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Unterstützung aus Kiel : Das Land fördert Meierei-Neubau

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Wirtschaftsminister überbrachte einen Förderbescheid über 725.000 Euro an den Vorstand der Genossenschaftsmeierei Viöl. Das Unternehmen will im März mit dem Neubau einer Meierei für 18,5 Millionen Euro beginnen.

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erstellt am 09.Feb.2016 | 11:00 Uhr

Eigentlich wäre beim Thema Milch ja sein Kollege aus dem Landwirtschaftsministerium zuständig, doch da es sich bei den Produkten der Meiereigenossenschaft Viöl eG. um verarbeitete Produkte aus Milch handele, sei er der richtige Mann, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gestern in Viöl. Er stattete der Genossenschaftsmeierei in ihrem Betriebsgelände einen Besuch ab. Nicht einfach so, sondern um einen Zuwendungsbescheid über 725.000 Euro zu übergeben. Rund 18,5 Millionen Euro sollen nämlich in die neue Produktionsstätte im neuen Gewerbegebiet des Ortes investiert werden. Da kommen die 725.000 Euro aus den Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft genau richtig.

Ulrich Lembcke, Geschäftsführer der Meiereigenossenschaft, sein Vorstandsvorsitzender Hans Thomas Jessen sowie Aufsichtsratsvorsitzender Hans-August Carstensen informierten den Minister über die Neubaupläne. Bereits im März dieses Jahres soll es losgehen. Wenn alles nach Plan verläuft, dann kann bereits im Sommer des nächsten Jahres die Produktion aufgenommen werden, doch erst gegen Ende des Jahres werden die Tore des alten Werks mitten in der Ortschaft Viöl geschlossen. Vorläufig soll die alte Produktionsstätte dann als Lager und Garage dienen, langfristig soll aber alles auf das rund drei Hektar große neue Gelände im Westen des Dorfes umziehen. Wie die weitere Entwicklung für das zentrale Grundstück dann aussehen, wird, steht noch nicht fest.

Meyer bewunderte den Mut der Genossenschaft, sich in diesen schwierigen Milchmarkt-Zeiten komplett neu aufzustellen. Lembcke stellte dazu fest, dass seiner Überzeugung nach die gegenwärtige Schwäche auf dem Milchmarkt sicherlich in wenigen Jahren überwunden sein werde, denn global gebe es trotz der gegenwärtigen schwierigen Lage für die deutschen Milchbauern dennoch einen jährlichen Nachfragezuwachs von rund zwei Prozent. Bereits im Jahr 2020, so Lembcke, rechne er damit, dass die Nachfrage nicht mehr befriedigt werden könne. Zudem, unterstrich der Geschäftsführer, bestehe im Ort selbst keinerlei Erweiterungsmöglichkeit, daher habe man sich zum Neubau entschlossen. Jessen ergänzt, dass er den aktuellen Preisverfall bei der Milch auch im Zusammenhang mit dem Ölpreis-Absturz sehe.

„Wir sind in der Region verwurzelt und wir haben die Möglichkeit, die Produktion zu verdoppeln“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Sein Geschäftsführer fügt hinzu, dass gegenwärtig fast die gesamte Produktion aus Viöl ins Ausland verkauft werde. In Deutschland werde einfach zu wenig für Lebensmittel ausgegeben, trotz der sehr niedrigen Preise. So koste beispielsweise ein Italien ein Liter Milch zwischen 1,15 und 1,40 Euro, in Deutschland aber nur rund 60 Cent. Da die Viöler Meierei keine Trinkmilch auf den Markt bringe, sondern schwerpunktmäßig Magermilch-Konzentrat, gebe es in Viöl also keine Milch aus der unmittelbaren Nachbarschaft, stellte Meyer fest, es sei denn, man hole sie bei einem der 150 Lieferbetriebe direkt ab. Lembcke streifte beim Thema Frischmilch zudem die Thematik der großen Handelsketten, die immer mehr eigene Produkte auf den Markt brächten und Preise diktieren würden. So sei beispielsweise kaum bekannt, dass Aldi mittlerweile einer der größten Konservenhersteller sei, und Lidl eine große Speiseeisfabrik plane, die auch den amerikanischen Markt abdecken solle. Dazu Meyer: „Ich war im Herbst auf Fuerteventura und habe festgestellt, dass beim dortigen Lidl nahezu die gleichen Produkte wie hier zu bekommen sind, bei nahezu identischen Preisen.“

Der Minister machte sich nach der Überreichung des Förderbescheids auf den Weg nach Husum, wo er die Nord-Gastro besuchen wollte und sagte zum Abschied in der Meierei: „Dann werde ich auf der Nord-Gastro Werbung dafür machen, dass mehr Milchprodukte konsumiert werden sollten.“

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