euro haben die Kicker um ihren Nordstrander Coach inzwischen auch dank Hilfe weiterer Unterstützer eingespielt. Und Rainer Bruns bleibt am Ball: „Im nächsten Jahr möchte ich die 100.000-Euro-Marke knacken“, hofft er.

Dass es nicht jeder aus eigener Kraft schaffen kann und deshalb Hilfe anderer bedarf, ist für den in Niedersachsen aufgewachsenen, gelernten Vermessungstechniker Antrieb genug. Er selbst hatte es ebenfalls nicht immer leicht. Aber er  hatte neben viel Fleiß auch Glück in seinem bewegten  Leben. Sein Studium zum Vermessungs-Ingenieur finanzierte er durch Jobs als Fernfahrer oder  Tankwart, die Arbeit in einem Gummiwerk und  Nachhilfe. „Ich habe mein Geld immer selbst verdienen müssen“, sagt er. Stationen bei einem führenden Bauunternehmen in Papenburg und ein Abendstudium zum Wirtschafts-Ingenieur schlossen sich an, ehe er in der Datenverarbeitung und später als stellvertretender Wirtschaftsförderer der Stadt Bielefeld arbeitete. Schon in jungen Jahren engagierte sich Bruns ehrenamtlich und unentgeltlich  – bei der Johanniter Unfallhilfe, in der Schulpflegschaft oder im Jugendvorstand sowie als Trainer bei  Arminia Bielefeld, dessen Mitglied er seit mehr als 40 Jahren ist.

Als 1990 die Leitung des damaligen Amtes für Wirtschafts- und Verkehrsförderung des Kreises Nordfriesland ausgeschrieben wurde, griff Bruns zu. Mit  seiner Frau Karla, sie ist heute stellvertretende Bürgermeisterin von Nordstrand, wechselte er  in den hohen Norden. „Können Sie Wind ab? Wenn nicht, dann dürfen Sie die Stelle nicht annehmen!“, war ihm seinerzeit geraten worden. Aber die Aussicht auf eine frische Brise konnte den passionierten Motorradfahrer mit einer DKW, Baujahr 1939, und einer BMW, Baujahr 1952, in der Garage natürlich nicht schrecken. In Nordfriesland sorgte er mit dafür, dass es einen funktionierenden Öffentlichen Personennahverkehr und das Nordfriesische Innovations-Center in Niebüll gibt. „Das ist mein Kind“, sagt Rainer Bruns nicht ohne Stolz, „dadurch sind Arbeitsplätze geschaffen worden.“

Die Überzeugung, dass es dazu eines wirtschaftsfreundlichen Klimas und einer intakten Infrastruktur bedarf, war von 1999 an schließlich auch Antrieb für seine Tätigkeit als Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste. Dass es in Schleswig-Holstein in punkto Infrastruktur eklatante Defizite gibt, lässt den 68-Jährigen auch heute nicht ruhen.  Als Vorsitzender der  Volksinitiative zum Weiterbau der A20 sammelte Bruns  mit Mitstreitern  mehr als 28000 Unterschriften, um den Landtag zu bewegen, Farbe in dieser wichtigen Frage  zu bekennen. Fruchtet das nicht, soll ein Bürgerentscheid folgen, für den 80.000 Unterschriften nötig wären. 

 „Ich bin dafür, dass  möglichst viele Menschen Arbeitsplätze haben und gutes Geld verdienen. Der Staat muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Wirtschaft funktioniert“, sagt Bruns.    Im Interesse der Sozialpartnerschaft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern wirkt er in der Selbstverwaltung mehrerer Krankenkassen und in der Deutschen Rentenversicherung Nord mit. Und um Know-how an die Westküste zu holen, engagiert  sich Bruns  zudem seit 15 Jahren in der Husumer  Universitätsgesellschaft.

Auch wenn sie knapp ist: Zeit fürs Private bleibt dennoch – für ausgedehnte Motorradtouren (zweimal New York - San Francisco) oder die beiden Söhne und vier Enkelkinder. Und  dafür, dass Rainer Bruns regelmäßig richtig durchatmen kann, sorgt Heinrich. Mit dem pechschwarzen Labrador geht er mehrmals täglich  über die Insel oder an den Deich – bei Wind und Wetter. „Ich habe mich nie verbiegen lassen“, sagt Rainer Bruns –  von einer kräftigen Nordsee-Brise schon gar nicht.

(Jörg von Berg)

Anne Dupke: Die Krebshilfe ist ihr eine Herzensangelegenheit

Das Motto „Tue Gutes und rede darüber“ gehört nicht zur Lebensphilosophie der 63-jährigen  Anne Dupke. Die Wester-Ohrstedterin hat einen großen Garten mit vielen Blumen. Diese bindet sie zu Sträußen und bietet sie zum Mitnehmen an. Die floralen Grüße stehen in Gläsern auf einem Hocker, der sich direkt an der Straße ihres Grundstücks befindet. Wer einen Strauß haben möchte, schmeißt Geld in einen gesicherten Trog. Über die Höhe des Betrages entscheidet jeder selbst. Das gleiche gilt für die Sonnenblumen zum Selbstpflücken. Im Herbst zählt Anne Dupke das Geld  zusammen und überweist es seit 14 Jahren zu 100 Prozent an die Deutsche Krebshilfe. Anfangs waren es 240 Mark, in diesem Jahr kamen 2300 Euro zusammen.

Wohl ist ihr nicht dabei, dass sie eine Kandidatin für die Wahl zum „Mensch des Jahres“ ist. „Ich glaube, dass ich es nicht verdient habe“, gibt sie zu verstehen. Dabei ist sie es, die den Menschen Mut machen kann. Beispielsweise wenn es darum geht, nie aufzugeben, seine Träume zu verwirklichen und sich bewusst zu machen, das nichts selbstverständlich ist.

Anne Dupke hat zwei Mal dem Tod ins Auge gesehen. Sie spricht nicht gerne darüber. Warum auch? „Ich bin gesund und das ist es, was zählt.“ Im Jahr 2000 erhielt sie die Diagnose Krebs. Vier Jahre später, nach einer langen Behandlungs-Odyssee, kehrte der Krebs zurück. Wieder nahm sie den Kampf auf und gewann. Inzwischen gilt sie als geheilt. Als sie nach ihrer ersten Diagnose wieder bei  Kräften war, wollte sie etwas Gutes tun und fing an, einen Teil ihres 4000 Quadratmeter großen Grundstücks in eine Blumenwiese zu verwandeln. Damit erfüllte sie sich auch einen Traum, denn sie wollte eigentlich Floristin werden. Ihre Schwester riet ihr ab – wegen der ständig kaputten Hände. Während Anne Dupke aus alten Zeiten erzählt, schaut sie auf ihre Finger, schmunzelt und muss zugeben, dass ihre Schwester Recht hatte.

Die  63-Jährige arbeitete  erst bei einer Versicherung und war später im Bauamt des Kreises Nordfriesland tätig. Als ihr Sohn Ulf zur Welt kam, blieb sie  zu Hause, um für ihn da zu sein. Ihr Ehemann, Hartmut Dupke  arbeitete bei der Husumer Schiffswerft als Schiffsbaumeister. 2000 verlor er seinen Job und Anne Dupke wurde wenig später schwer krank.  Nachdem der heute 63-Jährige neue Arbeit fand und seine Ehefrau den Sprung zurück ins Leben schaffte, hielt sie sich sportlich fit. Sie nahm am Inliner-Marathon auf Nordstrand teil, joggte oder fuhr auf dem Fahrrad nach Flensburg, um ihren Ehemann von der Arbeit abzuholen. Nebenbei hatte sie alle Hände voll zu tun: Mit dem Binden von Sträußen und mit ihren Hunden.

Huskys hat das Ehepaar seit 1980 und nimmt erfolgreich an Rennen teil. So blicken die Dubkes  auf dritte Plätze auf Welt-, Europa- und Deutschlandebene zurück, genau wie auf mehrere Titel als Norddeutsche Meister. „Hunde sind die beste Therapie“, weiß Anne Dupke aus Erfahrung.  Inzwischen fährt  sie keine  Rennen mehr. Hartmut Dupke aber nahm  am 2. November an der Deutschen Meisterschaft  teil.

Drähte spannen, Pfähle setzen, Saat in die Erde streuen  für die neue Saison  sind seine Aufgaben.  Neben vielen  Blumen  recken jährlich an die 1000 Sonnenblumen ihre Köpfe in den Himmel.  Anne Dupke  war auch schon Retter in der Not, wenn Ehemänner hilflos vor ihr standen, weil sie den Hochzeitstag oder den Geburtstag ihrer Liebsten vergessen hatten.  Auch klingeln Leute bei ihr und übergeben einfach so eine Spende. Apropos: Ein jährlicher Geschäftsbericht der Krebshilfe mitsamt Spendenbescheinigung ist stummer Zeuge darüber, dass das Geld seine Bestimmung findet. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich persönlich etwas zurückgeben kann. Wir freuen uns, wenn wir sehen, dass es in der   Forschung voran geht und der Krebs besser bekämpft oder sogar geheilt werden kann.“

(Simone Mommsen)

Michael Klotzke: Bescheidner Taktgeber fürs Landsmusikfest

„Ich in der Vorauswahl? Wie sind Sie denn auf mich gekommen?“ Michael Klotzke staunt nicht schlecht, als die Husumer Nachrichten auf ihn zukommen, um ihn  für den diesjährigen Wettbewerb „Menschen des Jahres“ vorzuschlagen. „Gibt es da nicht Personen mit größeren Verdiensten?“ Könnte sein, Herr Klotzke, aber das werden am Ende die Leser entscheiden, wenn sie aus den Kandidaten unseres Verbreitungsgebietes ihren Favoriten wählen. Jedenfalls hat der 56-Jährige  eine Menge auf die Beine gestellt, um sich diesen Titel auf regionaler Ebene allemal zu verdienen.

Wobei der Bredstedter in aller Bescheidenheit gleich einmal klarstellt, dass  ein Großereignis wie das 38. Landesmusikfest, das vom 5. bis 7. September in Klotzkes Geburtsstadt über die Bühne ging, natürlich nicht von einer einzelnen Person gewuppt werden könne. Das ist sicherlich richtig, aber dazu später mehr. Fakt ist, dass so gut wie alle Fäden im Hause Klotzke in der Hermannstraße zusammenliefen. Der Vorsitzende des ausrichtenden Spielmannszuges Bredstedt, der die Kosten für die  drei tollen Tage auf   25.000 Euro taxiert,  holte potente Sponsoren ins Boot und wickelte in vielen Telefonaten die Gespräche mit den zuständigen Behörden ab. Seine Frau  Anja kümmerte sich derweil um die Organisation, den Ablauf und „den Rest“. Sollte der selbstständige Versicherungsfachmann also „Mensch des Jahres“ werden, wäre das automatisch auch eine Auszeichnung für seine 43-jährige bessere Hälfte, die gleichzeitig  Schriftführerin im Verein ist.

Nur, um noch einmal die Dimensionen zu verdeutlichen:  Die Bredstedter Spielleute waren drei Tage lang Gastgeber für 1009 Teilnehmer aus knapp 30  Musikvereinen  aus dem Land – plus zweien aus Mecklenburg-Vorpommern, die der Partnerverband des Musikverbandes Schleswig-Holstein (MVSH) entsandt hatte. Sie alle mussten verpflegt und untergebracht werden, zum Beispiel in der Gemeinschaftsschule. Dazu galt es unter anderem, für schätzungsweise 3000 Zaungäste eine Infrastruktur zu schaffen. Apropos: Über den  Publikums-Andrang  staunt Klotzke immer noch. Auf dem Marktplatz hatte man eine Tribüne mit 100 Sitzplätzen aufgebaut – „damit kamen wir nicht aus“.

Der Motor des  Musikfestes der Begegnung und der kurzen Wege sieht die große Zuschauer-Resonanz denn auch als positives Zeichen: „Wir haben es geschafft, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, diesem Ereignis beizuwohnen.“ Überhaupt ist die Akzeptanz vor Ort überwältigend gewesen, findet Klotzke, der alles  so weit vorbereitet hatte, dass er am Ende  nur noch auf dem Fahrrad als koordinierender Ansprechpartner zwischen den einzelnen Schauplätzen unterwegs war. Allen schien bewusst zu sein, dass  jenes Geschenk, das der fest im örtlichen Handwerkerverein verwurzelte Spielmannszug zu seinem 90-jährigen Bestehen sich und der Stadt  machen wollte, etwas Besonderes sein sollte – und von bleibender Erinnerung. Ob Jugend- oder große Wehr, Polizei, Stadt, Bauhof oder die vielen helfenden Eltern von Spielleuten – sie alle arbeiteten Hand in Hand.

So gut, dass Klotzke von allen Seiten nur positive Rückmeldungen bekam.  Bis hin zu jenem Mitglied des MSHV-Vorstands, das ihn am letzten Abend lobend zur Seite nahm:  „Das  war so toll, das könntet Ihr jetzt eigentlich immer machen!“ Kein Wunder, dass es unserem Kandidaten bereits am ersten Abend auf der Bühne ein Bedürfnis war, diese Worte aus tiefstem Herzen loszuwerden: „Ich bin stolz, ein Bredstedter zu sein!“

(Lars Peters)

Und so stimmen Sie ab

Sie können sich auf vielfältige Weise an der Aktion  beteiligen. Zum Beispiel diesen Coupon ausfüllen und einsenden an: Husumer Nachrichten, Redaktion, Markt 23, 25813 Husum. Sie können auch  für ihren „Menschen des Jahres“ anrufen (für 14 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk deutlich teurer). Die Stimmen werden  bis  zum  23. November  gesammelt. Das Ergebnis wird bei der Siegerehrung bekanntgegeben.

Die Rufnummern:

Isolde Brendler: 01375-80400489 01

Rainer Bruns: 01375-80400489 02

Anne Dupke: 01375-80400489 03

Michael Klotzke: 01375-80400489 04

Oder schicken Sie eine SMS  mit dem Inhalt „shz hn“ und der Kandidatennummer (also etwa „shz hn 01“) an  die Nummer 42020 (Kosten tarifabhängig, wie normale SMS).

Oder stimmen Sie online  ab auf unserer Homepage www.shz.de/menschdesjahres

Abstimmen können Sie auch auf  facebook.com/husumernachrichten

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