Bürgermeisterwahl Husum : Das Schaulaufen hat begonnen

Die sieben Kontrahenten: Holger Eichhorn, Martin Hanisch, Regina Hardel, Jens Johannsen, Alfred Mordhorst, Uwe Schmitz und Zbigniew Wojenko (von links). Foto: Bandixen
Die sieben Kontrahenten: Holger Eichhorn, Martin Hanisch, Regina Hardel, Jens Johannsen, Alfred Mordhorst, Uwe Schmitz und Zbigniew Wojenko (von links). Foto: Bandixen

In drei Wochen wird in Husum ein neuer Bürgermeister gewählt. Vorab stellten sich die sieben Kandidaten den Fragen der Bürger.

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07. Mai 2011, 10:01 Uhr

Husum | "Wir haben den künftigen Bürgermeister am Tisch sitzen", sagte der erste Vorsitzende von "Haus & Grund", Michael Siegmund, "wir wissen nur noch nicht, wer er es ist." Richtig, denn gewählt wird erst am 29. Mai. Aber wer soll die Nachfolge von Rainer Maaß antreten? Um bei der Entscheidungsfindung mitzuhelfen, hatte der Haus- und Grundeigentümerverein alle sieben Kandidaten zur Diskussion in den "Osterkrug" eingeladen. Kein leichter Gang, denn fünf mal sieben Fragen nebst Vorstellungsrunde sind selbst für hartgesottene Zuhörer eine Herausforderung.
Wohl auch deshalb hatte Siegmund den Bewerbern die Fragen vorab zugesandt. "Warum sollten ,Haus & Grund-Mitglieder gerade Sie wählen?", wollte Siegmund als Letztes wissen. Martin Hanisch setzte bei seiner Antwort ganz auf die ihm eigenen "Qualitäten als Kaufmann", während Holger Eichhorn seine Erfahrungen als Verwaltungsmann geltend machte, der auch vor Konflikten nicht zurückschrecke. Jens Johannsen (Grüne) beschwor als Lübecker den "Blick von außen" und verwies darauf, dass er noch über Ideen und Visionen verfüge. Für Alfred Mordhorst war die Sache klar: "Ich bin Bauingenieur. Ich kenn mich mit dieser Materie aus", erklärte der CDU-Kandidat, und Uwe Schmitz (SPD, FDP und SSW) möchte eine "Kultur der Kommunikation" schaffen, die aus Befürwortern einer Dockkoog-Bebauung "keine Umweltsünder" und aus den Gegnern keine "Totengräber der Wirtschaft" macht. Mit der überraschendsten Begründung wartete Zbigniew Wojenko auf: "Weil Uwe Schmitz in der Verwaltung sitzt", sagte er mit Blick auf seinen etwas irritierten Nachbarn, um nach kurzer Pause "als Hauptamtsleiter" hinzuzufügen. Und für Regina Hardel spricht nach ihrer eigenen Ansicht, dass sie Erfahrung und Herz mitbringe: "Das ist alles, was ich bieten kann."
"Das ist Sache der Politik"
Zuvor hatten sich die "glorreichen Sieben" (Kommentar eines Besuchers) kurz und bündig über zum Teil doch recht komplexe Sachverhalte auslassen müssen und dabei auch den einen oder anderen Unterschied erkennen lassen. So wiesen Johannsen, Schmitz und Eichhorn darauf hin, dass sicher noch weitere Belastungen auf die Bürger zukämen, "wenn wir den Haushalt nicht in den Griff bekommen". Wie Mordhorst hält Hanisch weitere Steuererhöhungen dagegen für nicht zumutbar und setzt auf den Verkauf des städtischen "Tafelsilbers". Hardel wollte "keine Versprechungen machen", weil sie die Zahlen gar nicht kenne, und Wojenko stellte fest, dass der Bürgermeister hier ohnehin keinen Handlungsspielraum habe: "Das ist Sache der Politik."
Diskussionen löste das Thema Verkehrsführung aus. Durch den Bau der Westtangente werde zwar einiges abgefedert, so die Kandidaten. Gleichwohl müsse die Innenstadt weiter entlastet werden. Schmitz möchte daher den Personennahverkehr herausnehmen, Johannsen dagegen den Individualverkehr, und Hanisch wollte wissen, welche Umwege die Autofahrer denn noch in Kauf nehmen sollen? Eichhorn forderte ein schlüssiges Gesamtkonzept in Sachen Mobilität - sowie eine Bürgerbeteiligung.
Und wie wollen die Kandidaten Husums Attraktivität für Firmen und Fachkräfte steigern? Für Hardel eine Frage von "Bürgernähe und Kommunikation". Mordhorst sieht im sozialen Umfeld und bei der Wohnsituation Verbesserungsmöglichkeiten. Schmitz setzt auf Kinderbetreuung, aber auch auf die Förderung für bedarfsorientierte Wohnprojekte. Wojenko möchte eine wirtschaftliche Verbindung von Computertechnologie und Windkraft, und Eichhorn will sich für den Ausbau der B5 stark machen. Hanisch baut auf Vernetzung und das Engagement ortsansässiger Betriebe auf dem Ausbildungsmarkt. Und Johannsen beschwört die "Region Husum": Für ihn sind "Austausch und Zuwachs" Kehrseiten ein und derselben Medaille.
(o, shz)

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