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Erfolgsgeschichte für Gemeinde und Flüchtlinge : Das Leben auf Hallig Hooge wird vertrauter

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Integration der Flüchtlinge in der Schule und der Gemeinde kommt voran. Die afghanische Familie, die nicht bleiben, sondern lieber in der Nähe einer Großstadt leben wollte, fühlt sich täglich wohler.

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erstellt am 17.Dez.2015 | 17:22 Uhr

Sechs Flüchtlinge leben nun schon seit fast drei Wochen auf Hooge (wir berichteten): Mirraig Faizi, Nadra Mihil und ihre vier Kinder Hatr, Iland, Ilham und Mohamed haben eine Wohnung auf der Hanswarft bezogen. Dort unterstützt sie seitdem unter anderem Dirk Bienen-Scholt von der Gemeinde Hooge. Er möchte als Flüchtlingsbeauftragter der Familie bei Alltagsproblemen helfen. Bürgermeister Matthias Piepgras steht zudem mit Rat und Tat den neuen Halliglüüd zur Seite. In gewohnter Manier – wie es auf Hooge üblich ist. Die Integration läuft auf Hochtouren.

Auf der Hanswarft über dem Tourismusbüro wohnt die Familie, in die Halligschule auf der Ockelützwarft werden bereits zwei Kinder von der neuen Schulleiterin Bianca Schümann unterrichtet. Zuvor gingen dort sechs Mädchen und Jungen zur Schule. Schümann betreut alle Kinder stufenübergreifend in einem Klassenraum – nun zwei Kinder mehr. Die anderen beiden Flüchtlingskinder gehen zeitweise in den Kindergarten, der auch auf der Ockelützwarft untergebracht ist.

Die anfängliche Unsicherheit vor der unbekannten Welt – gerade auf einer Hallig – verfliegt von Tag zu Tag. Erco Lars Jacobsen vom Tourismusbüro Hooge fährt die Kinder jeden Morgen zur Schule. Er erklärt den jungen neuen Halliglüüd täglich, was für die Kinder neu ist, was sie wissen wollen. „Eine Nachbarin kommt häufig zu Besuch“, schildert Jacobsen eine Alltagssituation. „Sie nimmt die Kinder auf den Schoß und liest Weihnachtsgeschichten oder singt ihnen etwas vor“, ergänzt der Touristiker. Die gelebte Integration auf Hooge beschreibt in seiner Wahrnehmung, dass sich die Flüchtlinge immer wohler fühlen. Anfängliche Ressentiments sind einer sich täglich erweiternden Neugier gewichen. „Das betrifft nicht nur die Kinder und die Mutter, sondern auch den Vater“, verdeutlicht Jacobsen nicht nur seine Wahrnehmung, sondern das Ergebnis aus vielen Unterhaltungen. „Wir sind sehr dankbar, dass wir von den Menschen freundlich aufgenommen wurden und hier leben dürfen“, erzählte der Vater kürzlich noch in den Medien. Doch dann wollten die Eltern nicht mehr bleiben, wollten lieber in der Nähe einer Großstadt leben. Allerdings könnte dieser Wunsch der Vergangenheit angehören. Dann wird die gelebte Hooger Integration doch noch eine Erfolgsgeschichte. Der Bürgermeister Matthias Piepgras freut sich indes, „dass die Kontakte enger werden und sich alles mehr und mehr entspannt.“

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